Das weiß Google alles über Dich!

Andre Wolf, 29. März 2018

Warum es nutzlos ist, seinen Facebook Account zu löschen und seinen Google Account zu behalten.

The Guardian hat es getestet: wer erhebt mehr Daten, Facebook oder Google? In dem Artikel „Are you ready? This is all the data Facebook and Google have on you”[1] von Dylan Curran vergleicht der Autor die gesammelten Daten von Facebook und Google über ihn.

Dies dürfte vor allem für Googleaccountinhaber interessant sein, denn Curran gestaltet diesen Selbsttest für jeden nachvollziehbar und wir möchten euch die Links aus dem Artikel, über die du auch die Daten über dich anschauen kannst, nicht vorenthalten. Hinweis: diese Links funktionieren nur dann, wenn man in sein Googlekonto eingeloggt ist.

Das weiß Google über dich!

Ok, auf geht es. Und zwar in der Reihenfolge, wie auch Curran die Links vorstellt.

Standort

Beginnen wir mit der Standortanalyse. Wo warst du überall? Dein Google-Account verrät es:

https://www.google.com/maps/timeline?pb

Google speichert deinen Standort, sobald dein GPS aktiviert wird. Man kann ein wenig mit der Zeitleiste spielen und somit auch schauen, wann man wo gewesen ist.

Suchverlauf

Google speichert auch deine Onlineaktivitäten. Was man gesucht, gelöscht und geöffnet hat. Man kann den Suchverlauf einsehen, und zwar von allen angemeldeten Geräten.

https://myactivity.google.com/myactivity

Anzeigeneinstellungen

Google erstellt ebenso ein Anzeigenprofil, basierend auf allen gesammelten Informationen. Dabei spielen Standort, Geschlecht, Alter, Hobbys, Karriere, Interessen, Beziehungsstatus, mögliches Gewicht und Einkommen in die Analyse ein.

https://www.google.com/settings/ads/

Deine Apps

Natürlich weiß Google auch, wann du welche App nutzt und wie oft du diese nutzt. Weißt du selbst das auch?  Wenn nicht, dann ist das nicht schlimm, Google hilft dir:

https://myaccount.google.com/permissions?pli=1

YouTube

Da YouTube zu Google gehört, weiß Google natürlich auch, welche Videos du auf YouTube geschaut hast. Daraus kann man natürlich analysieren, wie man gerade so drauf ist, wo Vorlieben liegen, ja gar auf bestimmte Charakterzüge schließen.

https://www.youtube.com/feed/history/search_history

Dein persönliches Archiv

Natürlich hast du auch die Möglichkeit, die uninterpretierten Daten, welche Google über dich gesammelt hat, herunterzuladen. Google bietet die Möglichkeit, alle über Sie gespeicherten Daten herunterzuladen.Curran schreibt in seinem Artikel, dass seine Persönliche Datei eine Größe von 5,5 GB hat, das entspricht seiner Ansicht nach ungefähr 3 Mio. Word-Dokumenten.

In dieser Datei ist wirklich so alles drin, von Terminen über E-Mails, was man so über Googledienste gemacht hat. Hier der Link:

https://takeout.google.com/settings/takeout

Gegencheck: Facebook

Natürlich weiß Facebook auch viel über dich, in seinem Sebsttest zeigte sich jedoch, dass die angeforderte Datei mit den persönlichen Daten auf Facebook gerade mal gut 10% der Größe der Googledaten ausmachte. Natürlich kannst auch du, ja jeder Facebooknutzer, die Daten von Facebook anfordern:

Du kannst deine Informationen in deinen „Einstellungen“ herunterladen. So kannst du deine Informationen herunterladen:

  1. Klicke oben rechts auf einer beliebigen Facebook-Seite auf und wähle „Einstellungen“ aus
  2. Klicke unten in den allgemeinen Kontoeinstellungen auf „Eine Kopie deiner Facebook-Daten herunterladen
  3. Klicke auf „Mein Archiv aufbauen

Da dieser Download deine Profilinformationen enthält, solltest du ihn sicher aufbewahren und vorsichtig sein, wenn du ihn auf anderen Geräten speicherst, an diese verschickst oder auf diese hochlädst.

Facebook-Bashing?!

Dieser Selbsttest zeigt recht deutlich, dass man in der Diskussion um Datenschutz und Datenanalyse nicht allein nur auf Facebook schauen darf. Es muss uns allen einfach bewusst sein, dass Social Media und unendgeltliche Dienste im Netz keine Wohlfahrtseinrichtungen sind, sondern diese natürlich eine Gegenleistung verlangen.

Diese Leistungen bestehen darin, dass man eben auch das Netzwerk oder den Dienst nutzt und diese Daten gespeichert und ausgewertet werden dürfen. Je nach AGB und Dienst können diese Daten dann auch an Dritte weitergereicht werden.

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Verteufeln wir also nicht, sondern lernen wir daraus.

Wer also Facebook aus Angst vor Datensammlerei verlassen will, sollte gleichzeitig auch Abstand von allen anderen Diensten nehmen, die Daten sammeln.


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