Video: „Frau schlägt Kind“ – der Faktencheck

Kathrin Helmreich, 1. Juli 2020
Video: "Frau schlägt Kind" - der Faktencheck
Video: "Frau schlägt Kind" - der Faktencheck

Die Frau, welche in einem Video ein Kind schlägt, wurde bereits verhaftet.

Noch immer kursiert das Video, in dem ein kleines Mädchen mit langen Haaren und roten Hosen zu sehen ist, das von der Mutter beschimpft und geschlagen wird. Beide sprechen portugiesisch.

In vielen Fällen fehlen die Angaben zur Herkunft des Videos, viele fordern dazu auf, die Täterin zu finden. Es geht dabei um folgendes Video:

Screenshot des geteilten Videos auf Facebook
Screenshot des geteilten Videos auf Facebook

Der Faktencheck

Das Video tauchte Mitte April 2020 das erste Mal auf. (wir berichteten)

Sowohl die Frau, die im Video zu sehen ist als auch der Filmer wurden verhaftet. Laut der Webseite globo.com, stammt das Video aus Brasilien. Die 25-jährige Frau aus Montes Claros, im Norden von Minas Gerais, und ihr Ex-Mann, der die Szene filmte, wurden verhaftet. Die Tat soll vom Ex-Mann angestiftet worden sein.

In dem Video hört man nur, dass die Frau das Mädchen nach etwas fragt, womit das Mädchen anscheinend verbotenerweise spielte. Als das Kind nicht darauf antwortete, beginnt die Frau, zuzuschlagen. Nach Angaben eines Polizisten hatte das Kind ein Kondom gefunden und damit gespielt.

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Nach Angaben der Polizei fertigte der Ex-Mann das Video an. Das Paar war seit einem Jahr geschieden. Der Mann ging selbst zur Polizei und beschwerte sich über seine Ex-Frau, da sie an seine Haustür schlagen würde. Nach dem Grund ihrer Wut gefragt, zeigte der Mann der Polizei das Video.

Anscheinend provozierte der Mann die Aggressionen der Ex-Frau noch zusätzlich und begann dann, die Szene zu filmen, um sie damit erpressen zu können, damit sie wieder zusammenkommen. Die Frau will nicht bemerkt haben, dass er die Szene filmte und polterte wegen jener versuchten Erpressung an seine Tür.

Das Mädchen wohnt jetzt bei ihrer Tante. Der Mann wird wegen versuchter Erpressung und die Frau wegen Folter angeklagt. Er sitzt derzeit im Gefängnis in Bocaiuva, sie im Gefängnis von Itacarambi.

Fazit

Die Verantwortlichen wurden noch vor der viralen Verbreitung verhaftet. Das Mädchen wohnt nun bei seiner Tante.

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