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„ACHTUNG: Morgen früh, wenn du dich auf Facebook einloggst… „

Kathrin Helmreich, 5. Juli 2018
“ACHTUNG: Morgen früh, wenn du dich auf Facebook einloggst ...”
“ACHTUNG: Morgen früh, wenn du dich auf Facebook einloggst ...”

… wird Facebook noch immer gebührenfrei sein! Denn bei diesem Text handelt es sich um einen Kettenbrief!

Wir erhielten Anfragen zu folgendem Statusbeitrag, der auf Facebook kursiert:

Dieser Kettenbrief ist bereits schon seit Jahren im Umlauf. / Screenshot by mimikama.at
Dieser Kettenbrief ist bereits schon seit Jahren im Umlauf. / Screenshot by mimikama.at

ACHTUNG: Morgen früh, wenn du dich auf Facebook einloggst, wirst du eine Zahlungsinformation erhalten….. es ist offiziell…. es war sogar in den Nachrichten. Facebook wird jetzt Gebühren verlangen…wegen der Kosten der Profile. Wenn du diesen Text als deinen Status postest, wird sich dein Statusicon blau färben, und Facebook wird kostenlos für dich sein….
Kopiere diesen Text als deinen Status

Der Faktencheck

Wie Kollege Ralf bereits im Juni 2016 wusste, kann man diesen Text getrost in der Kategorie Kettenbriefe verbuchen.

Dieser Text lässt sich bereits 2011 auf Englisch finden und auch damals schon war die Ankündigung, Facebook würde kostenpflichtig werden, eine reine Fantasiegeschichte. Seitdem lässt sich der Text jedoch in abgewandelter Form, als extrahierte Fragmente oder mit neuen Anweisungen versehen, immer wieder auf Facebook finden – nämlich als Kettenbrief.

Beleuchten wir trotzdem den Text etwas genauer:

Es war in den Nachrichten?
Anscheinend lesen wir die falschen Nachrichtenseiten, denn nirgendwo war irgendwas zu hören oder zu lesen, dass Facebook „ab morgen“ kostenpflichtig sein wird. Nichtsdestotrotz scheinen viele User verunsichert zu sein und kopieren diesen Text als Status, gemäß dem Motto „Sicher ist sicher“.

Wann ist „ab morgen“?
Je nachdem, wann dieser Text gelesen wird… und dieses „ab morgen“ gibt es bereits seit 2011, wie die Kollegen von Hoax-Slayer damals berichteten. Doch auch wenn der Text in verschiedenen Varianten, sogar teilweise mit Datumsangaben und anderen Begründungen herumging, z.B. mit Facebooks Börsengang damals, so hat sich eines nie geändert: Facebook ist noch immer kostenfrei.
(*Originaltext Ralf N.)

Auch Facebook selbst sah sich lange vor diesem Kettenbrief bereits gezwungen, die Gerüchte um das “kostenpflichtige Facebook” aufzuklären.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg musste zwar im Zuge des Datenskandals Anfang April 2018 vor dem US-Kongress aussagen und dabei kam auch die Diskussion um ein kostenpflichtiges Abo-Modell auf, doch so schnell wird keine Gebühr kommen. Zuckerberg hält die werbefinanzierte Variante noch immer für die Beste.

Facebook ist und bleibt vorerst eine gebührenfreie Webseite.

Du hast jedoch die Option, Käufe im Zusammenhang mit Spielen, Apps und anderen Artikeln zu tätigen. Wenn du Facebook von deinem Handy aus verwenden möchtest, denke daran, dass du für alle Gebühren im Zusammenhang mit der Internetnutzung und/oder dem Senden von SMS gemäß den Bedingungen deines Mobilfunkanbieters verantwortlich bist. (Quelle: Facebook Hilfebereich)

Was ist eigentlich ein Kettenbrief?

Kettenbriefe wurden früher mit der Post versendet und damals waren es auch wirklich noch “Briefe”. Heute verbreiten sich Kettenbriefe per E-Mail, auf Facebook (und anderen Social Media Kanälen) oder auf WhatsApp.

Es wird immer aufgefordert, den Brief zu kopieren und an viele Empfänger zu versenden. Zum Teil wird hier auch mit der Angst des Empfängers gespielt, denn entweder muss man etwas zahlen oder gar sterben, wenn man die Kette unterbricht.

Nutzer werden also unter einen moralischen Druck gesetzt, um die jeweilige Nachricht weiterzuleiten.

Was bringt ein Kettenbrief und wozu dienen diese?

Kettenbriefe dienen unterschiedlichen Zwecken:

  • Mitteilungen zu verbreiten, zum Beispiel Spendenaufrufe, falsche Viruswarnungen, religiöse oder politische Texte
  • E-Mail-Adressen zu sammeln (Spam, Phishing)
  • In-Gang-Setzen und -Halten von Spielen
  • Betrugsversuche (Make Money Fast)
  • Störung von Kommunikationsdiensten (z. B. E-Mail)
  • Belästigung von Einrichtungen oder Personen (Stalking, Mobbing)
  • Schleichwerbung

Ergebnis:

Facebook wird nicht kostenpflichtig werden.

Die Anweisungen in dem Text könnten getrost ignoriert werden.


Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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