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Protein-Boom: Gar nicht so toll!

Von | 26. September 2019, 12:42

Alle paar Jahre ergießt sich über Deutschland ein neuer Ernährungstrend mitsamt ernährungstechnischem Halbwissen.

Einer der berühmtesten Trends vor Protein war die „Null Fett“ Zeit, in der jedes Produkt, das auch nur einen Milligramm Fett enthielt als ungesund und dickmachend abgelehnt wurde.

Die Folge war ein regelrechter Boom der sogenannten „Light Produkte“, die eine Fettreduktion versprachen und sich somit als die „gesunde Alternative“ auf dem Markt platzierten. (Man denke an diverse Light Aufstriche und Light Joghurts)
Realität hinter diversen Light Produkten war und ist jedoch, dass diese, um den Geschmack aufrecht zu erhalten, schlichtweg auf die Volksdroge schlechthin zurückgreifen: Zucker.

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Jeglicher Anteil an Fett wurde mit Zucker ersetzt, weshalb das Produkt zwar formal kein Fett enthielt, jedoch aufgrund des erhöhten Zuckeranteils noch ungesünder und dickmachender war als vorher.

Erst nach und nach wurde von der Ernährungswissenschaft nachgewiesen, dass es sich bei Fett keineswegs um einen tödlichen Zusatzstoff in unserer Ernährung handelt, dieses vielmehr in Maßen genossen sogar überlebenswichtig ist und der übermäßige Genuss von Zucker wesentlich verheerendere Auswirkungen auf die Volksgesundheit hat, als Fett.

Der nächste ebenso boomende Trend, war die Beimengung von Vitaminen zu jedem erdenklichen Lebensmittel. Sogar Coca Cola fügte seinem Kaltgetränk zusätzliche „Vitamine“ hinzu, um das Getränk gesünder wirken zu lassen.

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Tatsache ist hier, dass der menschliche Körper die meisten Vitamine in solchen Mengen entweder gar nicht aufnehmen kann oder es sich um Vitamine handelte, die bereits in normalen Lebensmitteln in Übermengen vorhanden waren, sodass das Vitamin einen Nullwert darstellte.
Dennoch erfüllte das Vitamin eine schwierige Aufgabe: Das Produkt wurde von Konsumenten als „gesund“ angesehen.

Ein neuer Trend, der sich in Deutschlands Supermärkten neuerdings breitmacht, ist das Geschäft mit Protein.

Proteine, umgangssprachlich Eiweiß, finden sich in jeder Zelle und machen zumeist mehr als die Hälfte des Trockengewichts aus. Sie dienen ihr als molekulare „Werkzeuge“ und erfüllen je nach der besonderen Struktur unterschiedliche Aufgaben, indem sie beispielsweise Zellbewegungen ermöglichen, Metabolite transportieren, Ionen pumpen, chemische Reaktionen katalysieren, oder Signalstoffe erkennen können. Überwiegend aus Proteinen bestehen so auch Muskeln, Herz, Hirn, Haut und Haare.

Immer mehr Deutsche gehen jedes Jahr in Fitnessstudios, auf diverse Fitnessmessen, oder betreiben Sport in ihrer Freizeit. Angetrieben durch die perfektionierte Marketingmaschinerie auf diversen sozialen Medienplattformen wird dem idealen Körperbild alles untergeordnet. Auch die Ernährung.

Als Faustregel gilt: Protein hilft dem Muskelaufbau, Protein ist das Wichtigste!

Auch hier ist festzuhalten: Ja, Protein ist tatsächlich ein Kernelement des Muskelaufbaus, allerdings ist die Menge, die der menschliche Körper pro Tag aufnehmen soll begrenzt.

„Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, etwa 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu essen. Egal ob man eine Frau oder ein Mann ist. Die Obergrenze sind 2 g pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine 60 kg schwere Frau bedeutet das, dass sie zwischen 48 und 120 g Eiweiß pro Tag essen darf.“ (gofeminin.de)

Ein Übermaß an Protein ist, wie bei fast allen Nahrungsinhaltsstoffen, nicht gesund.
Tatsächlich werden aber diversen Alltagslebensmittel, wie Joghurt, Milch oder sogar Brot Protein beigemischt, um diese als „Sportlervariante“ zu verkaufen.
Nebenbei wird dieser Trend mit „Null-Fett“ kombiniert, um die ultimativ gesunde Variante anzubieten.

Auch hier liegt der Teufel im Detail: Fett ist Geschmacksträger und wird durch Zucker ersetzt.
Achtet man bei diversen „Protein-Produkten“ auf den Zuckeranteil, so ist dieser im Vergleich zu anderen „Normal-Produkten“ astronomisch hoch, um das Geschmacksgleichgewicht wiederherzustellen.

Deshalb gilt: Jedes Lebensmittel sollte ausgeglichene Zusatzstoffe haben. Fett, Zucker und Proteine sind per sé nicht ungesund und der menschliche Körper braucht von allem etwas, um effizient zu arbeiten. Wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift.

Anstatt also zu „Sportler – Variante“ zu greifen, wäre es deshalb klüger auf die eine oder andere Süßigkeiten Sünde, zu verzichten, um den Muskelaufbau zu forcieren.

Auch hier gilt: Am Ende des Tages soll das Leben Spaß machen und nicht aus endloser Quälerei, mit dem Streben nach Perfektion bestehen.

Autor Alexander Herberstein / Artikelbild von NatalyaBond / Shutterstock.com

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