Faktencheck: Eingebauter Blitzer in Leitplanken?

Tom Wannenmacher, 10. September 2017

Ein elf Jahre altes Bild sorgt im Moment für Verunsicherung unter Autofahrern.

In diversen Facebook-Beiträgen wird aktuell vor einem “fest installierten Blitzer” gewarnt, der an einer Leitplanke, kurz vor der Brücke in Richtung Flensburg, gesichtet und fotografiert worden ist. Es handelt sich um diesen Statusbeitrag auf Facebook, der am 9.9.2017 veröffentlicht wurde.
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Das kann so aber nicht sein!

Diese Bild wurde mit Sicherheit nicht in der “30iger Kurve beim Skandi Park” aufgenommen, sondern stammt aus einer Power-Point-Präsentation der Schweizer Polizei, genauer gesagt von der Kantonspolizei Vaud.

Der Beweis

Auf dieser Power-Point-Folie kann man recht deutlich das Bild erkennen, das am 9.9.2017 auf Facebook veröffentlicht wurde:
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Dieses Foto wurde bereits im Jahr 2006, also vor elf Jahren, als „Kettenbrief“ verteilt.

Auszug der damaligen Hoax-Warnung (11.2006):

Richtig ist, dass die Fotos (wie auch in dem früheren Fall) aus der Schweiz stammen. Richtig ist aber auch, dass es sich um Verkehrsüberwachungsanlagen zur Geschwindigkeitsmessung handelt. Allerdings arbeiten die Anlagen mit gepulstem Laserlicht und nicht mehr mit Radar. Sie können mit Hilfe von Drehspiegeln bis zu drei Fahrspuren erfassen und sind mit zwei Nikon Digitalkameras ausgestattet. Diese befinden sich nicht in der Leitplanke, sondern in einem deutlicher sichtbaren “Starenkasten” (siehe Fotos weiter unten) und machen zeitversetzt Fotos von vorne und hinten. Die im Oktober 2006 im Schweizer Kanton Vaud (Waadt) eingeführten Geräte erhalten die Systemzeit von GPS-Satelliten und übermitteln die Digitalfotos sofort per Glasfaser an die Kantonspolizei. Auf den Fotos sind auch fehlende oder abgelaufene Vignetten sowie nicht angeschnallte Insassen deutlich erkennbar. Die Messeinrichtungen können PKW von LKW unterscheiden und für diese jeweils unterschiedliche Tempolimits berücksichtigen.

Siehe auch: TU Berlin


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