Phishing-Hunter: Gefälschte Mail gibt sich als Amazon aus!

Andre Wolf, 26. Juli 2018
Phishing Hunter: Gefälschte Amazon Mail im Umlauf!
Phishing Hunter: Gefälschte Amazon Mail im Umlauf!

Genauer gesagt als der Sicherheitsdienst von Amazon, der verdächtige Aktivitäten festgestellt hätte.

So lautet die Behauptung dieser E-Mail zumindest. Es handelt sich dabei natürlich um ein frei erfundenes Argument, mit dem die Empfänger dieser E-Mail verunsichert werden sollen. Aus dieser Verunsicherung heraus leitet der Link in der E-Mail auf eine Webseite, die sich als Amazon ausgibt, jedoch nicht Amazon ist.

Wichtiger Hinweis: Amazon hat mit der Betrugsmasche nichts zu tun. Sie selbst wurden hier Opfer, indem ihr Name, sowie das Logo und das Corporate Design missbräuchlich verwendet werden, um Nutzer in die Falle zu locken! Da die Mail blind gestreut versendet wird, erreicht sie natürlich auch Nutzer, die keinen Amazon Account besitzen.

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Der Inhalt lautet im barrierefreien Klartext:

Sеhr gееhrte/r Kunde/in,

bei Ihrеm Amazоn-Konto wurdеn vеrdäсhtigе аktivitäten fеstgestеllt. Wir bеi Amаzon.de nehmеn die Kunden-Siсherhеit äußеrst ernst. aus Sicherhеitsgründen müssеn Sie bеi Ihrеm Nutzerkоnto Ihrе persönliсhen Datеn bеstätigеn. Bis dahin wurdе Ihr Nutzerkonto eingеsсhränkt.

Diese Siсherhеitsmaßnahmе schützt Sie vor Missbrаuсh durсh Drittе.

Bеi dеr Bеstätigung müssen Siе alle nötigеn Infоrmatiоnen zu Ihrem Nutzerkontо und Zаhlungsdaten eintragen, da Siе sоnst nicht mehr in der Lagе sind, wеitеrе еinkäufe durchzuführеn.

Kliсken Siе auf den unten аngеzeigten Link und fоlgen Siе den Anwеisungen.
Wird festgеstellt, dass Sie fаlsche Informаtionеn / falschе Zahlungsdаten eingеben оdеr diesе Bestätigung ignоrieren, wird Ihr Nutzerkоnto vоllständig gesperrt und Siе an unsеrе Sichеrheitsabteilung gеmеldеt.

Weitеr (über dеn Siсhеrheitssеrvеr)

Nach der Bestätigung wird Ihr Account reaktiviert.
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Inhalt, Aufbau und Argument sind bei einem Phishingbetrug via E-Mail natürlich wichtig, in dieser Mail finden sich eine Reihe Fehler, speziell was die Großschreibung von Wörtern betrifft. Als Absenderangabe wurde Amazon gewählt, da viele Menschen einen Amazon Account haben ud sich somit angesprochen fühlen.

Phishing!

Die vermeintliche Sicherheitsprüfung findet auf einer Webseite statt, die sich als Amazon ausgibt. In unserem Testlauf hat unsere Sicherheitssoftware den Aufbau der gefälschten Webseite direkt verhindert.

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Ohne Schutzsoftware wird eine Webseite geladen, die sich als Amazon ausgibt. Diese Webseite gehört jedoch nicht zu Amazon, sondern enthält ein gefälschtes Portal. Alle hier vorgenommenen Eingaben landen direkt in den Händen von Betrügern.

Tappt man in eine solche Phishing-Falle, helfen folgende Maßnahmen: Bei aller Vorsicht kann es dann und wann natürlich trotzdem vorkommen, dass man Opfer einer Phishing-Attacke wurde und seine persönlichen Daten ungewollt Dritten preisgegeben hat. Wichtig ist, dass man nicht in Panik gerät und unverzüglich handelt!

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Damit Du im Fall der Fälle tatsächlich weißt, wie vorzugehen ist, folge hier einfach unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nimm unverzüglich Kontakt mit dem Unternehmen auf, für das deine persönlichen Benutzer- oder Login-Daten geklaut wurden. Bitte telefonisch beim Kundendienst um Sperrung Deines Accounts. Speziell bei Banken ist rund um die Uhr eine Sperr-Hotline erreichbar, die genau für solche und ähnliche Fälle existiert. Schildere Deinen Fall und umgehend wird Dein Account bzw. Benutzerbereich mit den alten Login-Daten nicht mehr erreichbar sein.
  2. Melde Dich beim Benutzerkonto an und prüfe, ob Du Dich noch einloggen kannst. Ist dies noch möglich, gehe umgehend zu dem Bereich, in dem Du Deine aktuellen Login-Daten ändern kannst. Lege ein neues Passwort fest und ändere, wenn möglich, auch den Benutzernamen und die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Kontrolliere umgehend, ob bereits Kontoänderungen oder Transaktionen vorgenommen wurden, denn meist sind Kriminelle sehr schnell. Überprüfe, ob beispielsweise Waren gekauft oder Abbuchungen vorgenommen wurden, für die Du selbst nicht verantwortlich bist. Sollte dies der Fall sein, informiere sofort den Kundenservice des jeweiligen Anbieters.
  4. Dokumentiere alle Auffälligkeiten. Fertige Screenshots an, drucke Kontoauszüge und die Phishing-Mail aus bzw. leite die E-Mail an das Unternehmen weiter, in dessen Namen die Internetkriminellen die Phishing-Mail versendet haben.
  5. Kontaktiere einen auf Internetbetrug spezialisierten Rechtsanwalt, schildere ihm Deinen Fall und reiche alle Dokumente ein, die mit dem Betrug in Zusammenhang stehen. Du solltest den Anwalt auch dann kontaktieren, wenn du bis dato noch keinen Schaden verzeichnen konntest.
  6. Eine 2 Faktor Authentifizierung (sofern angeboten) verhindert Zugriffe auch dann, wenn Betrüger durch Phishing an die Zugangsdaten gelangt sind.

Übrigens gibt es auch beim Phishing Hoffnung, dass gestohlene Gelder, beispielsweise beim Onlinebanking, durch Banken ersetzt werden. Grundlage dafür bildet das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Nach § 675u BGB sind Zahlungsdienstleister verpflichtet, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen die entwendeten Zahlungsbeträge zu ersetzen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Betroffene seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Weitere Informationen zur Rechtsgrundlage im Schadensfall findest Du hier.

„Ob Sie das nun glauben oder nicht. Es ist so.“


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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