Faktencheck zur „Abortion Barbie“

Kathrin Helmreich, 26. September 2019
Faktencheck zur "Abortion Barbie"
Faktencheck zur "Abortion Barbie"

„Abortion Barbie NYC’s Black Genocide“ – so nennt sich die neueste „Kreation“ von Straßenkünstler Sabo. Mattel selbst hat nichts damit zu tun.

Die Bilder und Videos gehen im Moment viral. Zu sehen eine Verpackung, darin eine Barbie mit Babybauch, einen kleinen Säugling und eine Schere. Der Schriftzug „Abortion Barbie NYC’s Black Genocide“ auf der Verpackung kann man ungefähr wie folgt übersetzen, „Abtreibungs Barbie – NYC’s Schwarzer Genozid“:

Screenshot by mimikama.at
Screenshot by mimikama.at

Der Faktencheck

Bereits im Jahre 2013 machte eine „Abortion Barbie“ Schlagzeilen – und zwar als Barbie mit offenem Babybauch und dem Namenszusatz „Wendy Davis for Texas State Governor“.

Wie die Kollegen von Snopes aufklärten, ging es damals um Anwältin und ehemalige Texas-Senatorin Wendy Davis, die sich 2014 als demokratische Gouverneurskandidatin aufstellen ließ. Ihrer Einstellung gegenüber Abtreibungen, die sie befürwortet und dem blonden Haar nach, erhielt sie den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Abortion Barbie“ (zu Deutsch „Abtreibungs Barbie“).

Inspiriert durch diesen abschätzigen Beinamen entwarf der „selbst ernannte, konservative Straßenkünstler Sabo“ (alias  William Sabatini) eine Reihe von Anti-Davis-Postern.

Einige Monate später ging Sabo noch einen Schritt weiter: er produzierte die „Abortion Barbie – Wendy Davis for Texas State Governor“ – inkl. Verpackung – einfach selbst. Die Videos können auf seiner Webseite unsavoryagents eingesehen werden.

Barbie-Produzent Mattel distanzierte sich ebenfalls von der „Abortion Barbie“:

2019 noch eine „Abortion Barbie“:

Auch die „Abortion Barbie NYC’s Black Genocide“ stammt von Sabo!

Das Video findet seinen Ursprung auf der Instagram-Seite von Sabo mit dem Verweis auf seine Webseite und dass die Puppe von ihm angefertigt wurde:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

“ABORTION BARBIE, NEW YORK BLACK GENOCIDE” MODEL by SABO www.unsavoryagents.com

Ein Beitrag geteilt von SABO (@unsavoryagents) am

„50% of the black infants conceived in New York City are aborted. That’s why I made a New York City Black Genocide Barbie. And this is the first of two“

„50% der in New York City gezeugten schwarzen Säuglinge werden abgetrieben. Deshalb habe ich eine New York City Black Genocide Barbie gemacht. Und das ist die erste von zweien.“

Es handelt sich also in beiden Fällen um keine von Matell offiziell produzierte Puppe, sondern beide „Abortion Barbie“-Modelle gehen auf einen Mann mit dem Künstlernamen Sabo zurück.

Das könnte dich auch interessieren: Greta Thunberg und Donald Trump: Wussten es die Simpsons vorher?


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel