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Faktencheck: Äpfel sind mit Wachs überzogen

Claudia Spiess, 27. Dezember 2019
Faktencheck: Äpfel sind mit Wachs überzogen
Faktencheck: Äpfel sind mit Wachs überzogen

Das Vertrauen in die Lebensmittelindustrie ist nicht gerade groß. Doch sind die Erkenntnisse in diesem Video wirklich so „schockierend“?

Faktencheck: Äpfel sind mit Wachs überzogen. Dass Verbraucher vielen Lebensmitteln nicht trauen, ist verständlich. So manche Seite berichtet oft alarmistisch über Gifte in der Nahrung. Ein Video soll nun demonstrieren, wie mit einfachen Methoden festgestellt werden kann, dass Lebensmittel manipuliert wurden.

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Zeigen diese einfachen Methoden wirklich das, was behauptet wird?

In dem Video sieht man einen Apfel, der mit lauwarmem Wasser übergossen wird. Daraufhin löst sich eine Schicht vom Apfel.

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Während ein Apfel am Baum hängt, entwickelt er eine natürliche Wachsschicht auf der Schale, die sich mehlig anfühlt. Auch Orangen, Birnen und andere Früchte haben eine solche Schicht auf der Schale. Der Grund: Das natürliche Wachs verhindert, dass das Obst bei Sonneneinstrahlung zu stark austrocknet oder bei Regen mit Wasser getränkt wird.

Nach dem Ernten wird das Obst gründlich gewaschen, um Schmutz und chemische Rückstände zu entfernen. Dabei löst sich allerdings auch die natürliche Wachsschicht. Darum wird auf Äpfel oft eine künstliche Wachsschicht aus Bienenwachs, Carnaubawachs und Schellack aufgetragen, die gesundheitlich unbedenklich ist.

Grund für das nachträgliche Wachsen der Äpfel ist der Schutz vor Insektenbefall während des Transports bis zum Verkauf. Außerdem sehen die Äpfel dann tatsächlich besser aus.

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Wichtig: In Deutschland ist das künstliche Wachsen der Äpfel verboten, in anderen EU-Ländern und Drittländern jedoch erlaubt.

Der Import nach Deutschland wird gestattet, wenn die Methode im Herkunftsland gesundheitlich unbedenklich ist. Diese Äpfel müssen aber gekennzeichnet sein.

Wer trotzdem noch an der Unschädlichkeit der Wachsschicht zweifelt (egal, ob natürlich oder nachträglich künstlich aufgetragen), der sollte zu Bio-Äpfeln greifen. Die dürfen keine Wachsschicht haben, auch wenn sie aus dem Ausland importiert wurden. Die Behauptung ist also wahr, das Wachs ist allerdings nicht gesundheitsschädlich.

Die Szene am Anfang des Videos, in der Schneewittchen in einen Apfel beißt und dieser ihr dann aus der Hand rollt, soll wohl die Giftigkeit der Wachsschicht assoziieren. Doch das Wachs ist nicht giftig.

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Artikelbild: Shutterstock / Von Africa Studio


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
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