Geschichte der Kryptografie – Ägypten

Geschichte der Kryptografie – Ägypten

Kryptografische Verfahren sind kein genuin modernes Phänomen, sondern finden Anwendung seit etwa 2000 vor Christus.

Aufzeichnungen über geheime Hieroglyphen legen nahe, dass die auf ihnen enthaltenen Informationen so aufzubereiten versucht wurden, dass sie sicher vor der Einsichtnahme unbeteiligter Akteure waren. In der Sekundärliteratur zu der Thematik findet sich die Einschätzung, dass beinahe jede Kultur, die Schriftsprache verwendet hat, auch entsprechende Mechanismen erarbeitet hat, um die Nachrichten zu verschlüsseln.

In dem vorliegenden Abschnitt, der dem geschichtlichen Kontext kryptografischer Verfahren angehört, werden altägyptische Verschlüsselungstechniken vorgestellt.

Abbildung: John Bodsworth
Abbildung: John Bodsworth

Eine erste Visualisierung dieser kryptografischen Verfahren in vormoderner Zeit bietet eine Keilschrifttafel aus Mesopotamien, die eine verschlüsselte Anleitung zur Herstellung einer Tonglasur enthält.

Forscher gehen davon aus, dass diese als eine erste Methode zur Verhinderung von Industriespionage gebraucht wurde. Sie sind das erste dokumentierte Beispiel, wie die Weitervermittlung von Informationen innerhalb einer Schriftsprache zu limitieren versucht wurde. Im dritten und zweiten Jahrtausend vor Christus finden sich nur vereinzelte verschlüsselte Schriftstücke mit besagten Hieroglyphen, in religiösen alt- und spätägyptischen Texten wurde diese vielfach belegt.

Insbesondere bei der Verschlüsselung längerer religiöser Texte kamen systematische Verschlüsselungen zum Einsatz, die zur Ausbildung einer eigenen Unter-Kryptografie führten. Für kürzere Texte wurden nicht-standardisierte Techniken verwendet, die häufig eigens für diesen entwickelt wurden.

 

Verwendete Sekundärliteratur:

  • Assmann (1992): Zur Ästhetik des Geheimnisses. Kryptographie als Kalligraphie im alten Ägypten.
  • Fischer (1997): Hieroglyphen. Cryptography. In: Lexikon der Ägyptologie Bd. II.