Handyverbot an Tankstellen: Wirklich so gefährlich?

Andre Wolf, 28. Oktober 2019
Artikelbild von Montri Nipitvittaya / Shutterstock.com
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Da steigt er aus seinem Auto aus. In der Hand ein Smartphone, er telefoniert. Dabei geht er um den Wagen, öffnet den Tankverschluss, greift zur Zapfpistole und betankt sein Fahrzeug.

Und es passiert rein gar nichts. Nichts explodiert, nirgends fliegen Funken. Telefonieren trotz Handyverbot an Tankstellen: So viele machen es, nie ist was passiert. Wir erklären, warum das so ist!

Ja, da stehen wir nun und fragen uns, warum im Zeitalter der allgegenwärtigen Mobilfunkkommunikation noch nicht eine Tankstelle in die Luft geflogen ist. Die Antwort darauf ist recht einfach: Der Mobilfunk ist daran gar nicht schuld!

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Bei einem Handyverbot an Tankstellen geht es nämlich gar nicht um irgendwelche Funkwellen, die womöglich mit dem Treibstoff reagieren und ihn zur freiwilligen Selbstentzündung bringen. Nein, dieses weit verbreitete Bild in den Köpfen ist Unsinn.

Handyverbot an Tankstellen: Die Herkunft

Tatsächlich ist der Grund für ein Handyverbot an Tankstellen vielen Menschen nicht geläufig. Es geht hier tatsächlich um die Akkus und um die rein theoretische Möglichkeit, dass so ein Akku aus dem Gerät fallen kann, ungünstig auf den Boden schlagen, dabei dann Funken entstehen und diese Funken Benzingase entzünden.

Klingt verrückt theoretisch, ist daher auch noch nie in der Praxis eingetreten. Zudem moderne Smartphones integrierte Akkus haben, die gar nicht mehr ohne weiteres aus dem Gerät fallen können.

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Im Grunde haben wir es tatsächlich mit einer Art Dinosaurier unter den Verboten zu tun. Dennoch findet man diese Verbotsschilder. Der Grund dürfte eine Mischung aus Unwissenheit und übertriebener Vorsicht im Falle eines eventuellen Schadens sein, falls doch mal ein Smartphone Anlass für eine Explosion sein sollte. An der Stelle steht man als Tankstellenpächter zumindest gut bei der Versicherung da.

Insofern müsste jedoch das Handyverbot an Tankstellen auf alle Geräte ausgeweitet werden, die einen Akku besitzen, welcher auf den Boden fallen kann.

Wenn sich die Katze an der Tankstelle in den Schwanz beißt

Spannend wird es nun bei mobilen Bezahlmethoden: Was tun, wenn sogar Mineralölkonzerne für mobile Bezahlmethoden an Tankstellen werben? Die OMV beschreibt:

Schnelles Tanken, einfaches Bezahlen und mehr Komfort: Ab sofort gibt es an allen OMV Stationen in ganz Österreich die Möglichkeit, mobil zu bezahlen. Mit wenigen, einfachen Schritten können OMV Kundinnen und Kunden ihre Tankrechnung direkt an der Zapfsäule mit ihrem Smartphone bezahlen.

Nehmen wir es also in Zukunft mit ein wenig mehr Gelassenheit, wenn jemand an einer Tankstelle ein Smartphone in der Hand hält. Die Chance, dass uns die Zapfsäulen im nächsten Moment um die Ohren fliegen, sind dann doch eher verschwindend gering.

Hinweis: Nein, wir rufen hiermit natürlich NICHT dazu auf, sich über irgendwelche Verbote hinwegzusetzen.

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