So bekommt man das neue Galaxy S9 für nur 1€?

Andre Wolf, 28. Mai 2018

Fake-News Webseite tarnt sich als „Der Standard” und verzapft Bullshit!

Und am Schlimmsten: am Ende verbirgt sich dahinter ein teures Abo, welches man nicht erkennt! Im Prinzip erkennt man anhand dieses Beispiels, dass Facebook immer noch Probleme damit hat, Falschmeldungen zu erkennen und entsprechend zu filtern. Was viele Nutzer verkennen: es geht hier nicht um irgendwelche ideologischen Inhalte, sondern um rein wirtschaftliche Interessen und Abzocke.

Auf Facebook wird man übrigens über einen irreführenden Teaser in diese Falle gelockt. Dieser Teaser findet sich auch in Form von gesponserten Beiträgen wider, Facebook verdient also letztendlich an der Abzocke mit. Dort ist diese Geschichte mit dem Köder eines Updates unterwegs, welches angeblich die Probleme des Gerätes beheben soll. Dieser Teaser sieht wie folgt aus:

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Ärgerlich: wer hier der Ansicht ist, einen informativen Artikel über ein Update zu Gesicht zu bekommen, findet sich auf einer Webseite wieder, die dem Webauftritt der Österreichischen Zeitung „Der Standard” nachempfunden ist.Auf den ersten Blick ist die Fälschung nicht zu erkennen: Aufbau, Darstellung, Format und Logo sind dem Original (siehe zufälligen Beispielartikel hier) nachempfunden. Es handelt sich bei dem Text um einen pseudoredaktionellen Inhalt, welcher frei erfunden ist.

Diese Art von bewusst gestaltet Fakenews, also ein sogenannter „fabricated Content” mit dem Ziel, am Ende Geld zu machen, ist übrigens nicht zum Ersten Mal unterwegs. Bereits im März 2018 haben wir eine sehr ähnlich gestaltete Fakenews erkennen können, in der es um ein iPhone ging, welches für 1€ versendet wird.Vorsicht daher bei unwahren Behauptungen wie dieser hier:

Die Fakenews hat einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinerlei Wahrheitsgehalt hat und auch gar nicht die Intention hat, wahr zu sein. Kommerziell betriebene Fake-News lehnen sich übrigens generell sehr gerne an Namen und Optik bekannter, echter Newswebseiten an. Dabei ist es irrelevant, welche Verlage und Redaktionen missbraucht werden, Hauptsache es wirkt authentisch. Bei dem veröffentlichten Texten handelt sich um eine pseudoredaktionelle Geschichten, verpackt in der Optik einer Nachrichtenwebseite.

In diesem frei erfundenen Text wird massiv eine Webseite beworben beworben.Auf dieser soll man angeblich das Smartphone bekommen. Doch Vorsicht: Es handelt sich hierbei um einen teuren Abodienst. Beim Aufrufen dieses Links meldete sich direkt unsere Schutzsoftware und warnt vor der verlinkten Webseite:

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Holen Sie sich das neue iPhone X

Lasst man den Seitenaufbau zu, wird es besonders kunterbunt: man wird aus dem gefälschten Artikel heraus auf eine Webseite verlinkt, die ein iPhoneX für nur einen Euro anbietet. Man müsse lediglich angeben, wohin dieses iPhone gesendet werden soll. Was diese Seite jedoch nicht deutlich darstellt, sind die hinterlegten Vertragsbedingungen.

Diese werden außerhalb des sichtbaren Bereiches beschrieben und haben es in sich. Man kann und darf hier von einer Verbrauchertäuschung sprechen, denn auf diese Weise ist der Abschluss eines Vertrages weder gültig, noch erlaubt! Und dieses 1 € iPhoneX ist mit knüppelharten Bedingungen verknüpft, die erst deutlich werden, wenn man an den Boden der Seite scrollt. Dieser Text findet sich in dünn gedruckten Buchstaben, die kaum lesbar sind und erst durch Scrollen sichtbar werden:

Was ist das?
„Das ist nicht nur irgendein neues Spiel. Es wurde von Spielexperten entworfen und trainiert Ihren Geist, während es gleichzeitig Spaß macht. Stimulieren Sie Ihr Gehirn auf eine Art und Weise, die Sie nie für möglich gehalten hätten!“

Wie viel kostet das?
„Es ist ganz einfach, Ihre Mitgliedschaft zu kündigen. Die Mitgliedschaft hat eine Probezeit von 3 Tagen. Wird die Mitgliedschaft während der Probezeit nicht gekündigt, werden Ihnen alle 30 Tage neunundachtzig Euro in Rechnung gestellt, bis Sie Ihre Mitgliedschaft kündigen.“

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So nicht!

Erst locken mit Fake-News, dann werden teure Vertragsdetails so unkenntlich wie möglich platziert und ein teurer Abovertrag untergejubelt. Ein hier zustande kommender “Vertrag” dürfte absolut unwirksam sein.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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