Faktencheck: Die mit Drogen getränkte Visitenkarte gibt es nicht!

Tom Wannenmacher, 27. Juni 2017

Vor einem Jahr! Genau vor einem Jahr haben wir über dieses Thema etwas geschrieben.

Und da haben wir ihn wieder! Den Kettenbrief, der mindestens seit dem Jahre 2009 die Runde macht und soeben erneut wieder geteilt wird! Es geht um eine Frau, die an einer Tankstelle von einem Mann angesprochen wurde, der Ihr eine Visitenkarte angeboten hatte. 2012 haben wir das erste Mal darüber berichtet. Es geht um einen Kettenbrief, der sich im Laufe der letzten Jahre immer weiter entwickelt hat und laufend von Usern um einige Zeilen erweitert wurde. Zuerst war dieser auf Facebook zu lesen und danach auf WhatsApp. Die Polizei hat bereits 2009 Folgendes bekannt gegeben: “Die mit Drogen getränkte Visitenkarte gibt es nicht!”

An einer Tankstelle tankte eine Frau ihr Auto, da wurde sie von einem Mann, als Maler bekleidet, angesprochen, ob er ihr helfen könne.
Screenshot einer aktuellen WhatsApp-Nachricht

2009 wurde der Kettenbrief das erste Mal veröffentlicht!

Diese Meldung war bereits im Jahre 2009 als Hoax im Internet unterwegs!

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Polizeinews.ch zu diesem Thema!

27.03.2009: Die mit Drogen getränkte Visitenkarte gibt es nicht! Basel. Die Polizei warnt von Mails, die im Moment kursieren. Sie enthalten eine so genannte «urbane Legende». – SiD BS/PN

In der jüngsten Zeit kursieren Mails, in welchen gewarnt wird, wonach jemand in der Regel kurz vor dem Einsteigen in sein Fahrzeug von einer unbekannten Person eine Visitenkarte erhalten hätte. Diese Visitenkarte wäre mit einer betäubenden Flüssigkeit getränkt, so dass der Fahrer bald einmal anhalten muss und kurzfristig  das Bewusstsein verliert. In dieser Zeit wird dann der Fahrer ausgeraubt oder – falls es sich um ein weibliches Opfer handelt – dieses vergewaltigt.
Es handelt sich dabei um eine so genannte urbane Legende, die als Kettenmail von England kommend in der Zwischenzeit bei uns eingetroffen ist und ins Deutsche übersetzt nun weiter verbreitet wird. Die betäubende Droge trägt den Fantasienamen «Burundanga», eine Substanz, die sowenig existiert wie der Fall selbst.
Solche urbanen Legenden tauchen in regelmäßigen Abständen immer wieder auf, seien es nun die Spinne in der Yucca-Palme oder der tote Schwimmer im Waldbrandgebiet, welcher mit einem Löschflugzeug aufgesogen wurde.
Personen, welche solche Mails erhalten, sollten diese löschen und auf keinen Fall weiter verbreiten, auch wenn dies vom Absender teilweise ultimativ gefordert wird. Quelle: Polizeinews.ch


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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