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Fake-Bilder bei der #10YearsChallenge

Ralf Nowotny, 21. Januar 2019
Nicht alle Bilder liegen 10 Jahre auseinander
Nicht alle Bilder liegen 10 Jahre auseinander

Bei der sogenannten 10 Jahres-Challenge posten Nutzer ein aktuelles Bild von sich und eines von vor 10 Jahren.

Viele nutzen auch die Gelegenheit, Bilder zu posten, um auf aktuelle Probleme wie den Klimawandel einzugehen. Doch leider ist es eher kontraproduktiv, wenn dafür falsche Bilder verwendet werden, die die Situation nicht wirklich so zeigen, wie sie ist.

Im Folgenden zeigen wir euch Beispiele von Challenge-Bildern, die irreführend sind:

Das linke Foto ist vom 5. November 2016 und zeigt das antarktische Getz-Schelfeis, fotografiert von der NASA.
Das rechte Foto ist vom August 2018 und zeigt den arktischen Ozean.
Die Arktis liegt am Nordpol, die Antarktis liegt am Südpol, also auch von der Örtlichkeit her liegen die beiden Fotos so weit auseinander, wie es nur sein kann.

Das Bild mit dem Fluss

Die Bilder zeigen den Fluss Animas in Colorado/USA. Das rechte Bild wurde in 2015 aufgenommen. Damals versuchte die EPA, ein historisches Minengelände zu sichern. Einer der Auftragnehmer durchbrach versehentlich einen Damm, wodurch mehrere Millionen Liter giftiges Wasser in den Fluss strömten und ihn einfärbten.

Das Bild mit der Skyline

Auf den Bildern sieht man die Skyline von Peking. Beide Fotos wurden in 2015 aufgenommen. China führte eine Militärparade zum 70. Jahrestag der Niederlage Japans im 2. Weltkrieg auf, weswegen die chinesische Regierung drastische Maßnahmen ergriff:
Hunderte Firmen wurden geschlossen, die Hälfte der 5 Millionen Autos durften nicht fahren.
Mit Erfolg: Innerhalb weniger Tage gab es einen blauen Himmel über Peking.
Nur 24 Stunden später sah Peking dann wieder so aus, wie das untere Bild zeigt.

Das Arktis/See-Bild

Das linke Foto stammt vom April 2013, das rechte Foto vom Juli 2013. Örtlich liegen die Fotos auch ein wenig auseinander: Das linke Fotos stammt direkt vom Nordpol, das rechte Foto wurde von derselben Kamera, aber 584 Kilometer weiter südlich aufgenommen.
Grund: Die Kamera ist fest auf einer Eisscholle befestigt, welche nach Süden treibt.
Im Sommer entstehen am Nordpol regelmässig sogenannte „Schmelzteichbecken“, eines davon sieht man auf dem rechten Foto.

Der Mann im arktischen Eis

Das obere Bild zeigt Norbert Untersteiner in 1957 im arktischen Eis.
Das untere Bild stammt von 2018 und zeigt das arktische Meer.
Die Örtlichkeiten liegen wahrscheinlich weit auseinander, zudem liegen 61 Jahre zwischen den Bildern.

Fazit

Auch wenn es gut ist, auf Umweltprobleme und Klimawandel hinzuweisen, so ist es doch sehr kontraproduktiv, dies mit Bildern zu tun, die die Situation nicht richtig zeigen.

Wir werden diesen Artikel bei Bedarf um weitere falsche Vergleiche ergänzen.


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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