Rätselhafte Hundekrankheit: Eine Praxis dementiert Todesfall!

Andre Wolf, 13. September 2019

Seit einigen Tagen schon rätseln viele über eine Hundekrankheit in Norwegen (wir haben berichtet). Nun gab es einen Medienbericht, der von einem Todesfall in Deutschland spricht.

Der Medienbericht besagt, dass in einer Tierarztpraxis in Bad Oldesloe Hunde mit der Hundekrankheit in Norwegen ähnlichen Symptomen behandelt wurden und ein Hund auch verstorben ist. Eine Tierarztpraxis hat nun den Gerüchten im Netz vorgebeugt: Die Tierarztpraxis Sandkamp in Bad Oldesloe zumindest dementiert, dass diese Hundekrankheit in der Praxis nachgewiesen wurde. In einer Veröffentlichung auf der eigenen Webseite lautet es:

Schwere Durchfallerkrankungen bei Hunden in Norwegen

Aus aktuellem Anlass: Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass keinerlei Fälle der sogenannten „Norwegischen Hundeseuche“ in unserer Praxis nachgewiesen wurden. Entgegen anderweitiger Meldungen aus dem Internet können wir keine weiteren Stellungnahmen zu dieser Erkrankung abgeben. Für aktuelle Informationen verweisen wir auf die Homepage der Norwegian Food Safety Authority – Serious illness in dogs

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Weitere Tierärzte in Bad Oldesloe

Dieses Dementi gilt jedoch für nur die eine Praxis. Es gibt in Bad Oldesloe 4 weitere Tierärzte, von denen es keine öffentlichen Informationen zu dem Fall gibt.

Man muss auch genau hinschauen: Auch wenn die Medienberichte parallel zu den in Norwegen erschienen Krankheitsfällen stehen, so berichten sie nicht, dass die Krankheit in Bad Oldesloe nachgewiesen wurde.

Es ist daher nicht deutlich, warum ausgerechnet viese eine Tierarztpraxis sich öffentlich äußert.

Die wichtigsten Infos für Sie auf Deutsch:

  • Halten Sie Ihren Hund an der Leine, um engen Kontakt mit anderen Hunden zu vermeiden.
  • Ansammlungen von Hunden sollten vermieden werden.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht an anderen Hunden schnüffeln/begrüßen, wenn er spazieren geht.
  • Lassen Sie Ihren Hund keine Bereiche schnüffeln oder Material essen, in denen andere Hunde gewesen sein könnten.
  • Wenn Ihr Hund blutigen oder sprudelnden Durchfall, Erbrechen oder eine Verschlechterung des Zustands hat, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt.
  • Rufen Sie den Tierarzt an, bevor Sie Ihren Hund in die Klinik bringen.
  • Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Tierarztes, insbesondere in Bezug auf Impfstoffe.

Medizinische Kleintierklinik warnt vor Hundekrankheit

Auch die Medizinische Kleintierklinik der LMU München warnt: Tragische Todesfälle bei Hunden in Norwegen

Seit einigen Tagen berichten verschiedene Medien über tragische Todesfälle bei Hunden in Norwegen. Die Ursache für diese Erkrankung, die mit blutigen Durchfällen einhergeht, ist bislang nicht geklärt.

Aktuell konnten zwei Bakterien bei den obduzierten Hunden nachgewiesen werden: ??????????? ??????????? und ??????????? ?????????????. Beide Erreger können Infektionen im Magen-Darm-Trakt verursachen, kommen aber auch bei gesunden Hunden vor. Andere Bakterien, wie Salmonellen oder ????????????? spp., sowie verunreinigtes Futter und Rattengift konnten als Ursache bereits ausgeschlossen werden. Virusinfektionen, zum Beispiel durch Parvoviren, könnten evtl. eine Rolle spielen. Viele weitere Untersuchungen stehen aus.

Die Oberärzte der Medizinischen Kleintierklinik der LMU München stehen in engem Kontakt mit Kollegen aus Norwegen. Sobald es gesicherte Informationen gibt, werden wir diese weitergeben.

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Bis dahin sollten sich Hundebesitzer wie gewohnt um ihre Lieblinge kümmern und sich nicht zu große Sorgen machen. Jedoch ist bei blutigem Durchfall auch in Deutschland immer eine Abklärung beim Tierarzt ratsam. Es muss jedoch nicht gleich mit dem Schlimmsten gerechnet werden – viele (harmlose) Ursachen sind möglich.

Von Reisen mit Hunden nach Norwegen raten wir derzeit dringend ab!

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Artikelbild: Shutterstock / Von Sinseeho

 


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