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Gefälschte Benachrichtigungen von Paketdiensten im Umlauf

Tom Wannenmacher, 15. Dezember 2020
Artikelbild: Shutterstock.com/Von fizkes
Artikelbild: Shutterstock.com/Von fizkes

Warten Sie gerade auf ein Paket? Dann nehmen Sie sich vor gefälschten Benachrichtigungen per E-Mail oder SMS im Namen der Post, DHL oder anderen Paketdiensten in Acht!

Wie unser Kooperationspartner der Watchlist-Internet berichtet, versenden Kriminelle gefälschte E-Mails bekannter Zustelldienste und behaupten darin, es müssten 1-2 Euro Zustellungs- oder Zollgebühren bezahlt werden. Wird diese Gebühr per Kreditkarte bezahlt, buchen Kriminelle Monat für Monat 50-90 Euro ab.

Viele ÖsterreicherInnen warten aktuell noch auf die pünktliche Zustellung ihrer Weihnachtsgeschenke. Das wissen auch Kriminelle. Kriminelle geben sich daher als Post, DHL, GLS oder anderen Paketdienst aus und versuchen wartende KonsumentInnen unter einen Vorwand, in eine Internetfalle zu locken.

Versandgebühr von 1-2 Euro ausständig

In echt wirkenden E-Mails oder SMS – angeblich von bekannten Paketdiensten – behaupten Kriminelle, dass Ihr Paket nicht zugestellt werden kann. Die Gründe dafür sind vielfältig. Entweder wurde das Maximalgewicht überschritten, Versandkosten oder Zollgebühren nicht bezahlt oder andere Zuschläge werden plötzlich fällig. Sie werden aufgefordert 1-2 Euro per Kreditkarte zu bezahlen. Erst dann erhalten Sie Ihr Paket.

Vorsicht Abo-Falle

Mit der Bezahlung dieses Betrags tappen Sie aber in eine Abo-Falle. Kriminelle schreiben im Kleingedruckten, dass Sie mit der Bezahlung dieser Gebühr ein Abo abschließen, dass meist zwischen 50 und 90 Euro pro Monat kostet. Dabei handelt es sich jedoch um kein rechtmäßiges Vorgehen. Da die Kosten nicht unmittelbar unter dem „Bestell“- oder „Zahlen“-Button aufgeschlüsselt wurden, kommt kein gültiger Vertrag zu Stande.

Gefälschte E-Mails von Paketdiensten können auch Schadsoftware beinhalten oder auf Ihre Daten abzielen

Nicht immer zielen Kriminelle mit gefälschten Paket-Benachrichtigungen darauf ab, Sie in eine teure Abo-Falle zu locken. Oftmals werden Sie dazu verleitet einen Anhang zu öffnen, der Schadsoftware beinhaltet. Ein ebenfalls bekannter Zweck dieser betrügerischen Benachrichtigungen ist, an Ausweiskopien zu gelangen. Kriminelle behaupten, dass Ihr Paket erst weiter transportiert werden kann, wenn Sie Ihre Identität mit einer Ausweiskopie bestätigen. Vorsicht: Kriminelle können mit gestohlenen Ausweiskopien einen enormen Schaden anrichten, da sie Verbrechen in Ihrem Namen begehen.

Tipp: So überprüfen Sie Anhänge auf Schadsoftware.

Betrügerische Benachrichtigungen von echten unterscheiden

Mit diesen Tipps erkennen Sie betrügerische E-Mails in Zukunft sofort:

  • Werden Ausweiskopien oder die Zahlung von zusätzlichen Gebühren per Kreditkarte verlangt, können Sie von Betrug ausgehen.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler weisen auf ein unseriöses Schreiben hin.
  • Sehen Sie sich die E-Mail-Adresse des Absenders an. Ist diese unplausibel, handelt es sich um ein betrügerisches E-Mail.
  • Werden Sie auf eine Website verlinkt, sehen Sie sich die Internetadresse genau an. Oftmals handelt es sich um eine nachgebaute Website, die der echten sehr ähnlich ist.

So kündigen Sie betrügerische Abos:

Um weitere Abbuchungen zu verhindern und bisherige Beträge zurückzubekommen, können Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Suchen Sie auf Ihrer Kreditkartenabrechnung nach Kontaktmöglichkeiten.
  2. Kontaktieren Sie den unseriösen Abo-Anbieter und fordern Sie eine umgehende Kündigung sowie Rückerstattung der abgebuchten Beträge.
  3. Weisen Sie darauf hin, dass dieser Abo-Vertrag nicht rechtmäßig abgeschlossen wurden.
  4. Gehen die unseriösen Abo-Anbieter nicht auf Ihre Forderung ein, kontaktieren Sie Ihr Kreditkarteninstitut. Fordern Sie eine Rückerstattung der abgebuchten Beträge. Denn: Beträge, die Ihnen ohne Ihre Zustimmung abgebucht wurden (z.B. Beträge, auf die beim Kauf nicht ausreichend hingewiesen wurde oder die über den Wert Ihrer Bestellung hinausgehen), sind gemäß § 67 Zahlungsdienstleistungsgesetz 2018 von Ihrem Zahlungsdienstleister zurückzuerstatten.
  5. Versuchen Sie auch den Abo-Anbieter für weitere Abbuchungen von Ihrer Kreditkarte zu sperren, sofern dies möglich ist.
Quelle: Watchlist-Internet
Artikelbild: Shutterstock.com/Von fizkes


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