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Falsche Polizisten am anderen Ende der Leitung

Aktuell werden in Österreich wieder vermehrt Telefonanrufe durch falsche Polizisten mit betrügerischen Absichten verzeichnet. Das Bundeskriminalamt warnt vor den aktuell gängigsten Vorgehensweisen und gibt Tipps.

Susanne Breuer, 11. August 2022

Aufgepasst! Falsche Polizisten am Apparat. Derzeit erhalten immer mehr Menschen Anrufe von Kriminellen, die sich als Polizistinnen und Polizisten ausgeben. Sie täuschen Sachverhalte vor und setzen mitunter Call-Bots ein, um ihre Opfer zu Zahlungen zu bewegen. Doch: Die Anrufe stammen nicht von der Polizei.

Call-Bot-Anrufe

Bei Call-Bot-Anrufen verwenden die Täter bestimmte Computerprogramme, sogenannte Call-Bots, um potenzielle Opfer anzurufen. Den Opfern wird eine Tonbandaufnahme in englischer Sprache vorgespielt. Die Nummer, die auf dem Display der Angerufenen erscheint, wurde mit technischen Mitteln gefälscht und ist daher nicht rückverfolgbar. Die Opfer sollen dann eine bestimmte Tastenkombination drücken, wodurch die Täter jene Personen, die bei solchen Anrufen sofort auflegen würden oder kein Englisch sprechen, schon im Vorfeld ausselektieren. Anschließend melden sich englischsprachige Täter, die sich als (Interpol-) Polizistinnen oder -Polizisten ausgeben. Dem Opfer wird mitgeteilt, dass es in strafbare Handlungen, wie etwa Geldwäsche, Betrugs-, Suchtmittel- oder Gewaltdelikte verwickelt wäre und nun eine Kaution bezahlen müsse.

Falsche Polizisten

Eine weitere gängige Vorgehensweise ist der „falsche Polizisten“-Trick. Hierbei werden ältere Personen gezielt von den Tätern angerufen, die sich als Kriminalbeamtinnen und -beamte ausgeben. Sie erzählen dem Opfer, dass zum Beispiel eine Einbrecherbande in der Umgebung ihr Unwesen treibe und als nächstes bei der oder dem Angerufenen einbrechen würden. Um die Wertgegenstände und mögliche Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen, sollen diese dem „Polizisten“ zur Verwahrung übergeben werden. Kommt es zu einem Treffen, holen die Mittäter das Geld und die Wertgegenstände ab.

Unterschiedliche Vorgehensweisen

Eine Abwandlung des „falsche Polizisten“-Tricks stellt der Kautionsbetrug dar. Das Vorgehen der Täter ist hier ähnlich: Sie teilen dem Opfer mit, dass ein naher Angehöriger in einen Unfall verwickelt war und sich nun in Haft befindet, weshalb nun eine Kaution zu bezahlen wäre.
Um ihre Opfer zu verunsichern, erfinden die Betrügerinnen und Betrüger abenteuerliche Geschichten, wie etwa, dass die Bankangestellten in kriminelle Machenschaften verstrickt wären. Die Opfer sollen dann Bargeld am Bankschalter beheben und dieses anschließend der „Polizei“ zur Sicherung der Fingerabdrücke übergeben werden.

Täter üben Druck aus

Die Täter agieren an die Situation angepasst und stellen sich ganz auf das Opfer ein. Zu jedem Argument des Opfers finden die Betrügerinnen und Betrüger ein passendes, plausibles Gegenargument. Ob mitfühlend oder aggressiv, wichtig ist den Tätern nur, dem Opfer die Dringlichkeit der Angelegenheit klarzumachen. Dadurch wird Stress, Zeitdruck und Angst beim Opfer erzeugt. Außerdem behaupten die Kriminellen, dass es wichtig sei, niemanden von dem Anruf zu erzählen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Zusammenarbeit mit Wirtschaftskammer

Die Kriminalprävention des Bundeskriminalamtes und die Initiative Gemeinsam.Sicher hat die Zusammenarbeit mit dem Bankensektor über die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) intensiviert und einen Handlungsleitfaden für Schalterbedienstete erarbeitet. Der Österreichische Seniorenrat ist hier ebenfalls ein wichtiger Partner in der Präventionsarbeit. Durch die Verwendung des Handlungsleitfadens konnten bereits Straftaten verhindert und angesparte Vermögenswerte bewahrt werden.

Präventionstipps zum „falsche Polizisten“-Trick

  • Geben Sie keine Details über Ihr Vermögen preis!
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – legen Sie auf!
  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung!
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen einen Dienstausweis!
  • Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte!
  • Halten Sie Rücksprache mit Personen aus Ihrem persönlichen Umfeld!
  • Nehmen Sie Warnungen von Bankangestellten ernst!
  • Kontaktieren Sie die Notrufnummer 133 und fragen Sie nach, ob es diese Polizistin oder diesen Polizisten wirklich gibt!
  • Erstatten Sie im Schadensfall eine Anzeige bei der nächsten Polizeiinspektion!

Weitere Infos

Weitere Informationen zum „falsche Polizisten“-Trick und weiteren Betrugsarten finden Sie, neben den Warnungen hier auf Mimikama, auch auf den Seiten des österreichischen Bundeskriminalamtes hier. Bitte warnen Sie auch unbedingt ältere Menschen in Ihrem Umfeld, die vielleicht nicht den eigenen Zugang zu diesen Informationen haben, aber zur bevorzugten Zielgruppe von Betrügern gehören. Grundsätzlich gelten diese Hinweise auch für deutsche Nutzer.

Quelle: Bundeskriminalamt Österreich

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