Update: Gefilmt statt geholfen – Der den in Heidenheim tödlich verunfallten Motorradfahrer filmende Mann hat sich den Behörden gestellt.

Janine Moorees, 19. September 2017

Ulm – Am Dienstagnachmittag hat der 27-jährige auf dem Polizeirevier Heidenheim vorgesprochen und zugegeben, der Fahrradfahrer zu sein, der am Sonntag an der Unfallstelle mit dem Handy Aufnahmen des verunfallten Motorradfahrers gemacht hat. Die Überprüfungen der Polizei bestätigten dies.

Gegen den in Heidenheim wohnenden 27-Jährigen laufen jetzt strafrechtliche Ermittlungen. Das von ihm verwendete Mobiltelefon wurde sichergestellt und wird insbesondere auch dahingehend ausgewertet werden, ob die – zwischenzeitlich angeblich gelöschten – Aufnahmen auch verbreitet oder weitergegeben wurden.
Bereits das Anfertigen einer Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, kann eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen gemäß § 201a Abs. 1 Nr. 2 StGB darstellen und eine Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren zur Folge haben. Außerdem kann das benutzte Aufnahmegerät eingezogen werden.
Quelle: Polizeipräsidium Ulm



Ulm – Tödliche Verletzungen erlitt am Sonntagnachmittag kurz nach 15:00 Uhr ein 29-Jähriger Motorradfahrer.

Dieser war mit seiner grünen Kawasaki auf der Bundesstraße 19 von Heidenheim kommend in Richtung Mergelstetten unterwegs. Trotz Verbot überholte er am Ortsausgang kurz vor einer Linkskurve mehrere Pkw, die von ihm aber weder behindert noch gefährdet wurden.
Beim Einscheren kam der 29-Jährige aus bisher unbekannten Gründen ins Schliddern, prallte gegen die rechte Leitplanke, fuhr daran mehrere Meter entlang und stieß letztendlich gegen eine Straßenlaterne. Bei dem Unfall erlitt der Fahrer so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb.
Neben mehrere Streifen der Polizei und des Rettungsdienstes war auch die Heidenheimer Feuerwehr zur Unterstützung am Unfallort eingesetzt. Zur Bergung und Unfallaufnahme musste die B19 bis gegen 17:00 Uhr für den Verkehr gesperrt werden. Es wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet.


Gefilmt statt geholfen

Völlig unverständlich ist derweil das Verhalten eines Fahrradfahrers, der unmittelbar zur Unfallzeit an der Unfallstelle war.
Der junge Mann im Alter von ca. 20-25 Jahren filmte bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit seinem Handy unbeeindruckt die Unfallstelle und den Verletzten. Danach behinderte er auch die Rettungssanitäter und den Notarzt bei ihrer Arbeit.
Gegen ihn wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Bei der Aktion wurde der Gaffer von einer sogenannten Dashcam gefilmt.
Quelle: Polizeipräsidium Ulm

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