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Scam: Falsche Customer Service Seiten für Canon-Drucker

Explizit für die weit verbreiteten Canon-Drucker gibt es sehr viele Supportseiten, die nur seriös aussehen, es aber nur darauf auslegen, Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Ralf Nowotny, 16. Mai 2022

Viele Nutzer sind sich darüber einig, dass Drucker die einzige Hardware sind, die echte Intelligenz besitzen – aber leider von der bösartigen Sorte. Drucker können spüren, wenn man unter Zeitdruck steht und leiten dann einen Papierstau ein oder beharren stur darauf, dass keine gelbe Farbe mehr da ist, wenn man nur einen Schwarz-Weiß Ausdruck machen will.
Oftmals verzweifelt man schon, wenn der Drucker eingerichtet werden soll, also was liegt näher, als nach Supportseiten zu suchen, was häufig bei den weit verbreiteten Canon-Druckern geschieht. Dies wissen auch Betrüger, die viele Seiten betreiben, welche gar keinen echten Support liefern – aber dafür das Konto der Nutzer leeren!

Die Canon-Scam-Seiten

Ein häufiges Problem sind fehlende oder veraltete Treiber. Zwar genügt der von Windows automatisch installierbare Treiber meistens zum Drucken, aber für das volle Potenzial braucht es dann schon die Originaltreiber mit den Zusatzprogrammen. Auf der Treibersuche mittels Google stößt man dann häufig auf Seiten wie diese:

Eine echte Hilfe für Canon-Treiber? Nein!
Eine echte Hilfe für Canon-Treiber? Nein!

Dann wollen wir mal versuchen, dort einen Treiber für einen Canon-Treiber herunterzuladen und klicken auf „Download“. Doch bei dem Versuch sehen wir bereits in der Link-Vorschau unten links, dass wir auf einen vorbereiteten Fehler (englisch: Error) stoßen werden:

Da wird gleich eine Fehlermeldung kommen
Da wird gleich eine Fehlermeldung kommen

Und, oh große Überraschung, wir bekommen wirklich eine Fehlermeldung! Nun sollen wir den „Canon Customer Support“ anrufen oder mit einem angeblichen Experten chatten:

Quasi ein vorprogrammierter Fehler
Quasi ein vorprogrammierter Fehler

Eigentlich wollten wir doch den Treiber nur herunterladen, wie kann es denn dann zu einem Installationsfehler kommen?
Egal, denn an dieser Stelle sollte man die Seite einfach wieder schließen, denn der echte Betrug beginnt, wenn man dort anruft oder mit einem angeblichen „Experten“ chattet!

Was passiert, wenn man dort anruft oder chattet

Die Seite „Gizmodo“ führt in einem Artikel einige Erfahrungsberichte von Kunden auf, die leider auf den Scam hereinfielen. Hier einige Auszüge:

  • „Ich gewährte ihnen Fernzugriff auf meinen Computer, und sie sagten, ich hätte viele Trojaner und sie würden mir für eine einmalige Gebühr von 499 Dollar technischen Support geben, also gab ich am Telefon meine Kreditkartendaten an.“
  • „Ich gab ihnen Zugang zu meinem Computer, sie richteten meinen Canon-Drucker ein und installierten ihr Network Privacy Shield-Symbol in Chrome. Sie haben mir 499,99 $ für einen 7-Jahres-Schutzplan in Rechnung gestellt.“
  • „Beim Lesen erschien ein Chat-Fenster. Er fragte nach meinem Namen und meiner Handynummer. Ich erhielt sofort einen Anruf und wurde angewiesen, die Ultraviewer-Anwendung herunterzuladen. Die Anwendung ermöglichte eine Fernverbindung. Ich beobachtete aufmerksam, wie der Mitarbeiter versuchte, die Fehler zu beheben. Ich fühlte mich jedoch unwohl, als er in Bereichen suchte, die nicht mit dem Drucker oder den Druckeranwendungen zu tun hatten.“
  • „Er gab mir einen Code, ich gab ihn in meinen Computer ein und er verschaffte sich Zugang. Er rief ein paar Dinge auf, lud Programme herunter, die ich nicht kannte, und sagte dann, er könne das Problem nicht beheben, sie bräuchten einen Techniker, und das würde mich 100 Dollar kosten.“
  • „Er führte eine Software aus. Dann sagte er mir, dass mein Computer infiziert sei und dass ich deshalb keinen Druckertreiber installieren könne. Er sagte, er würde es für 100 Dollar reparieren.“
  • „Er führte einen Scan durch, um die Fehlermeldung zu lokalisieren, die wir erhalten hatten. Der von ihm durchgeführte Scan zeigte eine Meldung mit 3499 gefundenen Trojanern an, und dann sagte er uns, dass unsere IP-Adresse ungeschützt sei und wir 200 Dollar zahlen müssten, damit ein zertifizierter MS-Techniker das Problem behebt und unseren Computer schützt.“

Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass die Betrüger immer Fernzugriff auf den Computer haben wollen, dann immer irgendeine Software installieren und darauffolgend behaupten, dass eine spezielle Schutzsoftware oder ein Techniker vonnöten wäre, was dann gehörig auf den Geldbeutel schlägt.

Nie auf solche Scams eingehen!

Bitte achtet darauf, immer auf die Originalseiten der Druckerhersteller zu gehen, für Canon ist das hierzulande https://www.canon.de/, https://www.canon.at/ oder https://www.canon.ch/, dort gibt es natürlich auch Support-Bereiche, in denen die aktuellsten Druckertreiber und Programme kostenlos zu finden sind.

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Dass Betrüger im Internet die persönlichen Daten Dritter nutzen, um damit Bestellungen für sich zu tätigen, ist nicht neu. Auch das Anbieten von Waren, für die im Vorwege bezahlt wird und die dann nicht geliefert werden, ist leider gängige Praxis.
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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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