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Faktencheck: Leidet das Baby an einem Impfschaden?

Ralf Nowotny, 28. November 2019
Hat das Kind einen Impfschaden?
Hat das Kind einen Impfschaden?

Ein auf Facebook verbreitetes Video sorgt für Diskussionen: Angeblich leide das Baby an einem Impfschaden.

In den Video sieht man ein Baby, welches offensichtlich eine Art Anfall hat. Es ist nur kurzatmig, die Augen sind nach oben verdreht. Die Behauptung zu dem Video lautet, dass das Kind einen Impfschaden erlitten habe.

Es handelt sich um dieses Video:

https://www.facebook.com/miruslav.petulski.9/videos/115210723280304/

Dazu wird der Text gepostet:

„An alle Eltern genau überlegen ob ihr das für eure Kinder wollt. Impfen kann tödlich sein.“

In dem Video selbst wird nichts über eine vorangegangene Impfung oder einen Impfschaden gesagt, man hört den Mann nur sagen, dass sie ein Rezept vom Arzt holen müssen, damit die Anfälle sich einstellen und das Baby wieder nachts durchschlafen kann.

Was hat das Kind?

Bereits im März 2017 wurde das Video prominent von David Wolfe geteilt, seines Zeichens großer Anhänger von Rohkost und Gegner von Impfungen. In dem von Wolfe verbreiteten Video wird zusätzlich noch eingeblendet, dass das Baby diese Anfälle habe, nachdem es geimpft wurde.

Screenshot: Colorado Times Recorder
Screenshot: Colorado Times Recorder

Was hier hier allerdings sehen, sind manchen Eltern von ihren Kindern bekannte fieberhafte Anfälle.

Dabei handelt es sich um Anfälle, die zumeist mit einem Fieber zusammenhängen. In der Regel dauern diese Anfälle ein bis zwei Minuten und können bei allen fiebererregenden Erkrankungen wie Erkältung, Grippe oder einer Ohrinfektion auftreten.

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Haben Kinder das öfter?

Bis zu 5% aller Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren haben mindestens einen fieberhaften Anfall. Am Häufigsten betroffen sind Babys im Alter zwischen 14 und 18 Monaten.

Ist das gefährlich?

Auch wenn fiebrige Anfälle beängstigend aussehen, so erholen sich Babys und Kleinkinder immer sehr schnell davon und tragen davon keine neurologischen Schäden davon. Solche Anfälle sind auch kein Anzeichen für eine spätere Epilepsie oder sonstige Leiden mit Anfällen.

Werden Fieberanfälle durch Impfungen verursacht?

Wie das Center for Disease Control (CDC) erklärt, können Impfungen zwar Fieber verursachen, fieberhafte Anfälle wurden dagegen bisher nur selten gemeldet. Insbesondere Grippeimpfungen, die von Impfgegnern häufig als Auslöser genannt werden, bewirken eher das Gegenteil, eben dass das Kind keine Grippe bekommt.

Um aber sicher zu gehen, gab es mehrere Untersuchungen, ob es einen Zusammenhang zwischen Grippeimpfungen und dem Risiko für fieberhafte Anfälle gibt:

  • Von 1991 bis 2003 wurden 45.000 Kinder im Alter von 6 – 23 Monaten beobachtet, die eine Grippeimpfung erhielten, es konnte kein Zusammenhang zu fieberhaften Anfällen gefunden werden
  • Eine Studie von 2009 fand ebenfalls keine Folgeschäden durch den saisonalen Grippeimfstoff und H1N1-Impfstoffen
  • In verschiedenen Grippesaisons wurde ein gering erhöhtes Risiko für fieberhafte Anfälle festgestellt. Zu diesen Zeitpunkten bekamen die Kinder gleichzeitig einen Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (2010-2011) oder wurden gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTaP-Impfung) geimpft (2016).

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Zusammenfassung

In dem Video sieht man einen fieberhaften Anfall bei einem Baby. Dies sieht gefährlicher aus, als es ist, etwa 5% aller Babys und Kleinkinder haben dies mindestens einmal im Alter bis zu 23 Monaten.

Es gibt keinerlei Beweis oder Hinweis, dass dieser fieberhafte Anfall nach einer Impfung geschah, auch wird in dem Video keine Impfung erwähnt. Zudem sind fieberhafte Anfälle nach Impfungen äußerst selten und haben keine Nachwirkungen.

Die Aussage, dass es sich also hierbei um eine typische Folge von Impfungen handelt, ist somit falsch!

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