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Faktencheck: Geht diese Köchin wegen eines Kochlöffels in Haft?

Kathrin Helmreich, 15. Oktober 2018
Geht diese Köchin wegen eines Kochlöffels in Haft?
Geht diese Köchin wegen eines Kochlöffels in Haft?

Hier haben wir es mit keinem Fake zu tun, denn diese Köchin wurde tatsächlich wegen Kochutensilien aus Holz zur Rechenschaft gezogen.

Nicht neu, aber dennoch wieder top aktuell auf Facebook: Stimmt es, dass eine Köchin wegen eines Holzkochlöffels in Haft gehen muss?

Screenshot by mimikama.at
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Köchin geht nun wegen Holzkochlöffel in Haft

Wenn die Bürokratie im Spiel ist, dann ist meistens auch eine Groteske nicht weit entfernt: Einer Grazer Bio-Köchin wurde von der Baubehörde eine 550 Euro hohe Strafe aufgebrummt, weil sie Kochlöffel und Schneidbretter aus Holz verwendet – statt aus Plastik.
Ushij Matzer lehnt aber Kochutensilien aus Kunststoff ab und will aus Protest nicht zahlen. Stattdessen geht sie nun für zweieinhalb Tage ins Gefängnis und sitzt die sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe ab.
Matzer verweist auf Gesundheitsrisiken durch Plastikabrieb und Formaldehyd-Dämpfe, die auch durch Studien der Wiener Universität für Bodenkultur belegt seien.
Auch die Zeitschrift „Konsument“ empfahl nach Tests die Rückkehr zum Holzkochlöffel. Unterstützung erhält die Köchin von der steirischen Wirtschaftskammer: Präsident Josef Herk will sich zu ihr ins Gefängnis setzen.

Der Faktencheck

Der Text wurde auf der Webseite der Heute.at am 07. Februar 2016 genauso veröffentlicht.

Jedoch ist der “Tatbestand” wesentlich älter. Bereits am 2. Dezember 2014 berichtete derStandard darüber und auch in der Kleinen Zeitung wurde rege über die “Holzbrett-Affäre” berichtet und eine offizielle Erklärung der Grazer Stadtverwaltung veröffentlicht.

So heißt es laut Martin Haidvogl, Direktor des Grazer Magistrats:

Da der Bioladen für Kindergärten koche, handle es sich um eine „Speisen produzierende Einrichtung der Gemeinschaftsverpflegung“, Holz sei dort – im Unterschied etwa zu Buschenschenken oder Konditoreien – generell verboten. Man sei dem Bioladen ohnedies entgegengekommen und habe nur verlangt, dass abgesplitterte Holzutensilien ausgetauscht werden.

Ergebnis:

Dieser Zeitungsartikel ist echt.

Ushij Matzer musste tatsächlich einer Strafe entgegenblicken, nachdem sie sich weigerte, Plastikkochlöffel, statt Holzkochlöffel zu verwenden.


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