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Faktencheck: „Leute, passt auf! Fast alle Facebook-Konten sind oder werden derzeit gehackt.“

Tom Wannenmacher, 17. September 2020
Das Facebook-Konto wurde nicht gehackt, sondern es geht um Identitätsdiebstahl.
Das Facebook-Konto wurde nicht gehackt, sondern es geht um Identitätsdiebstahl.

Aktuell wird in verschiedenen Facebook-Statusbeiträgen behauptet, dass „fast alle Facebook Konten gehackt werden“.

Auf Facebook taucht immer wieder ein Statusbeitrag auf, der vor Hackern warnt. Es handelt sich dabei um diesen Text hier, der erst am 16.9.2020 abermals geteilt wurde:

„Leute, passt auf!!
Fast alle Facebook-Konten sind oder werden derzeit gehackt. Das Profilbild und dein Name werden verwendet, um ein neues FB-Konto zu eröffnen, dann werden sie versuchen, deine Freunde dazu zu bewegen, dich wieder als Freund hinzuzufügen… et voilà, sie werden versuchen, dein Leben zu ruinieren! Deine Freunde werden denken, dass es dein Konto ist und die Freundschaftsanfrage annehmen.
Von diesem Moment an können diese Piraten in deinem Namen schreiben, was sie wollen!!
Ich möchte euch heute sagen, dass ich keine Pläne habe, ein neues Konto zu eröffnen, also bitte keine zweite Einladung von mir annehmen!
Auf Instagram gibt es auch verrückte Gangs. Bei Berichterstattung bekomme ich eine Antwort, dass sie meine Anfrage nicht behandeln können, weil das Profil nicht gegen die Gesetze verstoßen hat. Also nur um das klarzustellen, ich frage nicht nach eurer Telefonnummer über Instagram!!!
Kopiere und poste dies auf deiner Homepage, damit deine Freunde gewarnt sind!!
Nicht weiterleiten oder teilen.
Einfach mal den Finger länger auf den Text halten und den Text kopieren und dann dort festhalten, wo man auf der Homepage schreibt. Finger länger auf der leeren Seite, bis Nachricht erscheint und du fertig bist.“

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Screenshot: Facebook-Statusbeitrag vom 16.9.2020
Screenshot: Facebook-Statusbeitrag vom 16.9.2020

Der Faktencheck

Bei diesem Text handelt es sich um einen Kettenbrief, der schon seit längerem unterwegs ist.

Das Facebook-Konto wurde nicht gehackt, sondern es geht um Identitätsdiebstahl. Die Betrüger erstellen eine 1:1 Kopie des Facebook-Profils mit gleichlautendem Namen und dem bislang verwendeten Profil- und Titelbild.

Danach besuchen sie das Original-Profil und durchforsten die gesamte Freundesliste, um den Personen eine erneute Freundschaftsanfrage zu schicken. Ein Großteil dieser Freunde nimmt solche Anfragen immer wieder an – denn man „kennt“ sich ja.

Hat der Freund also die betrügerische Anfrage bestätigt, schickt der Betrüger eine Nachricht mit der Bitte ihm doch nochmals die Handynummer mitzuteilen. Bekommt der Betrüger auch noch diese Information, erhält sein Opfer kurz darauf einen Zahlencode per SMS. Und nun ist absolute Vorsicht geboten!

Mit der Weitergabe der Zahlencodes wird es den Betrügern möglich, diese bei Zahlungsdienstleistern einzulösen und dadurch die Handyrechnung des Opfers zu belasten. Die alleinige Weitergabe der Handyrufnummer führt jedoch nicht zu einer Belastung der eigenen Mobilfunkrechnung.

Generell ist es wichtig, auch vermeintlichen Freunden – sei es über Messenger oder über soziale Netzwerke – niemals per SMS zugesendete Bezahl- oder Bestätigungscodes weiterzugeben.

Facebook-Identitätsdiebstahl: Was kann ich dagegen tun?

Zuallererst fragt man den Freund bzw. die Freundin, von der man diese vermeintliche erneute Anfrage bekommen hat, ob dieser / diese tatsächlich eine neue Anfrage geschickt hat. Das passiert natürlich am besten von Angesicht zu Angesicht.

Man kann sich auch merken, dass eine erneute Freundschaftsanfrage dann logisch ist, wenn besagter Freund aus der Freundesliste zuvor verschwunden ist – trotzdem sollte man auch in diesem Fall nachfragen.

Eine Anzeige beim jeweiligen Landeskriminalamt legen wir nahe. Angesichts der steigenden Zahlen von Internet-Kriminalität wurden hier Spezialeinheiten aufgebaut. Das sogenannte Cyber Crime Competence Centrum arbeitet technisch hoch professionell und vernetzt.

Die Facebook-Betrugsmasche mit gefälschten Profilen ist den Beamten hinlänglich bekannt. Einigen organisierten Banden konnte so auch schon das Handwerk gelegt werden – auch im Bereich der Facebook-Profil-Kopien.

Dafür sind die Beamten natürlich auf Anzeigen und damit die Mithilfe der Betroffenen angewiesen. Die Dunkelziffer ist nach Angaben des LKA Sachsen bei derartigen Betrugsfällen nach wie vor sehr, sehr hoch.

Was du noch unternehmen kannst, haben wir im Detail hier beschrieben.

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Fazit:

Der Kettenbrief ist bereits länger im Umlauf, die Methode ist real, doch nicht ganz korrekt beschrieben. Es handelt sich nicht um einen Hacker, sondern um kopierte Facebook-Profile.

Also immer Augen auf bei Freundschaftsanfragen! Denn durch das digitale Zeitalter können wir oft nicht wissen, wer sich wirklich hinter einem Profil verbirgt.

Artikelbild: Shutterstock / LightField Studios

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