Aktuelles

Facebook startet eine Plattform zum Schutz von Frauen.

Tom Wannenmacher, 2. Juli 2021

Facebook gründet ein „Women’s Safety Hub„. Es soll Frauen als Privatpersonen, Personen des öffentlichen Lebens, Journalistinnen oder Missbrauchsbetroffene, dabei helfen, sich vor Online-Übergriffen zu schützen.

Das Informationsangebot von Facebook, das künftig in insgesamt 55 Sprachen zur Verfügung stehen soll, beinhaltet u.a. Trainingsvideos, die erklären, wie sich anstößige Nachrichten auf Facebook oder Instagram verbergen lassen. Facebook installiert zudem ein externes Beraterinnengremium mit NGO-Vertreterinnen.
Cindy Southworth, Head of Women’s Safety schreibt im Newsroom von Facebook: 

Wichtige Partnerschaften: Wie wir die Sicherheit von Frauen fördern

Diese Woche findet in Paris das UN Women’s Generation Equality Forum statt. Hier kommen Regierungen, Unternehmen, Jugendliche und die Zivilgesellschaft zusammen mit dem wichtigen Ziel die Gleichstellung der Geschlechter voranzubringen. Es ist unsere Grundüberzeugung bei Facebook, dass Frauen den gleichen Zugang zu Bildung, wirtschaftlichem Erfolg und sozialen Kontakten haben sollen wie Männer, sprich zu allen Möglichkeiten, die das Internet bietet.

Das ist auch der Grund, warum ich als “Head of Women’s Safety” zu Facebook gekommen bin, nachdem ich über zwei Jahrzehnte für gemeinnützige Organisationen gearbeitet habe, die sich für die Sicherheit von Frauen einsetzen. Das ist der Maßstab, den wir an unsere Arbeit ansetzen, und weshalb wir heute den Women’s Safety Hub einführen. Und mehr noch: Wir haben die „Global Women’s Safety Expert Advisors“ gegründet, eine Gruppe von 12 Non-Profit-Führungskräften, Aktivistinnen und akademischen Expertinnen. Sie helfen uns dabei neue Richtlinien, Produkte und Programme zu entwickeln, die Frauen, die unsere apps nutzen, noch besser unterstützen.

Diese Expertinnen sind in ihren Fachgebieten herausragend und haben einen enormen Beitrag zur Förderung der Sicherheit von Frauen geleistet, online wie offline. Wir haben bereits in der Vergangenheit mit ihnen gearbeitet und freuen uns nun auf kontinuierliche, vierteljährliche Sitzungen, um das Thema „Sicherheit von Frauen im Internet“ voranzubringen. In Zukunft werden wir zudem weitere Expert*innen aus anderen Ländern einbeziehen, damit wir möglichst viele unterschiedliche Stimmen hören und die spezifischen Belange noch besser verstehen.

Auf unserem Women’s Safety Hub finden Frauen alle Mittel und Werkzeuge, die sie beim sicheren Navigieren auf unserer Plattform benötigen. Hier finden sich auch spezielle Tools für weibliche Führungskräfte, Journalistinnen und Frauen, die Missbrauch erlebt haben. Der Hub wurde gemeinsam mit gemeinnützigen Organisationen auf der ganzen Welt entwickelt und wird künftig in 55 Sprachen verfügbar sein. Er enthält Video-on-Demand-Sicherheitstrainings; außerdem können sich Interessierte hier für live durchgeführte, mehrsprachige Sicherheitstrainings anmelden.

Unsere Nutzerinnen zu informieren ist nur ein Teil unserer Arbeit. Unser Engagement für Sicherheit von Frauen auf unseren Plattformen ist langfristig. Mit der Hilfe von Expertinnen haben wir strenge Gemeinschaftsstandards und Tools entwickelt, um Nutzer*innen vor Online-Missbrauch zu schützen. Auf Instagram und Facebook haben wir Funktionen eingeführt, mit denen Frauen ihr Nutzungserlebnis auf unseren Plattformen besser kontrollieren können. Auf Instagram lassen sich mithilfe des neuen Produkts „Nachrichtenanfragen verbergen“ potenziell anstößige Nachrichten herausfiltern. Auch auf Facebook können Nutzer*innen ab sofort besser kontrollieren, was sie in ihrem Feed sehen möchten. Wir arbeiten mit anspruchsvollen Technologien, um verletzende Inhalte zu identifizieren und das Teilen von nicht-einvernehmlichen intimen Bildern zu unterbinden.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Global Women’s Safety Expert Advisors, damit Facebook ein sicherer Ort für Frauen bleibt.

Zur Gruppe der Global Women’s Safety Expert Advisors gehören:

  • Australien: Asher Flynn ist außerordentliche Professorin für Kriminologie an der Monash University und Vizepräsidentin der Australian and New Zealand Society of Criminology. Ihre Arbeit konzentriert sich auf bildbasierten Missbrauch und technologiegestützte Gewalt.
  • Brasilien: Enrica Duncan ist Projektleiterin und stellvertretende Direktorin von Nossas, einem von Frauen geführten Labor für gesellschaftliches Engagement und Aktivismus in Lateinamerika. Es entwickelt Technologien, mit denen Bürger*innen Einfluss auf die Politikgestaltung nehmen können.
  • Global: Kalliopi Mingeirou ist Leiterin der Abteilung „Ending Violence against Women and Girls“ bei UN Women. Zuvor arbeitete sie für UN-Agenturen sowie internationale NGOs in den Bereichen Menschenrechte, Frauenrechte und Flüchtlingsschutz in verschiedenen Ländern.
  • Hongkong: Lisa Moore beaufsichtigt die Forschung der Women’s Foundation zu Gender-Themen und leitet Interessenvertretungen, die die volle Teilhabe von Frauen und Mädchen an der Gesellschaft fördern.
  • Indonesien: Tunggal Pawestri ist eine unabhängige Expertin für Fragen der Geschlechtergleichstellung, der sexuellen Rechte und Vielfalt. Sie setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in öffentlichen Debatten und in Führungspositionen vertreten sind.
  • Irland: Caitriona Gleeson hat sich zwei Jahrzehnte lang für die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt eingesetzt und leitet nun Women for Election, eine überparteiliche gemeinnützige Organisation, die Frauen in Irland ermutigt und unterstützt, in der Politik zu kandidieren.
  • Mexiko: Margarita Guillé Tamayo ist Aktivistin, Gründerin und leitende Koordinatorin des Interamerikanischen Netzwerks der Frauenhäuser. Sie ist internationale Beraterin von Regierungen und Non-Profit-Organisationen zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt.
  • Marokko: Stephanie Willman Bordat ist Menschenrechtsanwältin, NGO-Aktivistin und Gründungspartnerin von MRA Mobilising for Rights Associates, wo sie im gesamten Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen) arbeitet, um die Rechte von Frauen zu fördern.
  • Philippinen: Mariane Dorothy Rosario ist Global Advocacy Champion für die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) und Unterstützerin von Girls Get Equal für Plan International. Sie setzt sich für die Beendigung von Online-Missbrauch, Belästigung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein.
  • Südkorea: Ji-Yeon Lee ist Associate Professor, Counseling Psychology, Hankuk University of Foreign Studies. Ihre Schwerpunkte: Formen und Auswirkungen von sexueller Gewalt im Internet und beratende Psychologie.
  • Uganda: Neema Iyer ist die Gründerin und Direktorin von Pollicy, einer Organisation für zivilgesellschaftliche Technologie. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Daten, Design und Technologie. In ihrer feministischen Forschung beschäftigt sie sich mit Themen wie digitaler Inklusion und digitalen Rechten.
  • Vereinigte Staaten: Erica Olsen leitet das Projekt TechSafety.org beim National Network to End Domestic Violence und ist eine internationale Expertin für die Überschneidung von Technologie und geschlechtsspezifischer Gewalt.

Zudem unterstützen wir Frauen mit lokalen Programmen. In Deutschland laden wir zu unserem Informations- und Weiterbildungsangebot “Starke Frauen, Starke Politik”. Gemeinsam mit Expert*innen aus den Bereichen Resilienz, Moderation und Gegenrede sowie Produktspezialist*innen von Facebook und Instagram möchten wir politisch aktive Frauen unterstützen. Das nächste Webinar findet am 12. August statt.


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