Kreditangebote auf Facebook? Finger weg davon.

Tom Wannenmacher, 18. Februar 2019
Artikelbild: Shutterstock / Von BATMANV
Artikelbild: Shutterstock / Von BATMANV

Momentan versuchen Betrüger auf Facebook verzweifelte Nutzer schamlos mit Kreditangeboten auszunutzen!

Sie sind wieder da oder besser gesagt, waren sie nie weg: die dubiosen Kreditangebote, die immer wieder auf Facebook Nutzer in die Falle locken sollen. So wundert es nicht, dass wir abermals eine Anfrage zu dieser miesen Masche erhielten:

Fake-Profile locken Nutzer in die Falle!
Fake-Profile locken Nutzer in die Falle!

Kann ich einem solchen Angebot vertrauen?

Die klare Antwort lautet: NEIN.

Denn bei solchen Angeboten handelt es sich um den so genannten Vorschussbetrug. Bereits seit Jahren versuchen Betrüger mit Fake-Profilen mit solchen Tricks Nutzer um ihr Geld zu bringen. Die Profil-Fotos werden gestohlen und mit anderer Identität wiederverwendet.

Wie läuft der Betrug genau ab?

Reagiert ein Nutzer, dann werden von diesem relativ rasch persönliche Daten sowie eine Kopie des Passes verlangt. Den Erstellern der “Kreditangebote” geht es nicht um die Vermittlung günstiger Kredite, sondern es wird schamlos die Notlage eines Menschen ausgenutzt.

Es entstehen zusätzliche Kosten (wie “Bonitätsauskunftskosten”) und wenn man hier nicht aufpasst, ist man plötzlich an Verträge gebunden, die gar nichts mehr mit einem Kredit zu tun haben.

Ein echter Fall

Einem Nutzer geschah dies mit einem Kreditbetrag in Höhe von 1.900 Euro. Bevor er diesen Betrag jedoch erhalten würde, müsse er vorab bereits 180 Euro überweisen – Bearbeitungsgebühren, wie die Kriminellen behaupteten.

Das wirklich Traurige an solchen Fällen ist, dass die Betrüger die Verzweiflung von Menschen ausnutzen, die sich sowieso schon in einer Notlage befinden. Sie können so den Betrug gar nicht erkennen und bezahlen die 180 Euro, in der Hoffnung, dass ihre Probleme damit tatsächlich gelöst werden würden.

Befindet man sich einer ausweglosen Situation und braucht einen Kredit, sollte man aber IMMER seine Hausbank aufsuchen! Wenn diese eine Kreditzusage verweigert, dann erhält man im Normalfall auch nirgendwo anders ein Darlehen und schon gar nicht auf Facebook!

Tipps zum Schutz vor Kreditbetrügern auf Facebook

  • Bei dubiosen Kreditangeboten auf Facebook kann man fast sicher sein, dass hier Betrüger dahinter stecken.
  • Verdächtige Profile sowie Angebote kann man direkt bei Mimikama melden. Sende uns dazu bitte eine E-Mail an spoof@mimikama.at.
  • Gebt Unbekannten niemals ONLINE persönliche Daten weiter. Mag logisch klingen, aber es gibt tausende Nutzer, die daran nicht denken.

So erkennt man Kreditbetrüger auf Facebook

  • Das jeweilige Profil spricht oft ein holpriges Deutsch.
  • Es gibt ein auffällig niedriges Zinsversprechen.
  • Sicherheiten / Absicherungen werden nicht angefordert.
  • Dubiose E-Mailadresse.

In finanziellen Notsituationen gibt es Institutionen, die Hilfsangeboten bieten, z.B. die Caritas, die Diakonie, aber auch der Sozialdienst der Stadt, in der man lebt kann Hilfe anbieten. All das auf sehr viel soliderer Basis als dubiose Kreditanbieter.

Weiterführender Artikel: So arbeiten Kreditbetrüger auf Facebook.


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel