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Facebook: Polit-Werbung oft dubiosen Ursprungs

Kathrin Helmreich, 18. April 2018

Geldquellen polarisierender Botschaften bei US-Wahl 2016 meist unklar

Gerade polarisierende Polit-Werbung auf Facebook ist oft dubiosen Ursprungs. Das legt eine Studie von Forschern der University of Wisconsin-Madison dar. Bei der US-Präsidentenwahl 2016 war demnach die Mehrheit jener Anzeigen, die sichtlich Furcht und Zwietracht säen wollten, von „verdächtigen“ Gruppen finanziert worden, über die sich nur sehr wenig sagen lässt. Ein Sechstel davon scheint den Forschern zufolge dem Kreml nahe zustehen – wer genau hinter dem Rest steht, ist aber unklar.

Anonyme Polarisierer

Die US-Präsidentenwahl 2016 war auch auf sozialen Medien von oft sehr scharfen, polarisierenden Werbebotschaften, beispielsweise zum Thema Immigration, gekennzeichnet. Mithilfe von rund 9.500 Freiwilligen hat das Team um Young Mie Kim, Professorin am Institut für Journalismus und Massenkommunikation in Madison, damals rund fünf Mio. Anzeigen auf Facebook erfasst. Nun haben die Forscher die Ergebnisse ihrer Analysen vorgelegt, die eines klar machen: Wer eigentlich hinter polarisierender Politik-Werbung auf Facebook steckt, lässt sich nur in sehr begrenztem Ausmaß nachvollziehen.

Die Mehrheit der Buchenden waren der Analyse zufolge Gruppen, die beispielsweise in den Unterlagen der Federal Election Comission (FEC) nicht aufscheinen. Bei der sind Ausgaben für digitale Werbung nämlich nur meldepflichtig, wenn sie explizit zur Wahl oder Nichtwahl eines Kandidaten auffordern. Genau das tat Facebook-Werbung zur Präsidentenwahl aber selten.

Nur ein Viertel der Anzeigen haben überhaupt einen Kandidaten namentlich benannt, der Großteil nur heiße Themen wie Immigration angesprochen. Letztlich haben anonyme Gruppen mit potenziell fragwürdigen Geldgebern also vier Mal mehr Anzeigen geschaltet als von der FEC erfasst.

Dubios, aber wirksam

Für viele jener Gruppen, die während der US-Präsidentschaftswahl 2016 Facebook-Werbung mit politischer Botschaft gebucht haben, existiert also de facto keine Datenspur, die klar machen könnte, wer da wirklich Geld in politische Agenden investiert. Und nur ein Sechstel jener Gruppen, die Kim und Kollegen als verdächtig einstufen, konnten aufgrund der Daten des House Intelligence Committee als russische Gruppierungen mit Verbindungen zum Kreml identifiziert werden.

Für die Mehrheit der Gruppen bleiben die Hinterleute unklar. Dabei hat die dubiose Facebook-Werbung den Ausgang womöglich entscheidend mitbeeinflusst. Denn die Studie ergab auch, dass arme Weiße überdurchschnittlich oft polarisierende Polit-Werbung zum Thema Immigration zu sehen bekommen haben.

Zudem haben die Anzeigen besonders häufig auf Nutzer in Pennsylvania und Wisconsin abgezielt. Beides waren heiß umkämpfte Staaten (sogennate „Battleground States“), die Donald Trump mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung für sich gewinnen konnte.

Zur Studie „The Stealth Media? Groups and Targets Behind Divisive Issue Campaigns on Facebook“: Studie


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