Faktencheck

Nein, das ist kein „Hitler Viertel“ in Italien!

Auf Google Maps kam schon vor Jahren (und nun wieder) ein Wohnviertel in Italien zu unrühmlichen Ehren: Es soll „Hitler Viertel“ heißen, und die Häuser haben die Form von Swastikas. Die Häuser sind echt, doch der Name stimmt nicht!

Ralf Nowotny, 25. Juli 2022

Die Behauptung

Auf Google Maps sind in einer kleinen italienischen Stadt Wohngebäude in Swastika-Form zu sehen, zudem soll der Ort „Hitler Viertel“ heißen.

Unser Fazit

Die Häuser sind echt, der Name jedoch existiert nur auf Google Maps, wahrscheinlich von einem „Witzbold“

Gleich mehrere Anfragen erreichten uns zu einer Eintragung auf Google Maps, die der Entdeckung von vor einigen Jahren noch die Krone aufsetzt: In Italien gibt es ein Wohnviertel mit Häusern, die wie Swastikas geformt sind – und zudem soll die Wohnsiedlung auch noch „Hitler Viertel“ heißen.
Die Häuser sind echt, doch der Name ist es nicht!

Die Häusersiedlung kann sich jeder selbst auf Google Maps (noch) ansehen (siehe HIER).

Echte Häuser, falsche Beschriftung: Das „Hitler Viertel“, Quelle: Google Maps

Empörung bereits 2015

Mehrere Medien berichteten bereits im September 2015 über die Häuser: Die Bewohner des Villenkomplexes in Süditalien waren selbst überrascht, als sie feststellten, dass ihre Häuser von oben betrachtet wie riesige Hakenkreuze aussehen und der Link zu Google Maps viral ging.

Die Häuser befinden sich in einem Viertel der kleinen Stadt Specchiolla in der Provinz Brindisi. Sie stammen aber nicht etwa aus der Zeit des Dritten Reichs, sondern wurden erst in den 1990er-Jahren gebaut.

Eine mögliche Erklärung für die Hakenkreuze könnte die Verwendung von L-förmigen modularen Einheiten sein, die kreuzweise angeordnet wurden, um die Sonneneinstrahlung und die Aussicht auf die Landschaft von jeder Einheit aus zu optimieren.

Unklar ist, wer für den Bau verantwortlich war und ob der Konstrukteur ausfindig gemacht werden kann, um festzustellen, ob dies absichtlich geschah. Es wird davon ausgegangen, dass es schwierig sein wird, ihn strafrechtlich zu verfolgen. Die Zerstörung der Villen steht auch nicht auf der Tagesordnung.

„Hitler Viertel“ existiert nur auf Google Maps

Da es sich nur um ein Wohnviertel ohne speziellen Namen handelt, kam wohl jemand auf die Idee, bei Google Maps einen Namen einzutragen – denn dies kann jeder beantragen, und jeder kann auch Änderungen vorschlagen. Doch keine einzige Suchmaschine findet Schilder, Adressen oder Beschreibungen, dass der Häuserkomplex wirklich „Hitler Viertel“ heißt.

Ihr könnt übrigens helfen, diese unsägliche Benennung wieder zu ändern:

  1. Klickt den Link Zu Google Maps an (HIER)
  2. Klickt auf „Änderung vorschlagen“
  3. Klickt auf „Name oder andere Details ändern“
  4. Gebt bei Name des Ortes „Specchiolla” ein (der Name der Stadt)
  5. Klickt auf „Senden“

Kurz danach werdet ihr eine Mail von Google bekommen, dass die Änderung geprüft wird. Wir hoffen, dass Google die Namensänderung annehmen wird, je mehr Leute dies beantragen – denn die Bewohner selbst haben schon genug Spott dafür abbekommen, in Swastika-Gebäuden zu wohnen.

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