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Fistulierte Kühe: Warum haben diese Rinder ein Loch im Bauch?

Kathrin Helmreich, 4. Juni 2018

Immer wieder erhalten wir Anfragen zu Beiträgen auf Facebook, bei denen Rinder zu sehen sind, die quasi ein “Loch im Bauch” haben. Menschen können durch dieses Loch in das Tier hineinfassen. Klingt zu absurd, um wahr zu sein? Und wenn es wahr ist, warum macht man das?

Hinweis!
Dieser Artikel enthält KEINE Wertung zu dem Verfahren, sondern BESCHREIBT lediglich, was eine Fistulierung ist.

Es geht dabei um diesen Beitrag:

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Gibt es solche Kühe mit Loch im Bauch wirklich?

[vc_message message_box_color=“green“ icon_fontawesome=“fa fa-check“]Ja! Diese Kühe gibt es wirklich. Es handelt sich um KEINEN FAKE![/mk_info]

Es geht hier um die Forschung, die dazu dient, den weltweiten Methanausstoß zu verringern.

Denn was all diese Tiere gemeinsam haben, ist das Vormagensystem mit Pansen, der quasi eine riesige Gärkammer ist, in der das Futter durch Bakterien fermentiert wird. Dieser Pansen hat für die Fütterung der Tiere eine ganz besondere Bedeutung, denn die Bakterien, die hier leben, machen es Kühen möglich, selbst unter schweren Bedingungen mit fast unverdaulicher Nahrung (Stroh, Heu, Holz, etc.) noch ausreichend Energie zu gewinnen.

Nicht nur für die Forschung, sondern auch für das Tier

Das Problem: Dabei entsteht Methan, was ein starkes Treibhausgas ist. Ein Grund für die Existenz von Fistelkühen ist also zu erforschen, wie man den Ausstoß von Methan durch die richtige Fütterung minimieren kann und dabei trotzdem genug Milch oder Fleisch zu produzieren.

Auch kann man so viel einfacher und schonender für die Tiere die Verdauung erforschen und viele wichtige Fragen klären, die zum Umweltschutz und für die Ernährung wichtig sein können.

Ein weiterer Punkt ist medizinische Hilfe für andere Tiere: In meiner Zeit an der Tierärztlichen Hochschule Hannover hatten wir in den Kliniken verschiedene Fisteltiere, die vielen ihrer Artgenossen das Leben gerettet haben.

Denn wenn eine Kuh, Schaf oder Ziege zu viel Getreide, Brot oder ähnliche schlecht verträgliche Nahrung frisst, „kippt der Pansen um“ wie das biologische Gleichgewicht in einem Gewässer.

Alle „guten“ Bakterien sterben und die Kuh kann zum einen ihr Futter nicht mehr verarbeiten, zum anderen vergiftet sie sich durch die Bakterien, die sich nun im Pansen ansiedeln und zum Beispiel Alkohol produzieren (gar nicht gut für die Kuh).

Der Pansen ist dann meist übersäuert und alle „guten“ Bakterien sind tot. Um nun das Tier zu retten, wird der Pansen abgepuffert und mit Pansenflüssigkeit von gesunden Kühen neu angeimpft, also die benötigten Bakterien dort neu angesiedelt. Dafür wird von gesunden Kühen mit Fistel der Pansensaft abgezogen und an die Empfängerkuh gegeben.

Quellen:

YouTube
SRF
Rinderskript
Universität Hohenheim

Autor: Anke M. – mimikama.at


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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