Video zeigt kein Graphenoxid in Petrischale.

Andre Wolf, 20. September 2021
Falsch
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Graphenoxid. Das ist auch wieder so ein Wort, was bis vor wenigen Wochen niemand kannte. Geschweige denn schreiben konnte.

Ja, wir haben wieder ein neues Panikwort. Graphenoxid. Ein Begriff, mit dem die meisten Menschen überhaupt nichts anfangen können. Ein Begriff, den die meisten Menschen auch gar nicht bis vor kurzem gekannt haben. Doch auf einmal taucht dieser Begriff im Umfang mit Impfungen auf. Und er soll uns Angst machen!

Graphenoxid, das soll diese komische Masse sein, die sich in unserem Körper einnistet. Die uns magnetisch macht. Die wie ein Parasit in unserem Körper wächst. Wir haben bereits mehrere Artikel über Graphenoxid verfasst und dort auch schon gezeigt, welcher Unsinn verzapft wird. Und jetzt ist ein Video unterwegs, das ebenfalls in einem unsinnigen Kontext gezeigt wird. Angeblich sehen wir in diesem Video, wie sich Graphenoxid in unserem Körper bzw. in Flüssigkeiten ausbreitet:

Die Sache mit dem Graphenoxid
Die Sache mit dem Graphenoxid

Über Graphenoxid

Zunächst zwei Dinge vorangestellt: wir haben einen Artikel zum Thema Impfstoffe und Graphenoxid generell (hier), sowie speziell über Graphenoxid im Pfizer-Impfstoff (hier). Daher kurz an dieser Stelle die Wiederholung, was graphenoxid eigentlich sein soll.

Bei Graphenoxid handelt es sich um ein einatomiges, kohlenstoffbasierendes Schichtmaterial, das durch die Oxidation von Graphit hergestellt wird. Wenn es chemisch reduziert wird, kann Graphenoxid Graphen bilden, das als „das stärkste, dünnste und leitfähigste Material der Welt“ gilt.

Ist dieses Zeugs in den Impfungen vorhanden? Nein!
Was zeigt dann dieses Video? Etwas völlig anderes!

Was sehen wir denn dann in dem Video?

Dieses Video wird zur reinen Panikmache verwendet. Wir sehen dort weder graphenoxid, noch irgendetwas, was mit Impfungen zu tun hat. Die Faktenprüfer von AFP haben herausgefunden, dass dieses Video kleine Kugellager in Rizinusöl zeigt. Genauer gesagt beschreibt AFP:

Im Video wird erklärt, die Petrischale sei von einem negativ geladenen Metallring umgeben und mit Rizinusöl und Kugellagern gefüllt. Über der Petrischale sei ein Draht angebracht, der an ein Hochspannungsnetzteil angeschlossen ist. Beim Anlegen einer großen Spannung würden die Kugeln in der Mitte der Schale beginnen, Ketten zu bilden und sich zu den Rändern hin auszubreiten.

Das Video wurde erstmals im Februar 2015 auf dem Youtube-Kanal der Stanford Complexity Group hochgeladen. Darin wird auch genau erklärt, was sie machen. Also nichts mit Graphen zumindest:

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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