Blogheim.at Logo
Start Jahresrückblick 2020 Jahresrückblick 2020: Asteroid hätte im April unsere Zivilisation vernichten können

Jahresrückblick 2020: Asteroid hätte im April unsere Zivilisation vernichten können

Videos

Cyberattacke lähmt Irlands Gesundheitswesen

Zweiter Angriff auf ein wichtiges nationales Computernetzwerk in den letzten Tagen. Nach der größten Kraftstoffpipeline der USA wurde der irische Gesundheitsdienst Ziel eines "signifikanten...

Impfpässe im Darknet bestellen: LKA warnt vor schweren Folgen

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat wertvolle Hinweise über die Gefahren gefälschter Impfpässe veröffentlicht. Das "Grüne Zertifikat" der EU lässt noch auf sich warten, soll aber...

Schneller zur Impfung: Diese Onlineplattform soll Terminvergabe vereinfachen

Die Impfterminvergabe läuft bei vielen Hausärzten alles andere als effizient ab. Die Plattform sofort-impfen.de könnte das jetzt ändern. Bereits über 200.000 Impfwillige haben sich auf...

Amazon deckt Fakes auf: viele Artikel wurden 2020 vernichtet

Amazon hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen im Jahr 2020 mehr als zwei Millionen Fake-Artikel vernichtet hat. Zudem wurden auch über zehn Milliarden Anzeigen...

Facebook-Themen

Facebook: Pop-up mahnt zum Lesen vor dem Teilen

Ein Facebook-Beitrag ist schnell geteilt! Aber lesen wir alle Beiträge, bevor wir sie teilen? Facebook testet jetzt ein Pop-up, das User auffordert, Nachrichtenartikel vor dem...

Facebook: Lass dich tracken, damit Facebook kostenlos bleibt!

Seit Jahren betont Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass Facebook immer kostenlos bleiben solle. Mit der neuen Apple App Tracking Transparency erscheint für iOS-User bei Facebook und...

Mit einem realen Zugunglück, sollen Facebook-Nutzer in die Falle gelockt werden.

Nein, es gab kein tragisches Zugunglück in Köln! Beiträge auf Facebook sollen Nutzer in eine Phishing-Falle führen! Auf Facebook wird – vermehrt in Gruppen –...

Faktencheck: „Es geht momentan eine Bande um…“ (Auto angefahren)

Aktuell macht ein Beitrag auf Facebook die Runde, der mittlerweile knapp 7.000x geteilt wurde und viele Nutzer in Angst und Schrecken versetzt. Auf einer Warnung,...
-WERBUNG-

Im Jahr 2020 schrieb eine britische Online-Zeitung, ein Asteroid könne im April die Zivilisation auf der Erde auslöschen.

- Werbung -

Für Hobby- und Profi-Astronomen sind Kometen und Asteroiden eine faszinierende Sache. Doch wenn es heißt, ein Asteroid könne im April die Zivilisation auf der Erde auslöschen, wird jedem etwas mulmig zumute.

Die englische Seite „Express“ warnt vor einem drohenden Asteroiden-Einschlag im April

Eine Warnung der NASA existiert jedoch überhaupt nicht, der Asteroid ist auch schon lange bekannt.
Er wird in einer absolut sicheren Entfernung von 6.2 Millionen Kilometern die Erde passieren.

Mehrere Anfragen bekamen wir zu einem Artikel der englischen Boulevardseite „Express„, die anscheinend vielfach geteilt wird und Unsicherheit auslöst:
Augenscheinlich ist ein 4 Kilometer großer Asteroid auf dem Weg zur Erde.

Warnung vor dem Asteroiden, Quelle: Express.co.uk
Warnung vor dem Asteroiden, Quelle: Express.co.uk

Der Artikel schürt erst einmal ein wenig mehr die Angst, indem geschildert wird, was der Einschlag eines solch großen Himmelskörpers alles auslösen kann – Erdbeben und Tsunamis weit über das Einschlagsgebiet hinaus -, untermalt die Schilderungen mit entsprechenden Bildern und kommt dann schließlich, wenn alle schon am Zittern sind, zum Kern des Artikels.

- Werbung -

Ist Panik nötig? Nein!

Wie der „Express“ selbst schreibt, schätzt die NASA, dass das Himmelsobjekt mit dem Namen „1998 OR2“ einen Durchmesser zwischen 1,5 Kilometern und 4,1 Kilometern hat.
Merkt ihr was? „Express“ nahm nicht etwa einen Durchschnittswert, sondern nannte in der Überschrift gleich den größten angenommen Durchmesser, damit es dramatischer wirkt. Deswegen sollten wir uns auch nochmal die Überschrift auf Deutsch anschauen:

„Asteroiden-Warnung: NASA verfolgt einen 4KM-Asteroiden im Anflug – Könnte die Zivilisation beenden, wenn er einschlägt“

Könnte. KÖNNTE. KÖNNTE!
Stimmt. Wenn ein solcher Asteroid tatsächlich, am Besten in einem dicht besiedelten Gebiet, aufschlägt, dann könnte er ziemlich unangenehm für die menschliche Zivilisation werden, eine komplette Auslöschung wäre allerdings nur die allerschlimmste anzunehmende Folge.

Er könnte nämlich nur, wenn er wenigstens der Erde so richtig gefährlich nahe kommen würde. Tut er aber nicht!

Schon lange bekannter Asteroid

Nun tauchte der Himmelskörper nicht einfach so auf, sondern wird seit 1998 beobachtet. Damals wurde er auch als „potentiell gefährliches Objekt“ eingestuft, da er regelmäßig in der Nähe der Erdumlaufbahn vorbeizieht, so wie über 100 andere Objekte auch. Die NASA sagte allerdings auch dazu, dass der Asteroid zumindest in den nächsten Jahrzehnten der Erde nicht gefährlich nahe kommen wird.

Es gibt keine Warnung der NASA!

Nur der „Express“ warnt vor diesem Asteroiden, und das vollkommen ohne Grund, wie auch „Asteroid Watch“, ein offizieller Account der NASA, klarstellt:

Auf Deutsch:

„Am 29. April wird der Asteroid 1998 OR2 die Erde in einer sicheren Entfernung von 3.9 Millionen Meilen/6.2 Millionen Kilometer passieren.
Ein Artikel der „Express“ impliziert, dass es eine „Warnung“ über diesen Asteroiden gibt, ist falsch.“

Um es sich besser vorstellen zu können: Der Asteroid wird also in einer Entfernung an der Erde vorbeiziehen, die mehr als 16x der Entfernung Erde – Mond beträgt.

- Werbung -

Fazit

Mit der alarmistischen Überschrift und dramatischen Bildern betreibt „Express“ reines Clickbait; erst ganz am Ende wird darüber aufgeklärt, dass der Asteroid so weit von der Erde entfernt passieren wird, dass eine Warnung überhaupt gar nicht nötig wäre – im Prinzip debunken sie damit ihre eigene Überschrift.

Allerdings werden panische Nutzer gar nicht erst soweit lesen, bis sie zu dem kleinen Abschnitt kommen: Die Überschrift und die bedrohlichen Bilder im Artikel genügen, um Angst zu erzeugen.

Artikelbild: Shutterstock / Von Vadim Sadovski

Auch interessant:

- Werbung -

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Die Corona-Krise! Wir brauchen deine Unterstützung! Die Corona-Krise stellt uns alle vor großen Herausforderungen und bringt uns an unsere Grenzen. Jeder gibt seinen Teil dazu bei um zu Unterstützen. Gegenüber anderen Medien haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle offen halten. Wenn jeder, der unsere Faktenchecks liest, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben und wir können gemeinsam gegen Fakenews vorgehen. Unterstütze uns und tragen auch Du dazu bei, die Zukunft von Mimikama zu sichern. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Faktencheck zu „Dringender Weckruf: Tausende sterben nach Corona-Impfung“

Ein Video des Internet-Auftritts einer Schweizer Sekte wird stark verbreitet: Angeblich gab es bereits tausende Tote nach den Corona-Impfungen. Doch die genannten Zahlen sind...

5 Erkenntnisse über Mediennutzung von Kindern

Für die Studienreihe "Kindheit, Internet und Medien" wurde eine Untersuchung zur Mediennutzung von Kindern während der Corona-Pandemie durchgeführt. 1.200 sechs- bis dreizehnjährige Kinder sowie deren...

„Ihre Lieferung befindet sich in unserem Zollzentrum“: Vorsicht vor betrügerischer SMS!

Sie haben eine SMS-Nachricht erhalten, dass Ihr bestelltes Paket beim Zollzentrum liegt? Vorsicht, nicht auf den Link klicken! „Ihre Lieferung befindet sich in unserem Zollzentrum....

Lebenslauf-Erstellung auf cvmaker. de führt zu Abo-Vertrag!

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job, und Ihr Lebenslauf braucht einen professionellen Look. Die Suche danach könnte Sie auf die Seite cvmaker.de...

Schlag gegen bundesweit agierende Betrügerbande

Die Polizei in Essen hat mit Kriminalbeamten aus Nürnberg mehrere Objekte einer Betrügerbande durchsucht und zahlreiche Beweismaterialien sichergestellt. Bereits im Sommer 2020 häuften sich bei...
-WERBUNG-
-WERBUNG-