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Fake-Welt Instagram: Fitfluencer und ihre Kniffe

Kathrin Helmreich, 2. April 2019
Schein oder Realität? Fitness auf Instagram - Artikebild: romul014 - Shutterstock.com
Schein oder Realität? Fitness auf Instagram - Artikebild: romul014 - Shutterstock.com

Von Kayla Itsines bis hin zu Pamela Reif – Fitness boomt und Instagram ist ein wichtiges Instrument zu diesem Erfolg.

Wie derStandard berichtet, haben Influencer die Social Media Plattform fest im Griff. Jeder will seine Trainingsmethode an den Mann oder die Frau bringen – da ist vielen jedes Mittel Recht.

Die Fake-Welt Instagrams ist perfekt und unter dem Hashtag #fitspo – ein Kunstwort zusammengesetzt aus Fitness und Inspiration –  scrollen an die 65 Millionen Nutzer durch die Fotos von Menschen mit Waschbrettbauch und gestähltem Hinterteil.

Und #fitspo funktioniert! Die Australierin Kayla Itsines zählt 11,3 Millonen Follower, die dem zwölfwöchtigen Trainings- und Ernährungsprogramm der 27-Jährigen folgen.

Der „Bikini Body Guide“ (kurz BBG) wird vor allem durch Vorher-nachher-Fotos promotet und kostet 20 Dollar im Monat.

Sportwissenschaftler Michael Koller (Sportordination Wien) steht dem Fitnesstrend auf Instagram grundsätzlich positiv gegenüber, sieht aber auch Parallelen zur Brigitte-Diät, bei der man zwar ab- aber danach auch wieder zunimmt.

„Diese Workouts versprechen etwas, was langfristig sehr schwer zu halten ist“,

so Koller und weist darauf hin, dass die Workouts größtenteils hochintensiv gestaltet sind, um schnelle Ergebnisse zu bringen.

Auch die begrenzte Zeitspanne dieser Programme kann für den ein oder anderen zum Problem werden. Kollar warnt davor, mit dem Training wieder von vorne zu beginnen, da Überlastung drohen könne.

„Auf Instagram wird nicht mit Gesundheit oder Wohlbefinden argumentiert, worum es beim Sport gehen sollte. Sinnvoller als Vorher-nachher-Fotos sind Berichte von Menschen, die durch ihr Training mit Stress im Alltag besser umgehen können.“

Eine Kombination aus Traini.lüng und richtiger Ernährung wie es Pamela Reif bietet findet Koller aber insgesamt gut:

Erst muss Muskulatur aufgebaut werden, damit der Stoffwechsel aktiver wird, dann reduziert sich das Gewicht. Reifs Hinweis, dass es anfangs sogar zu einer Gewichtszunahme kommen kann, finde ich wichtig, da viele Frauen immer noch auf die Waage fixiert sind.

 

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5 BEGINNER AB EXERCISES – they clearly give you a crazy pump, my abs doesn’t constantly look like this .. I SWEAR ?? explanations to the exercises are below ⬇️ – – – ? and our CHALLENGE of the day: I’ll repost you in my story if you do any kind of workout (hopefully this one or a YouTube workout of me haha) and play this song in the background. It’s called „Bones“ by @wearegalantis & @onerepublic and you can find it in my GetActive Playlist (link in my bio ?? it’s available on Spotify, Apple Music, etc.). And then type „I can feel it in my ABS“ (or butt or thighs..) instead of „bones“ lol ?- – ➡️ 20 reps each exercise / do as many sets as possible in 10 minutes: – – 1. Bicycle Crunch / knee and opposite elbow come together, do it focused and slowly. No need to rush – 2. Assisted Leg Lift / upper body is elevated, your underarms are on the ground to keep you stable. Lift the legs up and down & keep the core tight. This version avoids what happens often with the normal version: your lower back lifting off the ground ? – 3. Russian Twist / legs are on the ground, if you want to make it harder lift them up in the air. Arms rotate from side to side – 4. Cross Arm – Leg Reach / reach with your right arm to your left toes & with your left arm to your right toes. Go as high as you can! – 5. Assisted Single Leg Lift / similar like number 2, but only lift one leg at a time. – – – Video by @kevinostaj // for @warnermusic.de #workout #sundayfunday #abs

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Aber auch Fitfluencer Reif greift ihrem Glück noch anderweitig unter die Arme – und zwar mit Schleichwerbung.

Ungekennzeichnete Werbung – auch Native Advertising genannt – findet sich in der gesamten Influencer-Branche wieder. Viele zeigen Produkte, deren Hersteller Geld für die Erwähnung gezahlt haben. Reif wurde für Schleichwerbung verurteilt.

No Pain, No Gain?

Aber zurück zum Schönheitsideal und das lautet: ein „definierter“, schlanker Körper. Das heißt, die Muskeln soll man sehen!

Wem der Weg zum Waschbrettbauch aber zu hart und lange ist, hat in der modernen Zeit noch andere Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Wer Instagram nutzt, dem ist klar, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Viele Fotos entsprechen nicht unbedingt der Wirklichkeit. Pose, Kamerawinkel und Licht können die Realität verfälschen und in der heutigen Zeit ist es ein Leichtes, Photoshop zu nutzen. Es gibt genug Filter, die die Haut glätten, Pickel entfernen und Farben optimal anpassen.

Was auch immer sich Fitfluencer noch für Kniffe einfallen lassen – das Geschäft mit der Fitness auf Instagram läuft gut.


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