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Fake-News-Test: Das lässt Facebook alles durchgehen

Claudia Spiess, 27. Mai 2020
Fake-News-Test: Das lässt Facebook alles durchgehen
Fake-News-Test: Das lässt Facebook alles durchgehen

Ein Experiment, in dem absichtlich Anzeigen mit Falschmeldungen geschalten wurden, zeigte, dass Facebook zahlreiche Fake-News durchgehen läßt.

Fake-News-Test: Das lässt Facebook alles durchgehen – Das Wichtigste zu Beginn:

In einem Experiment wurden Facebooks Maßnahmen zur Bekämpfung von Fake-News auf die Probe gestellt. Facebook hat dabei kläglich versagt.

Keine Fake News auf Facebook?

Mark Zuckerberg betonte erst vergangene Woche erneut, dass er „keinesfalls wolle, dass Falschinformationen zu viralen Inhalten auf seiner Plattform würden“.

Facebook, Twitter und Google gehen verstärkt gegen Fake-News vor. Falschinformationen werden gekennzeichnet und gelöscht, Nutzer werden informiert.

Dass die Realität von diesem Vorhaben zum Teil massiv abweicht, belegte jetzt ein Experiment.

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Experiment „Ozzie News Network“

Responsible Technology Australia (RTA) erfand ein Medienunternehmen mit Namen „Ozzie News Network“. Zwei Monate lang wurden darüber Fake-News geschalten.

Darunter fanden sich Tipps zum Schutz gegen COVID-19: Man solle sich täglich 30 Minuten in der Sonne aufhalten und mehr Wasser trinken. Auch eine Abschaltung des 5G-Netzwerks würde helfen.

Eine weitere Meldung bezog sich auf das australisch-indonesische Freihandelsabkommen. Dies sei nur ein Vorwand, die Masseneinwanderung von Jakarta nach Australien zu erleichtern.

Auch wurde behauptet, dass die australische Polizei Bürger über das 5G-Netzwerk abhorchen könne.

Die Nachrichten wurden nur mit einer kleinen Gruppe von Empfängern geteilt, um sie nicht zusätzlich zu den ohnehin zahlreichen Falschmeldungen zu verbreiten. Diese Gruppe war über das Experiment informiert worden und wusste, dass es sich um absichtlich platzierte Falschmeldungen handelte.

Facebook wurde einem Test unterzogen

Keine der Meldungen konnte durch seriöse Quellen belegt werden. Sämtliche der Falschinfos wurden von Facebook geprüft und freigegeben. Auch, als diese wiederholt als Fehlinformationen gemeldet wurden, hat Facebook nichts unternommen.

Sämtliche Meldungen entsprachen in ihrer Aufbereitung fast mustergültig dem Schema von Verschwörungstheorien und Fake-News, die darauf abzielen, Unsicherheit und Ängste unter den Menschen zu schüren.

Erst, als in Australien über das Experiment berichtet wurde und Facebook im Zuge dessen um ein Statement gebeten hatte, hat Facebook reagiert und die Meldungen entfernt.

Rechtfertigung von Facebook

Ein Facebook-Sprecher rechtfertigte die Vorgehensweise von Facebook:

„Wir gehen aggressiv gegen Fehlinformationen über Covid-19 vor und haben Teams im Unternehmen, die sich nur darum kümmern. Wir haben Millionen von Fehlinformationen mit Warnhinweisen versehen und Inhalte entfernt, die zu unmittelbarem Schaden führen können.“

Chris Cooper, der den australischen Thinktank leitete, der das Experiment durchführte, ist überzeugt, dass die Maßnahmen Facebooks bei weitem nicht ausreichen. Facebook kann die Verantwortung nicht an die Nutzer übertragen, so fordert er noch mehr Transparenz. – Facebook könnte beispielsweise eine Liste beliebter Posts veröffentlichen und darauf hinweisen, welche davon frei erfunden seien.

Quelle: Frankfurter Rundschau

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