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Gefälschter Online-Shop: optionalmart.com bietet Werkzeug zu Dumpingpreisen

Kathrin Helmreich, 9. Juli 2018
Gefälschter Online-Shop: optionalmart.com bietet Werkzeug zu Dumpingpreisen
Gefälschter Online-Shop: optionalmart.com bietet Werkzeug zu Dumpingpreisen

Vorsicht vor diesem Online-Shop – auch wenn der Web-Auftritt sehr überzeugend wirkt, wird man am Ende wohl keine Ware in Händen halten …

… denn dafür spricht einfach zu viel dagegen!

Kein Impressum, kein seriöser Ansprechpartner, dafür viele (leere) Versprechungen. Der Online-Shop “Tools & Hardware”, erreichbar unter der Adresse optionalmart.com bietet Markenware zu verdächtig günstigen Preisen an.

Doch Schnäppchenjäger werden hier nicht das erhalten, was sie sich erhoffen – denn am Ende sind sie nicht nur ihr Geld los und bekommen keine Ware, sondern legen private Daten in die Hände von Betrügern.

Zudem ist der Online-Shop sehr gut gefälscht. Einzig das fehlende Impressum, das einen seriösen Verkäufer ausmacht, die extremen Dumpingpreise und die einzige Bezahlmöglichkeit in Form von Vorauszahlung weisen auf einen Betrug hin.

Betrügerischer Fake-Shop "Tools & Hardware" - Preisreduktion von unglaublichen 1.545,86 Euro! / Screenshot by mimikama.at
Betrügerischer Fake-Shop „Tools & Hardware“ – Preisreduktion von unglaublichen 1.545,86 Euro! / Screenshot by mimikama.at

Eine Preisreduktion von 1.545,86 Euro ist unvorstellbar, sollte man als Händler noch etwas Gewinn machen wollen – vor allem bei Markenware stinken solche Dumpingpreise zum Himmel.

Noch dazu sind ALLE Waren auf der Seite preisgesenkt. Und hier handelt es sich nicht bloß um ein saisonales Sales oder einen Pop-Up-Store. Selbst für ein Outlet sind solche Preise verräterisch.

Durchgehend Dumpingpreise - egal für welche Artikel. / Screenshot by mimikama.at
Durchgehend Dumpingpreise – egal für welche Artikel. / Screenshot by mimikama.at

Doch Käufer sollten auch unbedingt einen Blick ins Impressum – falls es dieses nicht gibt, unter Rubrik About Us nachsehen – werfen. In einem transparentem, seriösen Impressum erfährt man, wer der Verkäufer ist, wo er sich befindet und unter welcher Unternehmens-Identifikationsnummer sein Geschäft läuft.

Bei optionalmart.com wird man nicht schlauer, sondern wird mit so einigen Versprechen abgespeist. Ein Kauf, egal ob online oder offline, sollte sich nie nach Versprechungen einer Person richten.

Wer sich nicht ausweisen kann, bei dem sollte man in der Regel nicht kaufen:

Kein transparenter Händler - dafür viele (leere) Versprechungen. / Screenshot by mimikama.at
Kein transparenter Händler – dafür viele (leere) Versprechungen. / Screenshot by mimikama.at

We promise to:

* Provide good customer support.

* Always offer our customers affordable prices.

* Streamline the buying and paying process.

* Deliver goods to our customers all over the world with speed and precision.

* Ensure excellent quality of our products.

* Worldwide Fast Shipping and Easy Return service.

Wer sich also nicht übers Ohr hauen lassen will, sollte genau prüfen, bei welchem Online-Shop er kaufen möchte und sich nicht von Preissenkungen von über 1.000 Euro blenden lassen.

Die Verbraucherzentrale NRW und das Landeskriminalamt (LKA) NRW haben eine Infoliste zu Fakeshops erstellt, die wir hier gerne teilen:

Untrügliche Erkennungszeichen: Fehlanzeige

  • Ob es bei den Angeboten im Online-Handel immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar. Internet-Fälscher, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen bei ihren Fakes immer perfekter und perfider ans Werk: Durch das Kopieren oder Fälschen von Produktbildern und Informationen aus realen Internetseiten wirkt ein Fake-Shop im Internet oftmals täuschend echt. Um Seriosität vorzugaukeln, sind das Impressum mit der Händleradresse oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ebenfalls von anderen Seiten abgekupfert beziehungsweise frei erfunden.

Alle Angaben prüfen

  • Käufer sollten vor einer Bestellung folgende Punkte in einem Internet-Shop genau checken: Gibt es mehrere – darunter auch kundenfreundliche – Zahlungsarten und eine überprüfbare Anbieteradresse im Impressum? Werden Angebot und Preis mit allen erforderlichen Details – etwa der Beschaffenheit des Produkts – angegeben? Werden Lieferbedingungen und –kosten ausreichend dargestellt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und darin Hinweise zum Widerruf vorhanden? Wird mit einem vertrauenswürdigen Gütesiegel wie „Trusted Shop Guarantee“ (Trusted Shops), „s@fer-shopping“ (TÜV Süd) und „Geprüfter Onlineshop EHI“ (EHI Retail Institute GmbH) geworben? Eine zuverlässige Orientierung bieten solche Siegel jedoch nur, wenn man auf das Logo klickt und dadurch auf die Homepage des Prüfunternehmens weitergeleitet wird, ist an dieser Stelle nur eine inhaltslose Grafik eingebunden: Obacht!

Vorsicht bei Vorkasse

  • Kunden werden bis zum Drücken des Kaufbuttons mehrere – auch kundenfreundliche – Zahlungsweisen angeboten. Sind sie bei der Kasse angelangt, haben Kunden plötzlich keine Wahl mehr: Dort wird nur noch eine umgehende Überweisung des geforderten Betrags verlangt. Auf der sicheren Seite sind Kunden, wenn sie Artikel nur bei Online-Händlern ordern, die mehrere kundenfreundliche Zahlungsarten bis zum Klick auf den Kauf-Button zur Verfügung stellen. Sicher sind Zahlungen auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Zahlung auf Rechnung müssen Kunden erst bezahlen, wenn sie die Ware erhalten haben. Bei Zahlung per Lastschrift kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen rückgängig gemacht werden.

Fälscher zocken unerkannt ab

  • Wenden sich Reingefallene über die angegebenen Kontaktdaten an das Unternehmen, um die richtige Ware oder ihr gezahltes Geld zurück zu erhalten, werden sie immer wieder vertröstet. Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet. In den meisten Fällen sind Betroffene um eine schlechte Erfahrung reicher, aber haben das Nachsehen.

Fake-Shop-Opfer sind nicht wehrlos

  • Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies oft noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten kann eine Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Inwieweit dies gilt, weiß die Bank. Grundsätzlich sollten sämtliche Belege von Online-Bestellungen gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
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