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Kein Geschwurbel: Es gibt wirklich Industrieschnee

Ralf Nowotny, 16. Januar 2020
Industrieschnee gibt es wirklich
Artikelbild: Shutterstock / Von chillside

Nicht nur aus hohen Wolken schneit es, auch Industrieanlagen können Schnee verursachen.

Manchmal, besonders in Städten wie Frankfurt oder Regensburg, scheint sich das Wetter seltsam zu verhalten: Statt das es großflächig schneit, liegt dort an manchen Tagen der Schnee nur auf begrenzten Gebieten, zudem hat der Schnee zumeist eine andere Konsistenz.
Tatsächlich entsteht solcher Schnee nicht in den Wolken: Es handelt sich um Industrieschnee!

Industrieschnee gibt es wirklich
Industrieschnee gibt es wirklich

Natürlich fällt ein solcher Schnee auch in diversen Gruppen auf, in denen über die geheimen Methoden von Geoengineering und Chemtrails diskutiert wird, aber in diesem Fall haben sie sogar recht: Industrieschnee gibt es wirklich!

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Wie entsteht Industrieschnee?

Wie der Name bereits deutlich macht: durch Industrie.
Es stehen aber keine Schneekanonen versteckt auf den Firmengeländen, auch ist dies kein gewolltes Geoengineering, sondern ein einfaches Wetterphänomen, welches den Umständen geschuldet ist.

Wie beispielsweise die „Frankfurte Neue Presse“ erklärt, entsteht Industrieschnee nicht immer bei Kälte, sondern nur bei bestimmten Wetterlagen durch den aufsteigenden Wasserdampf aus Industrieanlagen. Dafür muss es am Boden feucht und kalt sein, etwas höher dann eine wärmere Luftschicht gleich einem Deckel darüber liegen.

Bei dieser „Inversionswetterlage“ bilden sich durch den Wasserdampf aus Industrieanlagen tiefer schwebende Wolken, die durch den „Wärmedeckel“ der oberen, warmen Luftschicht nicht weiter nach oben steigen können. Gleichzeitig hängen sich die Wasserpartikel in diesen Wolken an feine Staubteilchen und rieseln nach einer Weile wieder als Schnee nach unten.

Leicht erkennbar ist der Industrieschnee daran, dass er sehr viel feiner als normaler Schnee ist.
Der Grund: Normale Schneewolken entstehen in einer Höhe von mehreren Tausend Metern Höhe, während Industrieschnee in einer Wolkenhöhe von 100 bis 200 Metern entsteht. Die Folge: Die Schneekristalle haben gar keine Zeit, sich beim Fallen in größere Kristalle zu formen.

Ist Industrieschnee denn gefährlich?

Jener Schnee kann aufgrund seiner Herkunft stärker mit Schadstoffen belastet sein, als normaler Schnee, da es immer darauf ankommt, welche Schadstoffe sich an den Kondensationskernen abgelagert haben. Dies ist dann zumeist von der Industrieanlage abhängig, durch dessen Wasserdampf der Industrieschnee entstand.

Gefährlich an sich ist er aber nicht, zum Verzehr aber auch nicht wirklich geeignet. Auch für Schneeballschlachten und Schneemänner bauen, ist er aufgrund seiner feinen Konsistenz ungeeignet. Er sieht halt einfach nur hübsch aus, wenn er auf Autos und Straßen liegt.

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Fazit

Industrieschnee ist keine Gefahr und keine Verschwörung, sondern ein Wetterphänomen in der Umgebung von Industrieanlagen. Auch in dem in dem Screenshot erwähnten Graz gibt es diese ortsgebundenen Schneefälle, weswegen es auch die Regionalstelle für die Steiermark der ZAMG in Graz ein ausführliches Dokument über das Phänomen veröffentlichte.

Artikelbild: Shutterstock / Von chillside

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