Ein Foto und unzählige Geschichten dazu

Kathrin Helmreich, 5. März 2020
Ein Foto und unzählige Geschichten dazu
Ein Foto und unzählige Geschichten dazu

Im Jahr 2012 verlor Denis Bukhantsov den Großteil seiner Familie durch die Hand seines Bruders. Heute missbrauchen Like-Farmer ein Foto der Tragödie.

Foto einer Familien-Tragödie wird als Clickbait verwendet

Das Foto zeigt Denis Bukhantsov mit seinem Sohn Mark vor dem Sarg seiner Frau und zwei weiteren gemeinsamen Kindern.
Seine Frau sowie beide Kinder wurden von Denis‘ Bruder im Jahr 2012 ermordet.

Es geht dabei um folgendes Foto, das auf Facebook als Clickbait genutzt wird:

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Viele Nutzer diskutieren das Foto – eine Quelle oder die wahre Hintergrundgeschichte bleibt verborgen.

Der Faktencheck

Wie die Kollegen von Snopes schreiben, kursiert das Foto seit mindestens September 2016 auf Social Media Plattformen. Das Aufnahmedatum des Fotos liegt aber noch viel weiter zurück, und zwar vom Oktober 2012.

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Es zeigt Denis Bukhantsov mit seinem Sohn Mark im Arm. Sie stehen zusammen am offenen Sarg seiner Frau Alina und ihren beiden älteren Kindern Emmanuela und Avenir. Sie wurden vom 19-jährigen Bruder von Denis Bukhantsov in Rancho Cordova, Kalifornien, USA, erstochen. Er fand die Leichen, als er von der Arbeit heimkehrte. Wie durch ein Wunder hatte der Täter Grigoriy Bukhantsov den damals 6 Monate alten Neffen verschont.

Grigoriy Bukhantsov wurde im Mai 2018 schuldig gesprochen und erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Fazit:

Immer wieder bedienen sich Like-Farmer tragischer Fotos, um sie für ihre Zwecke (Clickbait!) zu nutzen. Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück, neue Geschichten zu erfinden oder andere Nutzer emotional zu erpressen – „5 Jahre Pech wenn man das Bild ignoriert“.

Natürlich stellt das Liken und Teilen eines derartigen Facebook-Statusbeitrags nicht unbedingt ein direktes Risiko für Nutzer dar, trotzdem sollte man sich stets bewusst sein, dass das Foto gestohlen wurde und falsch dargestellt wird.

Der wahre Hintergrund ist bereits tragisch genug. Das Foto sollte mit Respekt behandelt werden und nicht für Like-Geilheit missbraucht werden.

Passend zum Thema: Die Hündin auf dem Friedhof – von Fake-Geschichten und Clickbaits

Weitere Quellen: getty images, kcra.com

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