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Hundepfoten durch Hitze und heißen Asphalt extrem gefährdet

Bei diversen Warnungen handelt es sich um keinen Fake und keine Überdramatisierung: Hundepfoten sind bei großer Hitze extrem gefährdet!

Claudia Spiess, 20. Juli 2022

Auch wenn Hundepfoten von Natur aus sehr gut isoliert und auch extrem belastbar sind, so sind sie doch lebendes Gewebe, das sehr schnell auch geschädigt werden kann.

Faustregel barfuß oder 7-Sekunden-Test

Man selbst hat ja meist eine Sohle unter seinen Füßen. Auch, wenn es nur Flip-Flops sind, so ist die Haut an den Füßen geschützt. Allerdings kann jeder Hundebesitzer oder jede Hundebesitzerin selbst testen, wie es sich anfühlt, barfuß auf einer Straße oder einem Gehweg zu laufen. Ist es für sich selbst unangenehm (normale Hornhaut vorausgesetzt), dann ist das auch für Hundepfoten nicht mehr in Ordnung.

Der VGT (Verein gegen Tierfabriken) empfiehlt hier den „7-Sekunden-Test“:
„Beim sogenannten 7-Sekunden Test drückt man seinen Handrücken für sieben Sekunden fest auf den Asphalt. Wenn man das aufgrund der Hitze nicht durchhält, darf man es auch seinem Hund nicht zumuten. In diesem Fall besteht ernste Verbrennungsgefahr.“

Die Lufttemperatur ist nicht gleichzusetzen mit der Temperatur der verschiedenen Bodenarten. So kann Asphalt bereits bei sonnigem Wetter mit Temperaturen um die 25° C kochend heiß sein, bei großer Hitze und Temperaturen um die 35° C, sogar bis zu 65° C. Bei derartigen Temperaturen sollte es einleuchtend sein, dass dies nicht optimal für Hundepfoten sein kann.

Erste Hilfe

Verbrennen Hunde sich ihre Pfoten, erkennt man Rötungen und Schwellungen an den betroffenen Hautstellen. In schlimmen Fällen kann es auch zur Bildung von Brandblasen kommen oder gar zu schwarzen, verkohlten Hautstellen. Dass dies extrem schmerzhaft ist, kann man sich eventuell vorstellen.
Im Fall einer Verbrennung ist es unumgänglich, die Hundepfoten unter fließendem Wasser, das nicht eiskalt sein sollte, zu kühlen. Auch sollte man so schnell wie möglich seinen Tierarzt aufsuchen.
Für die Zeit danach ist es ratsam, die Pfoten mit einem Verband oder auch Söckchen weiterhin zu schützen.

Sommertippsammlung für HundehalterInnen

Für die heiße Sommerzeit gibt es zahlreiche Tipps, mit denen wir dafür sorgen können, dass unsere Hunde gut durch den Tag kommen.

  1. Genug Wasser: Laut Tierärztlicher Hochschule Hannover braucht ein Hund von etwa 30 kg Körpergewicht unter Dauerbelastung (Spaziergang/Sport draußen) 900ml Wasser pro Stunde! Das heißt, für einen zweistündigen Spaziergang bei einem Hund entsprechender Größe sollten zwei Liter Wasser eingeplant werden.
  2. Dunklen Hunden „brennt schnell der Pelz“: Ein weißes, angefeuchtetes T-Shirt oder Tuch kann Abhilfe schaffen (Verdunstungskälte + Sonne trifft nicht genau auf das dunkle Fell).
  3. Hunde bekommen Sonnenbrand: Und zwar überall dort, wo das Fell den Körper nicht dicht genug bedeckt. So manche französische Bulldogge hat sich schon arg das Näschen verbrannt! (Jeder Hund kann betroffen sein, das ist unabhängig von der Rasse.)
    Es gilt: Überall dort, wo die (rosafarbene) Hundehaut der Sonne ausgesetzt ist, die Haut zu schützen! Dafür gibt es spezielle Sonnencremes. Auch bei frisch geschorenen Hunden besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes.
  4. Asphalt, Beton, Sand, … : Knallt die Sonne darauf, heizt sich der Untergrund auf – und wo schon wir nur noch mit Flip-Flops herumlaufen wollen, müssen wir auch Rücksicht auf die Hundepfoten nehmen – niemand geht gern „wie auf glühenden Kohlen“. Hier weicht man auch besser auf Rasen aus.
  5. Schatten bevorzugen: Legt sich der Hund freiwillig in die pralle Sonne, ist das in Ordnung, solange er dort nicht ewig liegt – im Auge behalten. Ansonsten gilt: schattige Plätze anbieten. Vor der Eisdiele gibt es keine? Hund im Zweifelsfall zu Hause lassen.
  6. Spaziergänge zu kühleren Tageszeiten: Ausgedehnte Spaziergänge können im Sommer, vor allem wenn kein Wasser in der Nähe ist, auf den Morgen und den Abend verlegt werden – da ist die Stimmung auch besonders schön.
  7. Möglichkeiten zur Abkühlung: Es gibt Kühlmatten als Liegeplatz, kühlende Westen und Halsbänder für das Autofahren, längere Wanderungen oder den Alltag. Für den Park gibt es schattenspendende „Hundezelte“, die gleichzeitig als Rückzugsort fungieren können.
  8. Überhitzung: Hunde können einen Hitzschlag erleiden – im heißen Sommer eignet sich Wassersport für sie in der Regel gut. Für alles andere gilt: Gefahr der Überhitzung (auch Ballspiele im Schatten!).
  9. Lebensgefahr im Auto: Bei 25° C Außentemperatur erhitzt sich das Auto innerhalb von fünf Minuten auf 30° C Innentemperatur, innerhalb von 15 Minuten auf 42° C – LEBENSGEFAHR! Wer weder eine eingeschlagene Autoscheibe, noch den Gesundheitszustand seines Hundes riskieren will, der lässt seinen Hund im Sommer nicht im Auto allein. Auch wenn das Auto im Schatten steht: Es wird zum Backofen!
  10. Futter kann belasten: Bekommt der Hund Futter, muss der Körper verdauen – das verbrennt Energie und kann den Kreislauf, der sich eigentlich damit befasst, dass der Körper nicht überhitzt, belasten. Trockenfutter, das im Magen nachquellt, zieht zusätzlich Flüssigkeit aus dem Körper. Sinnvoll: Kleine Portionen, Hauptration am Abend.
  11. Hundeeis selber machen: Joghurt Natur mit Leberwurst und Wasser mischen und in Eiswürfel-Bereiter füllen! In kleinen Mengen eine absolut willkommene Abkühlung. Ein Kong-Eis ist bei Hunden sehr beliebt – besonders in der fiesen Mittagshitze.

Quelle: Tierarztpraxis Anke Meeuw, VGT

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