“Islamischer” Kalender von Lindt erregt die Gemüter

Andre Wolf, 3. Dezember 2015

Derzeit müssen sich die Social Media Mitarbeiter der Firma Lindt die Finger wundschreiben, denn ein Shitstorm überflutet die Seite. Grund: ein Adventskalender.

Mimikama: Information

In der Kritik steht das Motiv eines Kalenders. welches orientalische Motive zeigt und einige Menschen zu der Interpretation veranlasst, es handle sich bei dem Motiv um eine Moschee und der Kalender sei ein Rädchen in der Islamisierung des Abendlandes.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Die Beschimpfungen sind weitreichend – von Boykotthinweisen bis hin zu Vorwüfen, dass dieser Kalender unangemessen sei.

Sie haben einen Adventskalender kreiiert mit einer Moschee, in die man durch Türchen gelangt. Das finde ich mehr als seltsam. Aus meiner Kindheit kenne ich Adventskalender mit Häusern und Kirchen – und zu Heiligabend schaute man durch die Kirchentür auf eine Krippe. Das finde ich angemessen. Eine Moschee nicht.

(Zitatquelle: Facebook, öffentlicher Status)

Was an diesem Kalender eindeutig ist: man sieht orientalische Motive. Das ist in der Tat unumstößlich. Die beteiligten Motive (3 Personen am linken Rand und offene Tür mit der Beschriftung 24) lassen ebenfalls eine Anlehnung an die Geburt Jesu vermuten.

Und nun steht dieser Kalender in der Kritik, für die Islamisierung zu sorgen.

Lindt dementiert

Derzeit wahrscheinlich einer der besch….eidensten Jobs auf Erden: social Media Mitarbeiter bei Lindt. Denn auf der Facebookseite von Lindt wird derzeit jedem einzelnen Nutzer versichert:

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Die elementare Aussage dieses Statements ist dabei:

Der Adventskalender 1001 Nacht ist seit über 10 Jahren ein Lindt Klassiker an Weihnachten. Die Verpackung stellt eine Visualisierung der damaligen lokalen Lebensumstände dar. Dazu gehört auch Architektur und Kultur wie diese in der orientalischen Welt zu Christi Geburt gewesen sein könnte.

Sprich: der Islam, welcher zur Zeit Jesu zum einen gar nicht vertreten war, wird auf diesem Bild nicht wiedergespiegelt. Natürlich könnte man nun auch argumentieren, dass die 1001 Geschichten historisch gesehen auch nicht um das Jahr “0” gespielt haben, jedoch endet das in Spitzfindigkeiten.  Viel interessanter ist die Aussage, dass der Kalender bereits über 10 Jahre im Verkauf ist.

Und tatsächlich: man findet auf Amazon Rezensionen, welche sich auf einen Kauf in 2008 beziehen.

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(Quelle: Amazon Rezensionen)

Islamisierung oder Jedisierung

Hinter einem Adventskalender, der bereits seit vielen Jahren auf dem Markt ist, nun eine Islamisierung zu vermuten, ist schon wirklich stark angespitzt. Hier im Mimikama-HQ sind wir uns zumindest einig: wir scheinen gemäß dieser Theorie jedisiert zu werden.

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