Aktuelles

Deshalb kommentierten so viele Nutzer mit „Amen“ oder wahlweise auch mit „Happy Birthday“

Jens | ZDDK | MIMIKAMA, 21. Dezember 2018
Deshalb kommentierten so viele Nutzer mit „Amen“ oder wahlweise auch mit „Happy Birthday“
Deshalb kommentierten so viele Nutzer mit „Amen“ oder wahlweise auch mit „Happy Birthday“

„Amen“ und andere Clickbaiting Posts gingen körbeweise bei uns ein, deshalb bekommt ein besonderes Exemplar davon seinen stellvertretenden Platz in unserem Jahresrückblick.

Kathrin nahm sich der Sache am 11.04.2018 an:

Kommentiere mit „Amen“ oder wahlweise auch mit „Happy Birthday“

Bei dieser Clickbaitmasche handelt sich um emotionale Erpressung.

Wir kennen sie zur Genüge: Fotos von Kindern, die im Krankenhaus sind, junge Frauen, denen angeblich Gliedmaßen amputiert wurden und dazu die Aufforderung mit “Amen” zu kommentieren, denn dies würde sonst niemand tut…

Da man nicht als herzlos abgestempelt werden möchte, kommentiert man und pusht so Facebook-Seiten, die zum größten Teil gar nicht an der wahren Geschichte hinter einem Foto interessiert sind. So wie auch beim Foto des kleinen Lucas, das bis heute in den sozialen Medien zu finden ist und von den Seitenerstellern dazu benutzt wird, Likes und Kommentare zu sammeln:

2018-04-11_08_27_38-Schnauze_Prinzessin_-_Beiträge_–_Opera
Bild im Klartext:

Sein Schule hat ihm gesagt, dass ihm wegen seiner Krankheit niemand zum Geburtstag gratulieren würde
Er ist heute 11 Jahre alt
Bitte scrollen Sie nicht weiter, ohne “Happy Birthday” zu tippen.

Egal ob “Amen” oder “Happy Birthday” – dem Kind wird damit nicht geholfen. Schon gar nicht, wenn sich diese Fotos auf Clickbait-Seiten finden lassen. Seiten, die Fotos stehlen und dann damit locken, auf ihrer Seite zu interagieren, indem sie das Foto in einen anderen Kontext setzen.

Die wahre Geschichte

Bei dem Jungen handelt es sich um den kleinen Lucas Costa aus Brasilien, der im Dezember 2016 9 Jahre alt wurde. Somit ist der Junge heute 10 Jahre alt. Der kleine Lucas leidet an einer sehr seltenen Hautkrankheut die den Namen: “Epidermolysis bullosa” trägt. Die Behandlung dieser Krankheit ist sehr kostenintensiv.Der aus Brasilien stammende Sänger Wesley Safadão veranstaltet Ende Juli 2016 ein Konzert und spendete einen Teil seiner Einnahmen für die Behandlung von Lucas Costa. Bei seinem Konzert hatte der Künstler auch ein T-Shirt an, auf dem man den Namen “LUCAS” erkennen konnte.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Der Grund ist, dass er selbst Vater von zwei Kindern ist. Lucas selbst wohnte dem Konzert bei und wurde, im Rollstuhl sitzend, auf die Bühne gebracht, wo der Künstler mit Lucas ein Bild veröffentlichte:

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Dem kleinen Lucas wurde auch ein eigener Instagram-Kanal gewidmet, von wo auch das Foto stammte, welches man auf Facebook zu sehen bekommt.

Mehr als 158.000 Nutzer folgende dem kleinen Lucas unter: https://www.instagram.com/amigosdolucascosta/

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Wir finden es furchtbar, dass man das Bild eines kranken Kindes verwendet, um an Likes zu kommen! Wir lassen uns nicht emotional erpressen!

Schon gar nicht von Menschen, die keine Ahnung von Lucas Leben haben und mit seinem Schicksal lediglich ein paar Likes abstauben wollen. Im Gegenteil: Der Familie und seinem Umfeld gehört große Anerkennung, die man nicht allein durch ein einfaches Like ausdrücken kann, um das eigene Gewissen zu beruhigen.

Quellen:

Wesley Safadão adere à campanha para ajudar menino com doença rara em Montes Claros

Link zum Originalbeitrag: www.mimikama.at


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel