10 Gründe, warum man Gerüchte prüfen sollte!

Tom Wannenmacher, 31. Oktober 2021
Artikelbild: Pexels / cottonbro
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Virale Gerüchte sind eines der am meisten verbreiteten Phänomene in sozialen Netzwerken.

Von Nutzer zu Nutzer weitergegeben, tauchen täglich die verschiedensten Gerüchte auf. Aber obwohl viele dieser Geschichten harmlos erscheinen und/oder viele Nutzer sie „besser einmal zu viel“ weitergeben, erkennen viele nicht, dass sie dadurch Lügen und Unsicherheiten verbreiten können. Hier 10 Gründe, warum man Gerüchte zuerst prüfen sollte, bevor man sie weitergibt.

Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten…


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten führt dazu, dass soziale Netzwerke immer weniger dazu geeignet sind, wirkliche Tatsachen zu verbreiten.

Von allen Gründen, aus denen man sichergehen sollte, dass die verbreiteten Informationen korrekt sind, ist dies – unserer Meinung nach – der wichtigste und universell gültige.
Wer kennt nicht Aesops Fabel vom “Jungen, der Wolf schrie”? Dies ist exakt dasselbe Prinzip. Jedes Mal, wenn jemand vermeintlich wichtige und echte Informationen an seine Freunde verteilt, sinkt das Ausmaß, in dem auf derlei Nachrichten reagiert wird, selbst wenn sie einmal den Tatsachen entsprechen sollten – Der „Ach-das-schon-wieder-Effekt“!

Facebook, Twitter, Instagram, TikTok und CO bieten fantastische Möglichkeiten, Informationen einer großen Masse zur Verfügung zu stellen und die „Macht“ der viralen Verbreitung zu nutzen. Wir können im Positiven Dinge tun, wie Warnungen verbreiten, Nachrichten und Informationen aussenden, Geld sammeln und noch viele andere großartige Dinge mehr. Aber wir können dies nur effektiv tun, wenn die Informationen, die wir streuen, wahr sind, bzw. wir davon ausgehen können, DASS sie wahr sind.

Mit jeder Verbreitung falscher Informationen werden wir hinsichtlich der geschilderten Möglichkeiten beschnitten. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Nutzers sicherzustellen, dass die Informationen, die er mit seinen Freunden teilt, wahr sind.

Tut der Nutzer dies nicht, vermindert er damit nicht nur die Qualität seines eigenen Nutzens, sondern auch den aller anderen User. Wir sollten alle versuchen, Falschinformation und haltlose Gerüchte drastisch einzuschränken und die sozialen Medien zu einer effektiven und sogar wertvollen Kommunikations- und Informationsplattform zu machen.

Zu einem „Social Network“ im eigentlichen Sinne also. Denkt daran: Die meisten der im Umlauf befindlichen Gerüchte können mit einer einfachen Google-Suche oder einer Suche auf einschlägigen Hoax-Info-Seiten wie unserer in Minutenschnelle auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden.

Nehmt Euch die Zeit, benutzt Euren gesunden Menschenverstand und fragt im Zweifelsfall andere Leute (oder z.B. uns). Das wird nicht nur Euch helfen, sondern auch allen anderen, die soziale Netzwerke nutzen.


9 von 10 Gerüchte, die wir beobachten, sind entweder vollkommen falsch oder zumindest (bewusst) ungenau.

Von all den verschiedenen Bildern, Überschriften, Nachrichten und anderen Unterhaltungen, die uns gemeldet werden, sind 90% entweder zu ungenau, als dass man sie weiter verbreiten sollte, oder sogar schlichtweg falsch.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten sorgt für noch mehr falsche Gerüchte!

Falsche Gerüchte zu verbreiten, sorgt für noch mehr falsche Gerüchte! Wenn falsche Gerüchte nicht diesen Erfolg hätten, den sie momentan immer wieder haben, gäbe es erheblich weniger Nachahmer („Trittbrettfahrer“).
Diese Gerüchte zu verbreiten, sorgt lediglich dafür, dass es immer schneller neue Gerüchte gibt. Wenn ein Hoaxer sieht, dass „sein“ Hoax funktioniert, wird er vermutlich einen weiteren, ähnlichen, starten.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten zielt oftmals nur darauf ab, öffentliche Personen zu diskreditieren!

Falsche Gerüchte zu posten, zielt oftmals nur darauf ab, öffentliche Personen oder Firmen zu diskreditieren. Viele der Gerüchte sind reine Propaganda, und indem man sie verbreitet, hält man diese in Gang. Durch die Weiterverbreitung dieser Gerüchte hilft man den Leuten, die diese – oft aus reinem Eigennutz (Schädigung von Konkurrenten o.ä.) – in die Welt gesetzt haben.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten kann Scammern helfen!

Scammer lieben es, wenn falsche Gerüchte sich viral verbreiten, weil es für sie leichter ist, Opfer anzulocken, wenn viele Leute nach der gleichen Information suchen. Wenn virale Gerüchte im Umlauf sind, können Scammer Webseiten einrichten, die Nutzer in die verschiedensten Fallen tappen lassen – von unseriösen Abonnements bis hin zu Trojanern, die man sich im „Vorbeisurfen“ einfängt.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten kann Hetze gegen bestimmte Gruppen und selbst Rassismus fördern!

Falsche Gerüchte zu posten, kann Hetze gegen bestimmte Gruppen und selbst Rassismus fördern!


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten  kann dazu führen, sich selbst äußerst dumm dastehen zu lassen.

Gesetzt den Fall, ein Nutzer macht eines der Gerüchte zu seiner Statusmeldung: Minuten später postet einer seiner Kontakte einen aufklärenden Link zu einer Quelle, die die Statusmeldung als Hoax, Scam, Unwahrheit etc. entlarvt. Der Betroffene steht zumindest so lange als „Depp“ da, bis er merkt, was geschehen ist und seinen Status schnellstens wieder löscht.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten kann unnötige Panik unter den Nutzern auslösen.

Manche der „erfolgreichsten“ Gerüchte nutzen schwarzseherische, höchst emotionale oder Panik auslösende Themen (Hacker z.B.) als Zugpferd für ihren „Erfolg“. Fast alle dieser reißerischen Geschichten sind jedoch sachlich falsch oder zumindest skrupellos maßlos übertrieben. Sie sorgen nur für absolut unnötige Verunsicherung bis hin zur Panik, obwohl sie teilweise offenkundig falsch sind und man sie oft mühelos widerlegen kann.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten bringt oft mit sich, dass Fotos von Personen ohne deren Einverständnis …

Falsche Gerüchte zu posten bringt oft mit sich, dass Fotos von Personen ohne deren Einverständnis oder „ohne die dazu nötigen Rechte“ verwendet werden, was zu viel Ärger führen und unangenehme rechtliche Konsequenzen haben kann.

Oft herrscht das Gefühl vor, dass geteilte Fotos keinen Besitzer haben. Und wenn, dann wird der Besitzer dies „natürlich“ niemals sehen. Ein Trugschluss! Es gibt Fälle, in denen Bilder ohne Zustimmung des Eigentümers verwendet wurden und dies weitreichende Konsequenzen gehabt hat.

Beispiel: „Das Baby, das auf eine Herz-OP wartet, für die Facebook angeblich Geld pro „Like“ oder „Share“ spendet.“ Julie Chambers, die Mutter von Zoe, dem Kind, welches sich 2007 in der Tat einer Herz-OP unterziehen musste, ist mehr als verärgert, entrüstet und vor allem traurig, wenn sie mit ansehen muss, dass das Bild auch heute (2013!) noch geteilt wird. Ihre Tochter starb bereits 2008 an den Folgen der OP.
Wir haben darüber berichtet.


Falsche Gerüchte zu posten oder zu verbreiten  kann unschuldigen Menschen persönlichen Schaden zufügen.

Gerüchte, die Personen durch die Angabe von Namen, deren Adresse oder durch Fotos identifizierbar machen, haben das Potenzial, den Ruf der betroffenen Person ernsthaft und nachhaltig zu schädigen. Das geschieht unter Umständen bis hin zu einem Punkt, an dem selbst die Sicherheit der betroffenen Person gefährdet ist. Diese Gerüchte können unschuldige Menschen denunzieren und deren Leben sehr schwierig machen.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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