Fakenews

Eigenes Hinterfragen entzaubert Fake News

Wissenschaftler der University of Texas animieren Probanden zu mehr selbstständigem Denken.

Claudia Spiess, 29. April 2022

Selbstreferenzielle Fragen schützen vor Leichtgläubigkeit in Bezug auf Fake News, wie Forscher der University of Texas und der McCombs School of Business ermittelt haben.

Nutzer sozialer Medien, wo Falschinfos gerne verbreitet werden, sollten sich demnach einfach nur fragen, woher sie selbst zu wissen glauben, dass Behauptungen tatsächlich wahr sein sollen. Darauf aufbauend sollten sie dann den Versuch machen, diese Frage auf der Grundlage von persönlichem Wissen zu beantworten. Das aktiviere die kritischen Denkzentren des Gehirns und stelle Vorurteile infrage.

Selbstkritisches Denken zur Entlarvung von Fake News

„Wir alle laufen Gefahr, Fehlinformationen zu glauben. Wenn wir uns diese sogenannten selbstreferenziellen Frage stellen, können wir kritischer denken.“

Tricia Moravec

Sie und ihre Kollegen haben herausgefunden, dass Menschen Aussagen, die ihren Überzeugungen entsprechen, blindlings akzeptieren, wenn sie sich die besagte Frage nicht stellen. In Tests haben die Forscher Teilnehmer gebeten, zufällig ausgewählte Schlagzeilen nach ihrer Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit zu bewerten.

Unter Verwendung einer modellierten Social-Media-Seite mit links- und rechtsgerichteten Schlagzeilen aus einer erfundenen Nachrichtenquelle baten die Forscher die Teilnehmer, ihr persönliches Wissen zu einer bestimmten Nachricht zu bewerten und sich dann zu fragen: „Ist die Information richtig?“
Die Teilnehmer hatten mehrere Auswahlmöglichkeiten, darunter:

  • „Ich habe persönliche Kenntnisse über diese Geschichte und sie ist wahr“
  • „Ich habe persönliches Wissen und sie ist falsch“
  • „Ich habe kein persönliches Wissen, aber sie scheint wahr zu sein“
  • „Ich habe kein persönliches Wissen, aber sie scheint falsch zu sein“
  • „Ich kann nicht sagen, ob sie wahr oder falsch ist“.

Gehirnzentren aktiviert

Die Studienteilnehmer trugen ein EEG-Headset, sodass die Forscher neurophysiologische Veränderungen messen konnten, während die Probanden die Nachrichten bewerteten, von denen die Hälfte wahr und die andere Hälfte falsch war. Bei denen, die Artikel bewerteten, während sie ihr eigenes Wissen über das Thema infrage stellten, konstatierten die Wissenschaftler eine erhöhte Aktivierung in mehreren Teilen des Gehirns fest, die mit kognitiver Aktivität verbunden sind.

Die Frage brachte einige Teilnehmer zu der Erkenntnis, dass sie keine Möglichkeit hatten, die Glaubwürdigkeit der Nachricht aus erster Hand zu bewerten. Sie dachten tiefer über die Nachricht nach, anstatt automatisch davon auszugehen, dass Artikel, die mit ihren Überzeugungen übereinstimmten, wahr waren.

Darüber hinaus fanden die Forscher einen anhaltenden Effekt: Die Teilnehmer analysierten Inhalte weiterhin kritischer als zuvor, auch wenn sie nicht dazu aufgefordert wurden.

Seid ihr euch nicht sicher und wollt überprüfen, ob ihr Behauptungen korrekt als wahr oder Fake News eingeordnet hättet, könnt ihr das immer in unseren Faktenchecks überprüfen: Mimikama Faktenchecks. Oder ihr könnt uns auch welche zur Prüfung melden: Mimikama Meldeformular

Quelle: Pressetext


Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung!

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

weitere mimikama-Artikel