Graphenhydroxid: Verschwörungstheorie zu Impfungen

Andre Wolf, 13. Dezember 2021
Graphenhydroxid: Verschwörungstheorie zu Impfungen
Graphenhydroxid: Verschwörungstheorie zu Impfungen

Was hat es mit Graphenhydroxid auf sich? Ist dieses „Zeug“ wirklich in den Impfungen enthalten und zerschneidet uns von innen?

Graphenhydroxid. Bitte nicht verwechseln mit Graphenoxid (wir haben mehrfach berichtet). Das ist angeblich ein ganz anderer Stoff, der in den Impfungen vorhanden sein soll. Doch das ist Quatsch.

Die Geschichte um Graphenhydroxid verbreitete der deutsche Chemiker Andreas im November 2021. Die Verschwörungstheorie besagt, dass die Hersteller von Corona-Impfstoffen heimlich in ihre Impfstoffe dieses mysteriöse Graphenhydroxid mischen.

Soweit, so gut. Dieses Graphenhydroxid solle jedoch im Körper wie ein Rasiermesser wirken und ihn von innen zerschneiden. Quasi eine Art Klinge aus Kohlenstoffketten. Und je mehr wir uns impfen lassen, desto mehr dieser Klingen hätten wir im Körper. Klingt verrückt, ist es auch.

Faktencheck Graphenhydroxid

Die österreichische Zeitung „Die Presse“ hat in einem Podcast die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien zu diesem Thema befragt. Ihre klare und kurze Antwort lautet: Das ist Humbug!

Redlberger-Fritz spricht davon, dass es sich um ein reines Gerücht handelt. Ein Gerücht, das speziell auf Plattformen von Impfskeptikern zirkuliert. In dem Podcast erklärt sie auch, was Graphenhydroxid ist.

Graphenhydroxid ist letztendlich nichts anderes eine Vorstufe von einem Graphen. Und ein Graphen ist nichts anderes als ein Kohlenstoff, eine zweidimensionale Kohlenstoffstruktur. Was diese in einem Impfstoff bewirken soll und überhaupt dort verloren hätte, entzieht sich jeder Erklärung. Zudem müsste so ein Stoff als Inhaltsstoff deklariert sein. Das wird streng von der EMA kontrolliert.

Und nun betreten wir den Bereich der Verschwörungstheorien. Denn diese Verschwörungstheorie setzt voraus, dass alle Prüfinstanzen, alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Impfungen untersuchen, unter einer Decke stecken und die Präsenz von Graphenhydroxid bewusst verschweigen wollen. Ebenso wie dessen Gefährlichkeit und dem „Plan“ der dahinter stecken würde (Bevölkerungsreduktion?). Das erfüllt letztendlich die Basikriterien von Verschwörungstheorien.

Hier noch der Podcast mit der entsprechenden Antwort der Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien ab Minute 18:25:

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