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Kein Fake: Viersener Laternen kaPIPItulieren vor Hunde-Urin

Hunde-Urin hat Laternen in Viersen so sehr zugesetzt, dass sie in großer Zahl aus Sicherheitsgründen sofort abgesägt und ausgetauscht werden müssen.

Susanne Breuer, 26. Mai 2022

Betroffen sind nach derzeitigem Stand weit über 100 Laternen, die alle aus Aluminium bestehen, einem Material, das den aggressiven Bestandteilen von Hundeurin offenbar nicht gewachsen ist und bei dauerhaftem Kontakt korrodiert. Gefährdet sind vor allem Alu-Laternen, die in unbefestigtem Gelände stehen.

Sturmschaden mit Folgen

Die Stürme der letzten Wochen haben es an den Tag gebracht. Ein Laternenmast an der Viersener Hageau-Promenade, der nach einem Sturm abgeknickt war, zeigte massive Korrosionsschäden. Daraufhin wurden auch die anderen Laternenmasten in Augenschein genommen und mit einem speziellen Gerät auf ihre Standfestigkeit überprüft. Dabei wurde ein Druck von 400 kg auf die Masten ausgeübt. Bei über einhundert Beleuchtungen zeigten sich so erhebliche Schäden in der typischen Hundehöhe, dass die Prüfer die Standfestigkeit über den Mai hinaus infrage stellten. Die Stadt Viersen muss daher sofort handeln, um die Passanten zu schützen. Gefahr im Verzug.

Chemische Reaktion des Hunde-Urins mit Aluminium

Hunde-Urin enthält neben Wasser unter anderem Ammoniak und diverse Salze. Diese Bestandteile reagieren mit dem Aluminium und lassen es korrodieren. Früher oder später ist das Material so belastet, dass zusätzliche Faktoren wie Winddruck zum Kollaps der Laterne führen. Dabei kommt es auch darauf an, wie oft eine Laterne als Hundepissoir genutzt wurde. Die im Sturm abgeknickte Laterne in Viersen war die erste in einer langen Reihe. Die Stadt Viersen vermutet, dass sie daher besonders oft von Hunden „markiert“ wurde, weil sie der erste Anlaufpunkt für die Tiere war.

Absägen, sichern, austauschen

Die Masten werden in einer Höhe von 1,30 Meter abgeschnitten werden und die Reststücke mit Absperrband gesichert. Die funktionstüchtigen Leuchtköpfe sollen künftig als Ersatzteile für andere Laternen in der Stadt dienen.

Die Stadt Viersen wird in Zukunft grundsätzlich keine Aluminiummasten mehr für neue Laternen verbauen. Neue Masten werden aus Stahl gefertigt sein. Die Erfahrung zeigt, dass Laternen mit einer Stahlmanschette am Fuß dem Hunde-Urin deutlich mehr Widerstand entgegensetzen und eine längere Lebenszeit erreichen.

Kein Stahl verfügbar

Zum Problem werden allerdings die derzeitigen Lieferengpässe auch beim Stahl. Es ist nicht absehbar, wann die neuen Laternen geliefert und in Betrieb genommen werden können. Bislang an den kritischen Laternen befestigte Schilder sollen zeitnah an klassischen Stahlrohren befestigt werden.

Volles Ausmaß und Kosten unbekannt

Die Prüfung der Laternen wird weiter fortgesetzt. Angesichts der noch laufenden Prüfungen einerseits und der Entwicklungen auf dem Stahlmarkt andererseits können derzeit die Kosten für die Ersatzlaternen noch nicht endgültig bestimmt werden.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel meldet, dass nach Angaben der Stadt Viersen von den 10.000 Laternen im Stadtgebiet ca. 1.600 Aluminiummasten in unbefestigtem Gelände stünden und daher potenziell gefährdet seien. Ca. 400 Masten seien bislang überprüft, 120 müssten ausgetauscht werden. Danach könnten bis zu 500 Laternen betroffen sein. (HIER)

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Quelle: Stadt Viersen


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