Haustür-Betrug über Monate: 81-Jährige verliert fast 35.000 Euro

Kathrin Helmreich, 27. November 2020
Haustür-Betrug: Eine reale Bedrohung. Vor allem für ältere MitbürgerInnen
Haustür-Betrug: Eine reale Bedrohung. Vor allem für ältere MitbürgerInnen

Kläre auch du deine Großeltern und älteren Nachbarn über Haustür-Betrug auf. In Oldenburg treiben sich Betrüger herum.

Immer wieder Haustür-Betrug: Eine 81-jährige Oldenburgerin meldete sich am Mittwochnachmittag telefonisch bei der Polizei und schilderte, dass sie in den vergangenen Monaten um eine fünfstellige Bargeldsumme betrogen worden sei.

Als die Beamten die Rentnerin kurz darauf in ihrer Wohnung in der Eichendorffstraße aufsuchten, erfuhren sie, dass die 81-Jährige offenbar einer Bande von Betrügern auf den Leim gegangen ist.

Betrüger geben sich als Handwerker aus

Die Renternin erklärte, dass bereits am 1. März 2020 zwei Unbekannte an ihrer Haustür geklingelt hätten. Die Männer hätten sich als Handwerker vorgestellt und angeboten, die Grundstückszufahrt und die Garage zu reinigen und das Dach neu zu verputzen. Dieser Service würde lediglich 2400 Euro kosten. Die 81-jährige sei schließlich auf das „Angebot“ eingegangen.

Einige Monate später seien erneut zwei Männer am Haus der Frau erschienen und hätten angegeben, vom Ordnungsamt zu kommen. Die Männer warfen der Frau vor, dass sie „Schwarzarbeiter“ an ihrem Haus beschäftigt hätte. Das Ordnungsamt würde von einer Anzeige absehen, wenn die Frau sofort 2000 Euro in bar zahlen würde. Die 81-Jährige willigte erneut ein und holte aus einem Versteck im Wohnzimmer das Geld. Dabei wurde sie mutmaßlich von einem der Täter beobachtet.

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Die angeblichen Ordnungsamts-Mitarbeiter gaben nun an, noch einige Fotos vom Haus fertigen zu müssen. Dazu ließ sich einer der Unbekannten ins Obergeschoss begleiten, während der andere offenbar aus dem Wohnzimmer eine Tasche mit 20.000 Euro entwendete.

Am Mittwoch schlug die Bande schließlich erneut zu und führten den Betrug weiter: Um 12 Uhr erschien ein angeblicher Mitarbeiter der Stadtverwaltung an der Haustür. Er erklärte, dass es sich bei den 2000 Euro, die die Oldenburgerin Wochen zuvor überreicht hatte, um Falschgeld gehandelt hat. Um dies zu prüfen, müsse der Mann nun sämtliches Bargeld der Frau sicherstellen.

Die 81-Jährige händigte dem Unbekannten weitere 10.000 Euro aus.

Polizei bittet Zeugen um Hilfe

Als der Mann die Wohnung verlassen hatte, wandte sich die betrogene Rentnerin schließlich an die Polizei. Ihrer Schilderung zufolge dürfte es sich mindestens um drei Täter gehandelt haben. Bei den angeblichen Handwerkern und den Ordnungsamtsmitarbeitern könnte es sich um dieselben Männer gehandelt haben.

Einer sei 40 Jahre alt und 1,80 Meter groß gewesen. Er habe dunkelblonde Haare gehabt. Der Zweite sei 30 Jahre alt und dunkelhaarig gewesen. Beide Männer hätten unauffällige Kleidung getragen und Tablets bei sich gehabt.

Der mutmaßliche dritte Täter, der die Geschädigte am Mittwochmittag aufgesucht hatte, sei etwa 50 – 60 Jahre alt, dunkelblond und schlank gewesen. Er habe unter anderem eine dunkle Hose getragen.

Die Polizei hat noch am Mittwoch die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die Angaben zu den unbekannten Tätern machen können, werden gebeten, sich mit den Ermittlern in Verbindung zu setzen: Telefon 0441/790-4115

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Quelle: Polizeiinspektion Oldenburg – Stadt / Ammerland
Artikelbild: Nancy Beijersbergen / Shutterstock

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