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Die Herkunft des Hund-Mensch-Schwein Wesens

Ralf Nowotny, 7. Mai 2019
by Patricia Piccinini
by Patricia Piccinini

Wenn es um das Thema Gentechnik geht, wird oft ein bestimmtes Bild zur Illustration genommen.

So berichteten wir beispielsweise 2016 und 2017 über diverse Artikel, die von „Chimären“ schrieben, konkret von Mischwesen aus Menschen und Schweinen.
Dabei taucht auch immer wieder dieses Bild auf:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Bisher schrieben wir nur über den jeweiligen Inhalt der Artikel, an dieser Stelle möchten wir jedoch einmal die Künstlerin würdigen, deren Werk für solcherlei Artikel immer wieder verwendet wird.

Wir stellen vor: Patricia Piccinini

Bildquelle: National Gallery of Australia, Canberra
Bildquelle: National Gallery of Australia, Canberra

Sie ist eine australische Multimedia-Künstlerin, die vor allem für ihre hyperrealistischen Skulpturen von Mensch-Tier-Hybriden bekannt ist. Gleichzeitig zieht sie mit zweideutigen und konfrontierenden Bildern die Zuschauer an und stößt auf ethische Fragen wie Biotechnologie, genetische Manipulation und den Eingriff der Menschheit in die natürliche Welt. Neben der Bildhauerei malt sie auch und bearbeitet Videos.

Im Alter von 39 Jahren starb ihre Mutter an Leberkrebs. Sie hätte länger leben können, doch war kein Spenderorgan verfügbar.
Das bewegte Patricia Piccinini dazu, sich über Zuchttiere Gedanken zu machen, in dessen Körpern menschliche Organe heranwachsen, um Menschenleben zu retten. Dadurch entstand dann auch jenes bekannte Werk:

Jene Arbeit trägt den Namen „Die junge Familie“ und stellt Schweine mit menschlichen Gesichtern und Extremitäten dar.
Die Skulptur wurde aus Fiberglas, Sperrholz und Leder sowie hautähnlichem Silikon und menschlichem Haar hergestellt. Das Mutterschwein wird so dargestellt, dass es den Betrachter mit traurigen Augen betrachtet, während sich seine Babys von ihr ernähren.

Patricia Piccinini hat sich für das Schwein entschieden, weil es oft zum Experimentieren zum Wohle des Menschen verwendet wird.

Fazit

Das Bild wird oft dazu verwendet, um Gentechnik zu kritisieren. Doch exakt das Gegenteil möchte die Künstlerin damit ausdrücken: Ausgelöst durch den Tod ihrer Mutter, die mit einem Spenderorgan hätte weiterleben können, zeigt ihr Werk ein Hybridwesen, welches, wenn es echt wäre, das Leben ihrer Mutter vielleicht hätte retten können.

In ihrer Kunst zeigt sie Chimären aber nicht nur als „Nutzvieh“ für den Menschen, sondern oftmals in zärtlicher Umarmung mit Babys und Kindern, als koexistierende Wesen neben dem Menschen.

Mehr ihrer Werke könnt ihr euch auf ihrem Instagram-Account ansehen!


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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