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Die gelbbäuchige Impfmücke auf der Demo #b1811

Claudia Spiess, 27. November 2020
Die gelbbäuchige Impfmücke © bremsbeule
Die gelbbäuchige Impfmücke © bremsbeule

Auf der Querdenker-Demo in Berlin sollen angeblich Impfmücken ausgeflogen sein, um die Teilnehmer unbemerkt zu impfen.

Die Impfmücke: Ist sie die neueste Errungenschaft der Regierung, um Demo-Teilnehmern eine Impfung zu verabreichen? Oder handelt es sich dabei um eine waghalsige Falschmeldung?

Warnung im #b1811 Chat

In der „BERLIN DEMO 18.11. CHAT“-Telegram Gruppe wurden Nachrichten ausgetauscht – alle Infos, alle aktuellen Meldungen zur Demo.
„DieInsider“ sicherten aus dieser Gruppe einige Meldungen als Screenshots und posteten einen Beitrag auf Facebook:

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Hier kann man auch eine Meldung über Impfmücken lesen. Der Nutzer Dennis Ritter hat somit alle Teilnehmer vor dem hinterlistigen Insekt gewarnt.

„Leute, passt auf. Im Sommer hat man Mücken gezüchtet, die Impfstoff injizieren können.
So weit ich weiß, haben groß angelegte Tests funktioniert.
Diese Mückenart stammt aus Skandinavien. Diese ist auch bei Temperaturen um 5° C noch aktiv. Achtet auf ungeschützte Stellen der Haut. Im Gegensatz zu normalen Mücken verursacht der Stich einer Impfmücke KEINEN Juckreiz. Er ist auch nur wenige Minuten wirklich sichtbar.
Die Impfungen mittels Impfmücken werden auf Demonstrationen durchgeführt weil man da sehr viele Menschen auf einmal impfen kann.
Die Gegendemonstranten, die ja bekanntlich Bezahlungen erhalten, bekommen ein Serum, das die Mücken davon abhält die zu stechen. Die Antifa und Politiker sollen konventionell von einem Arzt mit einem hochwertigen Impfstoff versorgt werden.“

Hinterlistig! Und unvorstellbar!

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Skizze nach einer Sichtung

Auf Twitter kann man auch eine Darstellung der Impfmücke finden, nachdem sie von einem sehr aufmerksamen Beobachter gesichtet wurde.

Die Ausstattung dieser tierischen Luftwaffe lässt nicht zu wünschen übrig. Dass die Mücke einen Tank bei sich hat, den Impfmittel-Kanister, ist klar. So kann sie zahlreiche Demonstranten mit dem Impfstoff versorgen, bevor sie wieder zurück in den Impfmücken-Horst fliegen muss, um aufzutanken.

Verbindung zum gesamten Mücken-Geschwader und dem Controlcenter halten sie über 5G, wofür sie bereits mit adäquater Antenne gezüchtet wurden.

Damit die Mücken schnell vorwärts kommen, müssen sie auch mal den Nachbrenner benutzen, wodurch schon mal der eine oder andere „Mücken-Pups“ – feine hellweiße Dampfwölkchen in der Luft – entweichen kann. Doch Vorsicht! Diese geruchlosen Pupse haben es in sich: Chemtrails pur!

Das alles noch nicht genug, sind sie mit einem titanverstärkten Stachel ausgestattet, der notfalls auch Aluhüte durchdringen kann. Generell bevorzugen sie jedoch ungeschützte Hautstellen, um ihren Stich und somit die Impfung durchzuführen. Nach Verabreichung der Impfdosis verbleibt der Chip, der direkt auf dem Stachel sitzt, unter der Haut.

Impfmücken? Echt jetzt?

Nein. So toll die Skizze ist, so waghalsig diese Geschichte, und so sehr man auch drüber schmunzeln kann: Nein, diese Behauptung stimmt natürlich nicht und wurde spaßhalber in der Telegram-Gruppe abgesetzt, wie der Verfasser selbst auch bestätigte.

Jedoch war der Gedanke in diese Richtung nicht gar so abwegig. Japanische Forscher haben bereits 2010 den Versuch gewagt, Mücken durch genetische Veränderungen als „Impfmücken“ gegen Leishmaniose einzusetzen, wie ntv hier berichtet.

Einer Umsetzung entgegen stellen sich hier jedoch zahlreiche – auch ethische – Fragen. Eine Impfung durch Mücken würde unkontrolliert vor sich gehen. Auch die Dosis könnte nicht gemessen und zielgerichtet verabreicht werden. Menschen würden ungefragt geimpft werden. Und dass dies in der breiten Öffentlichkeit keine große Akzeptanz findet, wissen wir von zahlreichen Diskussionen, die eine Impfpflicht thematisieren.

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Artikelbild: bremsbeule / Skizze der gelbbäuchigen Impfmücke

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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