Artikelbild von Peter J. Wilsonk  / Shutterstock.com

Waldbrände in Kalifornien – Ein düsterer Blick in die Zukunft?

Von | 30. Oktober 2019, 11:57

Zwei große Naturbrände haben die Medienlandschaft dieses Jahr beherrscht. Einerseits die Brände im Amazonas-Regenwald, die wohl die nachhaltigste Naturkatastrophe der letzten Jahrzehnte darstellt, und die anhaltenden Waldbrände in Kalifornien, die sich in ihrer Regelmäßigkeit jedes Jahr wiederholen und dabei verschlimmern.

Es wirft zurecht die Frage auf, warum ausgerechnet die Welt ihren Fokus erst dann auf Waldbrände in Kalifornien wirft, wenn Thomas Gottschalk oder Arnold Schwarzenegger ihre Luxusvillen aufgrund der Brandgefahr verlassen müssen, aber so wird dem durchschnittlichen Bewohner Mitteleuropas zumindest vor Augen geführt wie unsere nicht allzu ferne Zukunft aussehen könnte.

Dass die Waldbrände jedes Jahr an Intensität zunehmen beweist ein kurzer Blick in die Statistik, die besagt, dass die 10 größten Waldbrände nach dem Jahr 2000 stattgefunden haben, die zwei Spitzenreiter jeweils im Jahr 2017 und 2018, wobei im letzten Jahr 85 Menschen starben und fast 19.000 Gebäude von den Flammen vernichtet wurden. Die amerikanische Kleinstadt Paradise wurde vollständig zerstört. Der Sachschaden wird auf 24 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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Auslöser der Waldbrände sind einerseits in menschlichen Fehlern zu suchen, durch Starkwinde können Funken von Stromleitungen auf den trockenen Boden fallen und dort Brände auslösen, andererseits sind auch weggeworfene Zigarettenstummel und geplatzte Autoreifen oft Brandursache.

Viel wichtiger als der direkte Auslöser ist jedoch die dahinterstehende Ursache der Brände, nämlich die zunehmende Trockenheit der Wälder.
Der Klimawandel, der für Wetterextreme sorgt – im Fall Kaliforniens für lange Dürreperioden, in denen Regenfälle teilweise vollständig ausbleiben – und die steigenden Temperaturen zeigen ihre fatale Wirkung, wenn menschengemachte Feuer dazukommen.

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Verfolgt man die Durchschnittstemperatur im US Bundesstaat, so ist diese seit 1896 um 1,8 Grad angestiegen. Nebenwirkung dieses Anstieges ist die Senkung der Luftfeuchtigkeit, was wiederum die Ausbreitung der Feuer innerhalb der Wälder und die Entzündbarkeit des Gehölzes begünstigt.
Die jährlich durch Waldbrände zerstörte Fläche, Natur und Lebensraum des Menschen eingeschlossen, hat seit 1972 um mehr als 400 Prozent zugenommen.

Die Lebensumstände für die Menschen in den Waldbrandregionen werden zunehmend kritisch. Die kalifornischen Behörden schalten immer öfter vorsorglich den Strom ab, um weitere Brände zu verhindern; drei Millionen Menschen haben derzeit keinen Strom, in den betroffenen Gebieten herrscht Ausgangssperre für Kinder, Schulen und öffentliche Gebäude sind geschlossen.

Waldbrände: Ein Szenario für Europa?

Wer sich die Folgen des Klimawandels in näherer Zukunft vorstellen möchte, muss seinen Blick auf den sonnigen US-Bundesstaat richten.
Das Szenario ist auch in Europa denkbar.

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Laut dem offiziellen EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus Service gab es 2019 bis März in Europa bereits 480 Waldbrände. Im Vergleich zu den Jahren 2008 bis 2018 wurde diese Anzahl erst Mitte August erreicht. Vor allem Osteuropa (Rumänien, Kroatien) hat mit zunehmenden Waldbränden zu kämpfen, die enorme Sachschäden anrichten und durch die steigenden Temperaturen und Trockenheit begünstigt werden.

Wer bei der Klimakatastrophe an den Spielfilm „The Day After Tomorrow“ von Roland Emmerich aus dem Jahre 2004 denkt und dabei zu Recht schmunzelt, weil der Film die Klimakatastrophe völlig übertrieben darstellt, dem sei gesagt, dass die Klimakatastrophe nicht in einem spontanen Einfrieren von Städten stattfindet, sondern sich schleichend in den Lebensbereichen und den Alltag ausbreitet. Die größte Gefahr besteht darin, dass die damit verbundenen Einschränkungen, wie regelmäßiger Stromausfall oder Ausgangssperren als Normalität wahrgenommen werden und der Ernst der Situation über lange Zeit nicht richtig oder gar nicht eingeschätzt wird.

Die Waldbrände werden Kalifornien auch 2020 überkommen, und es ist die Frage zu stellen, wie lange das Gebiet dort für Menschen noch bewohnbar sein wird.

Verweise

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Autor: Alexander Herberstein, Artikelbild von Peter J. Wilsonk  / Shutterstock.com
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