Fatigue-Syndrom: Long Covid-Forschung macht Hoffnung

Tom Wannenmacher, 19. Januar 2022
Artikelbild: Von Stock-Asso / Shutterstock.com
Artikelbild: Von Stock-Asso / Shutterstock.com

Es ist ein Leiden, das oft übersehen wird – und verstärkt auch bei Long Covid-Patientinnen und -Patienten auftritt: Betroffene sind schnell und langanhaltend erschöpft.

Viele können nur noch wenig oder gar nicht mehr arbeiten, schaffen es nicht mehr, einzukaufen, die Wohnung zu putzen. Ein Spaziergang kann ebenso anstrengend sein wie Zähneputzen oder Spazierengehen. Die Rede ist vom Chronischen Fatigue-Syndrom, einer Krankheit, über die Mediziner bislang wenig wissen. „Nur ein paar Therapieansätze sind bekannt – wir brauchen dringend mehr Forschung“, fordert Professorin Carmen Scheibenbogen, Leiterin Immundefekt-Ambulanz an der Charité Berlin, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Lernen, mit minimaler Energie zu haushalten

250.000 bis 300.000 Menschen leiden in Deutschland an Myalgischer Enzephalomyelitis (ME/CFS), so der offizielle Name des Chronischen Fatigue-Syndroms. Ein Viertel von ihnen sind laut Deutscher Gesellschaft für ME/CFS so schwer krank, dass sie das Haus nicht mehr verlassen können. Manche sind bettlägrig. Es gibt keine zugelassene Therapie, keinen Biomarker, der die Krankheit anzeigt. Und nur Theorien, wie sie entsteht und Beschwerden verursacht.
Bislang werden bei Fatigue vor allem Arzneien verschrieben, die Symptome wie Kopfschmerzen lindern. Mittels Entspannungstechniken lernen Patienten und Patientinnen, wie sie zur Ruhe kommen und besser schlafen können und mit ihrer minimalen Energie haushalten. Pacing heißt das: Erkrankte beobachten genau, wann ihre Einbrüche auftreten. Und bauen dann selbst zwischen den geringsten Anstrengungen ausreichend Pausen ein. Wichtig für Betroffene ist zudem, dass sie und ihr Umfeld unterstützt werden.

ME/CFS-Symptome bei Long Covid-Erkrankten

Inzwischen gibt es Behandlungsansätze mit neuen Arzneien. In kleinen Studien schienen sie teils zu wirken, berichten Wissenschaftler. „Wir müssen die Pharmaindustrie ins Boot holen. Dann könnte es in drei Jahren zugelassene Medikamente geben“, sagt Charité-Expertin Scheibenbogen. Diese Präparate werden aktuell besonders dringend benötigt: Etwa jeder zehnte von Long Covid Betroffene erfüllt die Kriterien von ME/CFS. Was Menschen mit Chronischem Fatigue-Syndrom Hoffnung macht: Von den derzeit intensiv betriebenen Forschungen zu Long Covid könnten auch sie profitieren.


Tipp: Hilfe und Infos für Betroffene gibt´s im Internet bei der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS unter www.mecfs.de.
Am 25. Januar 2022 um 18.30 Uhr gibt es mit der ME / CFS-Expertin Professorin Carmen Scheibenbogen von der Charité Berlin einen Live-Talk auf Instagramwww.instagram.de/apothekenumschau


Passend zum Thema


Quelle: Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

weitere mimikama-Artikel