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Gratiswohnungen für Flüchtlinge? – Eine Stellungnahme

Ralf Nowotny, 17. Juli 2018
Gratiswohnungen für Flüchtlinge? - Eine Stellungnahme
Gratiswohnungen für Flüchtlinge? - Eine Stellungnahme

Auf Facebook wird von der AfD behauptet, es entstünden in Hamburg-Lokstedt auf 18.000 Quadratmetern Gratiswohnungen für über 500 Flüchtlinge.

Die zuständige Behörde möchte diese Behauptung nicht hinnehmen und erklärt, was es mit dem Bauvorhaben auf sich hat.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

So schreibt die AfD Bezirk Hamburg-Eimsbüttel auf ihrer Facebook-Seite:

„Diese Bilder sind Dokumente der Unterlegenheit der Bürger gegenüber der Macht des rot-grünen Hamburger Senats. Gegen den erbitterten Widerstand vieler Anwohner baut die Stadt auf einem ehemaligen Wetland im #Hagendeel in Hamburg-Lokstedt eine weitere Siedlung für das Gratis-Wohnen sogenannter Flüchtlinge. Rund 18 000 Quadratmeter Überschwemmungsfläche wurden aufgeschüttet und versiegelt, um darauf zahllose Häuser zu bauen. Es wurde eigens eine Straße zu der neuen Großsiedlung gebaut.
Mehr als 500 Personen werden dort künftig im Rahmen der sündhaft teuren „Öffentlich-rechtlichen Unterbringung“ kostenlos wohnen. Mit ungeahnten Folgen für das Viertel, für die Schulen, für die Kitas und ja, auch für die Sicherheit der Menschen, die dort seit Jahrzehnten wohnen.
Betreiber des neuen Gratis-Wohnraums für Nicht-Deutsche ist wie immer „fördern und wohnen“, das städtische Unternehmen mit dem Goldesel im Keller. Ein Goldesel, der bekanntlich von Ihnen allen gefüttert wird.“

Die zuständige Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration möchte diese Behauptungen nicht auf sich beruhen lassen und geht deswegen auf ihrer Homepage auf die einzelnen Punkte ein. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir die Stellungnahme der Behörde, welche auch auf der oben verlinkten Homepage zu finden ist, hier ebenfalls wiedergeben:

Die AfD-Eimsbüttel behauptet:

„18 000 Quadratmeter Überschwemmungsfläche wurden aufgeschüttet und versiegelt…“

Das ist falsch! 

Rund 15.700 Quadratmeter werden bebaut. Die Fläche wurde erhöht und keinesfalls vollflächig versiegelt. Der umlaufende Bereich wurde so gestaltet, dass er weiterhin – im Falle eines sogenannten „Jahrhundertregens“ – Überschwemmungen kompensieren kann und die Flächenerhöhung voll ausgleicht.

„…, um darauf zahllose Häuser zu bauen.“

Das ist falsch!

Es entstehen nicht zahllose Häuser, sondern insgesamt 22 Pavillonhäuser für wohnungslose (ehemals obdachlose, wohnungslose bzw. geflüchtete) Menschen. In zwei weiteren Pavillonhäusern befinden sich die Büros des Personals / Unterkunfts- und Sozialmanagements von f & w.

„… Gratis-Wohnraums für Nicht-Deutsche…“ / „… der sündhaft teuren „Öffentlich-rechtlichen Unterbringung“ kostenlos wohnen.“

Das ist falsch!

Die Unterkunft dient der öffentlich rechtlichen Unterbringung, mit der die Obdachlosigkeit von 528 Menschen verhindert wird. In dieser Unterkunft erhalten Menschen, die ihre Wohnung verloren haben oder noch nie eine hatten, eine Bleibe auf Zeit.

Ein Unterkunftsplatz ist keine Wohnung. In einer Wohnunterkunft gibt es 2-Bett-Zimmer. Die Sanitäranlagen, Kochmöglichkeiten und Waschmaschinen werden gemeinsam genutzt.

Die Wohneinheiten haben einen wohnungsartigen Zuschnitt. In einer Wohngemeinschaft teilen sich mehrere Personen oder Familien eine Wohneinheit.

Die Unterkunft ist nicht gratis. Wer sie in Anspruch nimmt, hat eine Gebühr zu entrichten. Die Gebühren tragen Personen mit einem Einkommen selbst – die Gebührenhöhe entnehmen sie der Gebührenordnung für öffentlich veranlasste Unterbringung. Ist die Person mittellos, übernimmt die öffentliche Hand die Gebühr. Der Bund trägt bei Flüchtlingen den größten Teil dieser Kosten.

Quelle: Hamburg.de


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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