Fake News über Hundeköder

Andre Wolf, 14. April 2021
Symbolbild hundeköder, Artikelbild: Shutterstock / Symbolbild / An13nA / Oleksiy Rezin
Symbolbild hundeköder, Artikelbild: Shutterstock / Symbolbild / An13nA / Oleksiy Rezin

In einer Facebookgruppe warnte eine Frau in der letzten Woche vor ausgelegten Hundeködern. Die Polizei wurde aktiv und enttarnte eine Fakenews!

„Achtung Hundebesitzer! Wurde in Erwitte beim Freibad gefunden!“ lautete die Warnung vor dem Hundeköder. Darunter war eine längs aufgeschnittene „Knackwurst“ abgebildet, in der man deutlich zwei Rasierklingenteile erkennen konnte.

Auch die örtliche Presse druckte das Bild mit der Geschichte in der vergangenen Woche ab. Unter dem Facebookpost gab es auch den Hinweis, dass die Polizei eingeschaltet sei. Der Erwitter Bezirksdienstbeamte war über den Facebookpost aufmerksam geworden.

Da ihm der „Fall“, trotz Facebookhinweis, nicht bekannt war, ging er der Sache nach. Auch beim Ordnungsamt war von den Ködern nichts bekannt. Die Erstellerin des Posts gab an, das Bild von einer anderen Frau bekommen zu haben. Nun klingelte der Polizeibeamte bei der Dame an, die die Knackwurst am 20. März in ihrem Garten gefunden hatte.

Den Fund eines Wurststücks hatte sie per Online-Anzeige bei der Polizei gemeldet. Sie gab an, weder in der Wurst noch in einem ebenfalls im Garten gefundenen Brötchen eine Rasierklinge gefunden zu haben.

Hundeköder: Stille Post und Übervorsicht

Aber man müsse trotzdem vorsichtig sein – es könnte ja trotzdem so vorkommen. Sie habe das wiederum von einer anderen Frau gehört. Den Namen dieser Frau konnte sie jedoch nicht nennen. Fakt ist, dass es KEINEN Fund von Würstchen mit Rasierklingen in Erwitte so gegeben hat – jedenfalls keinen, der von der Polizei recherchiert werden konnte.

Das Foto stammt aus einer Pressemeldung der Polizei aus dem Märkischen Kreis vom 30.03.2021. Dies ließ sich mit einer einfachen Anfrage (Würstchen mit Rasierklingen) an eine Internetsuchmaschine leicht feststellen.

Die Polizei bittet darum, dass solche Meldungen nicht einfach ins Netz gestellt werden, ohne dass man genaue Hintergründe kennt. Das Prinzip „Stille Post“ hat hier hervorragend funktioniert. Zu dem Stück Wurst, über das man wirklich nicht reden muss, gesellten sich Rasierklingen und zum Schluß auch noch ein Foto, welches unrechtmäßig verwendet wurde und nichts mit Erwitte zu tun hatte.

Der Post in der Facebookgruppe wurde jetzt gelöscht und die Hundehalter in Erwitte können wieder aufatmen.

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Symbolbild hundeköder, Artikelbild: Shutterstock / Symbolbild / An13nA / Oleksiy Rezin

via Pressemeldung Polizei


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