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Facebook und Instagram: Meta-Datenrichtlinie im Faktencheck!

Du wirst geortet und deine Aktionen innerhalb Facebooks und auf anderen Internetseiten werden überwacht. Mit ein paar Einstellungen kannst du das eindämmen.

Claudia Spiess, 16. Juli 2022
  • Das Unternehmen Facebook heißt seit Ende 2021 Meta. Jetzt, Mitte 2022, hat es die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien für die Netzwerke Facebook und Instagram und weitere Angebote angepasst.
  • Meta erklärt an mehreren Stellen, dass es seine Nutzer durchs Internet verfolgt. Komplett davor schützen kann man sich aber nicht.
  • Cookies zu löschen, Datenschutz-Einstellungen vorzunehmen, Berechtigungen von Facebook-Apps einzuschränken und verschiedene Browser zu nutzen kann aber schon helfen.
  • Wir erläutern wichtige Punkte der Nutzungsbedingungen und Datenrichtlinie.

Facebooks Datensammlungen werden immer wieder kritisiert. Zum 26. Juli 2022 ergänzt das Netzwerk seine Nutzungsbedingungen, ebenso wie Instagram. Beide bekommen die gleiche Datenschutzerklärung, nämlich die neuen Meta-Datenschutzrichtlinien. Darin wird nun genauer erklärt, welche Daten erhoben werden und wie diese verwendet werden. Außerdem wird darüber informiert, wie die Dienste von Meta finanziert werden. Der Rest bleibt nahezu unverändert.

Aktuell wird man bei Facebook und Instagram aufgefordert, den Änderungen bis zum 26. Juli zuzustimmen. Macht man das nicht bis dahin, hat man noch einen Monat Zeit, die Netzwerke mit den alten Bestimmungen zu verwenden. „Indem du unsere Produkte auch nach dem 26. August 2022 nutzt, stimmst du den Änderungen zu“, steht in der Erläuterung.

Die überarbeiteten Erklärungen gelten nicht für WhatsApp. Der Messenger-Dienst gehört auch zu Meta, behält aber eine eigene Datenschutzrichtlinie. Darin sind keine Informationen darüber zu finden, dass Daten von Nutzenden in Deutschland zu Werbezwecken mit anderen Meta-Unternehmen geteilt werden.

In diesem Artikel erläutern wir die wesentlichen Punkte der Datenschutzerklärung für die Netzwerke Facebook und Instagram. Was du machen kannst, um die Verwendung deiner Daten zur Auswahl von Werbeanzeigen zu beeinflussen, erklären wir in diesem Text.

Meta erfasst, was du woanders machst – zum Teil auch offline und wenn du gar kein Meta-Produkt nutzt

Gerade noch in einem Online-Shop was ausgecheckt und schon hast du bei deinem Facebook-Besuch die Werbung des Shops auf deinem Schirm. Das nennt man personalisierte Werbung. Möglich wird das unter anderem durch Cookies: kleine Dateien, die im Browser gespeichert werden. Ziemlich viele Seiten im Internet verwenden Cookies. Die sind auch für einige Funktionen notwendig.

Auch durch so genannte Plugins kann Meta dich durchs Netz verfolgen. So können Betreiber von Internetseiten zum Beispiel einen Like-Button oder Meta-Pixel auf ihre Seite setzen und App-Anbieter einen Code-Baustein von Meta, das so genannte Software Development Kit (SDK), in ihre Apps einbauen. Meta erfasst damit Daten der Seitenbesucher sowie App-Nutzer und kann sie Nutzerprofilen in seinen Netzwerken zuordnen. Solche Daten werden aber auch von Personen erhoben, die keine Produkte des Meta-Konzerns nutzen. Und das Tracking geht sogar über die Online-Welt hinaus. Denn Meta erhält von Partnerunternehmen auch Informationen über Aktivitäten, die persönlich bzw. offline getätigt werden – zum Beispiel, wenn man sich mit seiner E-Mail-Adresse für ein Kundenprogramm eines Geschäfts registrieren lässt.

Deshalb ein kleiner Tipp von uns: Wenn du nicht willst, dass dir Werbung bei Facebook oder Instagram aufgrund deines Kaufverhaltens in der echten Welt angezeigt wird, nutze unterschiedliche E-Mail-Adressen. Denn die E-Mail-Adresse ist ein wichtiges Merkmal für Meta, um die Werbung auszuwählen, die dir angezeigt wird. Dafür bezahlen diejenigen, die die Werbung produzieren.

Sowohl in den Nutzungsbedingungen als auch in der Datenerklärung schreibt Meta: „Wir stellen Werbetreibenden Berichte über die Anzahl und Arten von Personen, die sich ihre Werbeanzeigen ansehen bzw. mit diesen interagieren. Wir teilen mit diesen Werbetreibenden und ihren Geschäftspartnern jedoch keine Informationen, die für sich genommen dazu verwendet werden können, dich zu kontaktieren oder identifizieren (wie z. B. dein Name oder deine E-Mail-Adresse), es sei denn, du gibst uns deine Einwilligung dazu.“

Informationen werden auch innerhalb des Meta-Konzerns weitergegeben, unter anderem um Angebote, Werbeanzeigen und andere gesponserte oder kommerzielle Inhalte zu personalisieren. So könnte es beispielsweise sein, dass du auf deinem Facebook-Account eine Werbeanzeige für eine Kunstmesse angezeigt bekommst, weil ein Freund von dir einem Instagram-Konto einer örtlichen Kunstmesse folgt.

Warum ist das kritisch?

Übersetzt heißt die Aussage von Meta: Das Unternehmen kann Infos darüber sammeln, wann du zum Beispiel auf der Homepage eines Online-Shops warst und ob du da was bestellt hast. Irgendwo werden also Daten darüber gespeichert, wie viel Zeit du im Internet verbringst und was du in der Zeit machst. Die Infos können über viele Meta-Produkte hinweg zu Nutzerprofilen zusammengeführt und zum Beispiel dazu genutzt werden, um dir Beiträge anzuzeigen, die dich gezielt in deiner Meinung beeinflussen sollen – wie zum Beispiel beim Skandal mit Cambridge Analytica. Auch können Werbetreibende Anzeigen bei Meta schalten, die in Apps außerhalb von Meta veröffentlicht werden.

Was kann ich dagegen machen?

Du kannst einen Browser nur für Facebook verwenden und alle anderen Internetseiten mit einem anderen Browser öffnen. Wenn dir das zu aufwändig ist, solltest du deinen Browser so einstellen, dass er alle Cookies löscht, wenn du ihn beendest. Das solltest du machen, bevor du dich bei Facebook das nächste Mal wieder einloggst. Bequemer ist es, deinen Browser im privaten Modus zu verwenden oder in den Einstellungen das Speichern von Drittanbieter-Cookies zu verbieten. Anleitungen dazu gibt’s auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW.

Und du solltest dich unbedingt mit den Einstellungen in deinem Facebook-Profil beschäftigen, zum Beispiel über das Privacy-Center. Nimm dir Zeit! Die Einstellungen für die Werbung sind selten „mal eben so“ gemacht. Und weil sie auch verwirrend sein können, haben wir Erklärungen und Anleitungen in diesem Artikel zusammengestellt.

Facebook und Instagram wissen, wo du bist

Hey, du bist gerade am Bahnhof? Wie wäre es mit einem Burger – der kostet hier nur 99 Cent!

Willst du, dass dein Handy dir solche Nachrichten anzeigt? Das könnte passieren, wenn du Facebook oder Instagram zum Beispiel als App nutzt. Denn Meta räumt sich in seiner Datenrichtlinie das Recht ein, deinen Standort zur Auswahl von Werbung zu nutzen. Facebook ortet dein Handy und weiß somit, wo du dich aufhältst und kann dir Werbung von Geschäften in der Nähe zeigen. Es erfährt auch von deinen Vorlieben, wenn du die Werbung dann antippst.

Warum ist das kritisch?

Zunächst könnte man ja denken: Na dann lass doch ein paar Leute da in Amerika wissen, wann ich wo bin – mir doch egal. Aber ist es das wirklich? Man muss ja kein Verschwörungstheoretiker sein, um sich vorzustellen, was andere mit solchen Informationen anstellen könnten. Würdest du es gut finden, wenn deine Eltern permanent verfolgen könnten, wo du bist? Warum sollen es Fremde dann dürfen?

Was kann ich dagegen machen?

Möglichkeit 1: Facebook und Instagram nicht auf dem Handy benutzen. Zugegeben, besonders bei Instagram ist das schwierig. Möglichkeit 2: Du kannst über die Einstellungen in deinem Smartphone den Lokalisierungsdienst abschalten (oder zumindest Facebook und Instagram den Zugriff auf deinen Standort verbieten) und damit ein Stück deiner Privatsphäre schützen. Und du kannst verbieten, dass Apps deine Werbe-ID nutzen. Das gilt übrigens auch für alle anderen Apps.

Meta guckt genau, welche Geräte du verwendest und was du damit machst

Wie schnell ist dein Computer? Bewegt sich gerade deine Maus? Welches Handy hast du? Und nutzt du Android, iOS oder Windows? Wie viel Strom hat dein Akku noch? Wie gut ist dein Handyempfang? Welches Mobilfunknetz hast du – und welche Handynummer? Und vor allem: Welche Dateien und Apps hast du auf deinem Phone? Und welche anderen Programme laufen sonst noch, während du Facebook oder Instagram verwendest? Meta erlaubt sich selbst in seiner Datenrichtlinie, das alles von deinem Smartphone oder PC auszulesen. Dazu kommt natürlich noch die Erlaubnis, dich über GPS, Bluetooth oder WLAN zu orten. Die Meta-Macher können erfahren, wo und wie du dich einloggst und über ihre Netzwerke hinaus das Internet nutzt.

Warum ist das kritisch?

Gegenfrage: Sollen deine Eltern und alle Freunde wissen, wann du welche Games zockst oder welche Fotos und Videos du gespeichert hast? Meta erlaubst du das, sofern du deine Einstellungen nicht entsprechend anpasst.

Was kann ich dagegen machen?

Facebook und Instagram nicht unterwegs benutzen. Musst du immer von überall aus posten oder reicht es auch, dass du dich nur am Computer oder Tablet zu Hause (natürlich mit den oben empfohlenen Cookie-Einstellungen oder einem Browser-Addon zur Verschleierung deiner Identität) einloggst? Die Facebook-App und den Messenger am besten gar nicht verwenden. Denn gerade auf dem Handy hast du am meisten Daten – denk allein schon an die ganzen Kontakte! Falls du die Apps doch nutzen möchtest, nimm entsprechende Einstellungen vor, damit Meta weniger Daten von dir sammeln und diese auswerten kann. Apple hat da ja bereits einen Vorstoß gemacht und fragt nach, ob Apps bestimmte Infos vom iPhone erfassen dürfen. Mehr dazu liest du hier. Auch dem Kontakt-Zugriff widmen wir einen extra Artikel.

Für alle, die es genauer wissen wollen

Wofür setzt Meta die vielen gesammelten Daten ein? Anhand welcher Daten wird personalisierte Werbung für mich geschaltet? Und warum wurde ich dazu eigentlich nie nach meiner Zustimmung gefragt? Für alle, die genauer wissen wollen, warum Meta welche Daten verarbeitet und wieso sie dies zu dürfen meinen, enthalten die Datenschutzrichtlinien am Ende eine lange Tabelle. In dieser wird zugeordnet, welche Kategorie von Informationen (z.B. erstellte Inhalte oder der GPS-Standort deines Smartphones) Facebook und Instagram zu welchem Zweck (z.B. Anzeige von personalisierter Werbung) verwenden und aufgrund welcher Rechtsgrundlage (z.B. zur Erfüllung deines Nutzungsvertrags) sie verarbeitet werden.

Quelle: checked4you

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