Immer wieder schreiben uns Nutzer an und fragen nach, was sie tun können, wenn Ihr Profil und / oder ihr Messenger gesperrt wurden.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Auf Nachfrage stellt sich dann sehr oft heraus, dass Facebook die Nutzer aufgrund Ihres “Namens” blockiert hat und zwar da der gesperrte Nutzer einen Fantasienamen verwendete.

Immer wieder kommt es vor, dass auf Facebook diverse Nutzer einfach gesperrt werden. Im Moment, so macht es den Anschein, dürfte Facebook wieder sehr genau bei der Kontrolle von Klar— bzw. Fantasienamen sein, denn wir bekommen seit ein paar Stunden immer wieder von gesperrten Nutzern den Hinweis dazu. Facebook-Profile tragen Namen wie Ma Reen, Na Dine oder Herr Qn und alle haben eines gemeinsam: Sie könnten von heute auf morgen von Facebook ausgesperrt werden. Der Grund: Facebooks Klarnamenpflicht.

Facebook schreibt in seinen Nutzungsbedingungen unter Punkt 4 “Registrierung und Sicherheit der Konten” vor, wahre Namen und Daten anzugeben.

image

Punkt 4 der Facebook-Nutzungsbedingungen: Registrierung und Kontosicherheit

Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an und wir benötigen deine Hilfe, damit dies so bleibt. Im Folgenden werden einige Verpflichtungen aufgeführt, die du bezüglich der Registrierung und der Wahrung der Sicherheit deines Kontos uns gegenüber eingehst:

1. Du wirst keine falschen persönlichen Informationen auf Facebook bereitstellen oder ohne Erlaubnis kein Profil für jemand anderen erstellen.

Eine praktikable Vorschrift?

Eine nicht-repräsentative Auswertung eines beliebigen Profils hat ergeben: ca. 25% aller Nutzernamen stellen NICHT den Klarnamen der dahinter stehenden Personen dar bzw. verletzen Namensvorschriften (z.B. Komposita). Wenn man dann noch die Falschangaben zu Wohnort, Arbeitsplatz oder Schule anschaut, liegt die Anzahl der nicht legitimen Profile um einiges höher.

Wenn nun also Facebook Ernst machen würde, wären nach dieser nicht-repräsentativen Auswertung ca. 33% aller mitteleuropäischen Facebook-Profile von jetzt auf sofort gesperrt.

Kurzes Pro / Contra

Warum wünscht Facebook Klarnamen?

Für den Nutzer gib es ganz klar zwei Vorteile: Man FINDET Personen und man ERKENNT Personen bei empfangenen Anfragen. Daneben gibt es für Nutzer den angenehmen Effekt, dass Spammer und Scammer aufgrund ihrer Falschnamen schnell gesperrt werden können. Wer einen selbstgestalteten Namen trägt, gerät auch immer wieder in Versuchung, diesen stetig ändern zu wollen. Das kann zu Identifikationsproblemen führen.

Unangenehmer Effekt für Gruppen- oder Seitenadmins: Sollte man aufgrund eines Falschnamens von Facebook ausgesperrt werden, ist unter Umständen der Zugang zur Seite / Gruppe unmöglich. Die verwaist dann.
Letztendlich sind Klarnamen für Facebook natürlich ein wirtschaftlicher Aspekt: Klarnamen sind echte Kunden! Nicknamen tragen wirtschaftlich weniger Wert.

Doch warum entscheiden sich so viele Menschen gegen Klarnamen?

Ganz einfach: Es ist die hier vorhandene sensiblere Einstellung gegenüber den privaten Daten. Nutzer wollen nicht von unbekannten Dritten klar gefunden werden, es stellt auch eine Art Privatsphäre dar, wenn nicht jeder x-Beliebige einen auf Facebook sehen kann.

Überdies erwarten viele Arbeitgeber Diskretion ihrer Mitarbeiter, was die Angaben oder den Auftritt bei Facebook angeht, so dass speziell Nachnamen nicht oder nur verschlüsselt angegeben werden. Weitere Probleme ergeben sich durch die Nicht-Vereinbarkeit mit deutschem Recht, die Problematik bei Künstlernamen und das schluderhafte Verhalten in der Namenssuche.

Problemdarstellung

§ 4 Abs. 6 Teledienstedatenschutzgesetz (Deutschland) schreibt vor

Der Diensteanbieter hat dem Nutzer die Inanspruchnahme von Telediensten und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Nutzer ist über diese Möglichkeit zu informieren.

Dieses Gesetz steht jedoch im Widerspruch zu EU-Gesetzen und da der anerkannte Sitz von Facebook für Europa in Irland ist, kommt hier nicht Deutsches Recht zum Tragen.

Mehrere Wege zur Identifikation

Nach Informationen von Facebook gibt es mehrere Möglichkeiten, Facebook gegenüber die eigene Identität nachzuweisen. Was viele Nutzer nicht wissen: Es muss nicht allein der Personalausweis sein! Facebook lässt weitere Möglichkeiten zu:

Wir akzeptieren jeden amtlichen Ausweis, aus dem dein Name und dein Geburtsdatum ersichtlich sind.

Einige Beispiele:

  • Geburtsurkunde
  • Führerschein
  • Pass
  • Heiratsurkunde
  • Dokumente zur amtlichen Namensänderung
  • Privat- oder Autoversicherungsausweis
  • Andere amtliche Ausweise, z. B. Behindertenausweis, Personalausweis
  • Aufenthaltsgenehmigung, Einwanderungspapiere
  • Stammesausweis oder Statusnachweis
  • Wahlberechtigtenausweis

Wenn man keines dieser Dokumente als Kopie vorweisen möchte, gibt es noch die Möglichkeit, eine Kombination aus zwei verschiedenen Dokumenten der folgenden Aufzählung vorzuweisen:

  • Kontoauszug
  • Busfahrkarte
  • Kreditkarte
  • Beschäftigungsnachweis
  • Büchereiausweis
  • Geschäftsbrief
  • Nachweis über Zeitschriftenabonnement
  • Krankenakte
  • Mitgliedsausweis, z. B. Rentnerausweis, Gewerkschaftsausweis, Mitarbeiterausweis, Dienstausweis
  • Gehaltsabrechnung
  • Bewilligung
  • Schüler- bzw. Studentenausweis
  • Schul- bzw. Universitätszeugnis
  • Sozialversicherungsausweis
  • Gas-, Wasser- oder Stromrechnung
  • Foto im Schuljahresbericht (Scan oder Foto der betreffenden Seite des Jahresberichts)

Hier kann man frei wählen, es müssen jedoch zwei verschiedene Dokumente sein.

Zusätzlich gibt Facebook folgende Möglichkeit:

Falls du keinen Ausweis hast, auf dem dein echter Name und ein Foto oder dein Geburtsdatum enthalten sind, kannst du uns zwei Ausweise aus der oben erläuterten Option 2 vorlegen und dann einen amtlichen Ausweis vorweisen, auf dem ein Geburtsdatum oder ein Foto enthalten ist, das den Angaben in deinem Profil entspricht. Die Angaben zu deinem Namen oder anderen Informationen aus deinem Ausweis werden nicht zu deinem Konto hinzugefügt.

Nachzulesen ist das auf Facebook unter: Welche Ausweise werden auf Facebook akzeptiert?

Klarnamenpflicht ist sinnvoll!?

Man kann nun schnell und einsichtig den Nutzungsbedingungen von Facebook zustimmen. Das ist im Grunde auch ein akzeptabler Weg, um Problemen aus dem Weg zu gehen.

Aber auch Facebook sollte unserer Meinung nach in sich gehen und die Klarnamenpflicht überdenken.

Nicht allein, dass Länder wie Deutschland, in denen Facebook genutzt wird, andere Ansichten zum Thema Klarnamen haben (auch wenn diese durch die Standortsituation in Irland aufgehoben werden).

Man schreibt meist eh nur Profile an, die man kennt. Daher kennt man meist deren Facebooknamen. So wie auch umgekehrt. Scam und Spam kann man ebenfalls ohne Klarnamenpflicht eindämmen. Bleibt am Ende lediglich der wirtschaftliche Faktor übrig…

-Mimikama unterstützen-