Der flaschensammelnde Rentner

Jens | ZDDK | MIMIKAMA, 25. November 2016

Ein ‚deutscher‘ Rentner muss Flaschen sammeln, da seine Rente nicht ausreicht, und das, obwohl er über 40 Jahre gearbeitet und in das Sozialsystem eingezahlt habe.

Das ist ungerecht – und könnte mit einer weiteren Ungerechtigkeit ganz einfach kompensiert werden: Die 94 Milliarden Euro, die für Geflüchtete aufgewendet werden, könnten ja einfach ‚unseren‘ ‚deutschen‘ Rentnern zu Gute kommen. So zumindest der Vorschlag in einem Facebookbeitrag, zu dem wir Anfragen erhalten haben.

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Mit einem neuen Vorschaubild wird einem alten Text zu neuer Aufmerksamkeit verholfen.

Waren es Mitte April, als der Vorfall geschildert wurde, noch 30 Jahre, die der Rentner Steuern gezahlt habe, wurden diese auf 40 angepasst.

Die Grundstruktur hingegen bleibt dieselbe: vergeblich versuche der Rentner, Wohngeld und Rente zu beantragen.

Warum dies nicht gelingt, bleibt offen, und kann auch durch die fehlenden Informationen zum Vorfall nicht geklärt werden.

Da der Artikel so strukturiert ist, dass er eine Nacherzählung über ein Gespräch mit besagtem Rentner erzählt, ist es beinahe unmöglich, die Faktenlage für diesen individuellen Fall zu prüfen.

Insgesamt verhält es sich so, dass jemand, der durch andere staatliche Leistungen (oder auch Rente) nicht genügend Geld zum Leben erhält, einen Anspruch auf Wohngeld hat.

Dadurch soll eine Grundsicherung, auch im Alter, gewährleistet werden.

Das besagter Rentner weder das eine, noch das andere bewilligt bekommt, ist schwer vorstellbar.

An dieser Stelle bedürfte es handfester Fakten, um diesen Fall individuell zu prüfen. Unabhängig davon ist es verwerflich, Personengruppen gegeneinander auszuspielen.

Weder die meisten Rentner, noch Flüchtlinge erhalten wirklich „genug“ Geld, um völlig sorgenfrei leben zu können. Statt sich für die Abschaffung dieser Unzumutbarkeit einzusetzen, werden mit Pseudoargumenten Menschen gegeneinander aufgehetzt und Neid erhält Einzug an Stellen, an denen dieser wirklich nicht angebracht ist.

Fazit:

Der individuelle Fall des Rentners lässt sich nicht prüfen, generell wird aber durch den Staat eine Grundsicherung gewährleistet, auf die auch Rentner Anspruch haben.

In diesem Kontext scheint es jedoch weniger um den Rentner und darum, dass dieser zu wenig hat, zu gehen, als vielmehr um Neid darauf, dass Flüchtlinge angeblich mehr bekämen.

Tatsächlich ist dem nicht so, die 94 Milliarden Euro sind auf mehrere Jahre angelegt, und am Ende übrig bleibt für einen Flüchtling weniger Geld, als beispielsweise ein von Sozialhilfe lebender Deutsche beziehen kann.


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